Soko Rad*

Im letzten Gemeinderat unternahm eine Partei, die nichts anderes kennt als Ausschluss, einen Vorstoß, RadfahrerInnen als das Übel schlechthin hinzustellen. „In einem dicht verbauten und durch motorisierten Verkehr gut frequentierten Stadtgebiet wie Innsbruck, stellt das Radfahren ... ein erhebliches Gefahrenpotential dar.“ Es brauche unbedingt eine Eingreiftruppe, um eine hohe Kontrolldichte zu gewährleisten. Diese solle per Fahrrad oder per Pferd unterwegs sein. Ja, wenn man bedenkt, welcher Ideologie dieser Gedanke entspringt, ist schon verständlich, dass das Glück ausschließlich über den Besitz eines Autos erreicht werden kann. Hatten wir schon mal. 

Die Maria-Theresien-Straße ist für dieselbe Partei immer noch der Aufreger schlechthin. Sie bemühte sich zum x-ten Mal, Radfahren in eben dieser Straße zu verbieten. „Die Installation von Gastgärten und eine durch den Erholungswert der Fußgänger erhöhte Besucherfrequenz lassen eine weitere Erhöhung der Unfallgefahr befürchten.“ (Nicht wundern ob der Formulierung, das ist original zitiert. Ich empfehle den Jungs den Besuch eines Deutschkurses.) Aber weiter. Da wir aufgrund unserer „geräuschlosen Fortbewegungsart“ von FußgängerInnen nicht wahrgenommen werden können, kommt es zum „oft folgenschweren“ Zusammenstoß. Ich empfehle weiters das Studieren der Unfallstatistiken, anhand derer erkennbar ist, wer für welche folgenschweren Unfälle verantwortlich ist.  
Vielleicht sollten wir zwitschern wie Vögel, damit wir gehört werden. Da wir uns ja in heimtückischer Art und Weise, von hinten an FußgängerInnen anschleichen, um diese in Angst und Schrecken zu versetzen, könnte das Gezwitscher einer ansonsten hinterhältigen Gruppe positive Stimmung schaffen.

Wen es übrigens interessiert, was Innsbrucks RadfahrerInnen gerne verbessert hätten, wo es Gefahrenstellen gibt und wo gute Lösungen umgesetzt wurden, kann über den Link "radlspur.at" auf diesem Blog oder direkt über www.radlspur.at mitmachen.



*Der Name stammt übrigens nicht von mir, sondern von einem auch in heimtückischer Weise sich fortbewegenden Bekannten.