Geschwindigkeit oder Vereinsamung

Ältere FußgängerInnen haben ein anderes Mobilitätsverhalten als jüngere. Leider berücksichtigt die derzeitige Verkehrsplanung die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Generationen nicht. 

Die viel zu kurzen Grünphasen bei Zebrastreifen führen zu Verunsicherung und erhöhtem Stress, mangelnde Sitzmöglichkeiten zum Ausrasten erschweren die selbstständige Versorgung und die schmalen Gehsteige vermitteln permanent das Gefühl, im Weg zu sein. Gerade für Menschen ab 70Plus ist es wichtig, ihre Mobilität für Selbstversorgung und für einen Plausch auf der Straße zu erhalten. Ansonsten droht Vereinsamung. Die Politik kann Vereinsamung nicht gänzlich verhindern, aber sie kann sie mit ihren Vorgaben beschleunigen oder verlangsamen. Zurzeit beschleunigt die Politik.

Verantwortungsvolles Planen muss alle Lebensabschnitte gleichberechtigt berücksichtigen. Das heißt, dass Jüngere, Schnellere und Mobilere Rücksicht nehmen müssen. Attraktive fußläufige Infrastruktur kommt im Endeffekt ja allen zu gute. 

Gleichberechtigung, Wertschätzung und Sicherheit für Alte, gilt übrigens auch für Kinder, Jugendliche und mobilitätseingeschränkte Menschen.


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