Hohes Unfallrisiko


Mehr als die Hälfte der tödlich verunglückten FußgängerInnen ist älter als 65 Jahre (2008: 102, VCÖ).  Stress und Angst, nicht über die Straße zu kommen, führen bei alten Menschen zu Rückzug und zum schleichenden Verlust ihres Selbstvertrauens. Gerade für alte Menschen ist Gehen die wichtigste Form der Mobilität.   

Vor allem bei ungeregelten Schutzwegen kommt es am häufigsten zu Unfällen. Unaufmerksam, Handy-telefonierend oder mit zu hoher Geschwindigkeit betrachten AutofahrerInnen die Straße als ihr alleiniges Eigentum. Bei 50 km/h haben FußgängerInnen bereits eine 40%ige Chance, bei einer Kollision mit einem Auto tot zu sein. Alte, Kinder und Jugendliche sind die am meisten Gefährdeten.

Nun könnte ich zynisch anmerken, dass die Pensionskassen sich darüber freuen oder behaupten, alte Menschen sind eh nur ein Kostenfaktor und sollen gefälligst den AutofahrerInnen nicht auf die Nerven gehen. Aber HALLO! Was für eine Gesellschaft ist das, die langsameren Menschen nicht ihre Zeit gewährt und ihre Bedürfnisse ignoriert? 

Hohe Autoverkehrsdicht, hohes Geschwindigkeitsniveau und Stadt vertragen sich nicht. Die Dominanz der einen Gruppe geht zu Lasten der FußgängerInnen. Wir brauchen mehr attraktiv gestaltete 30er-Zonen (nicht nur ein 30er-Symbol auf die Straße pinseln), breite Gehsteige, Bäume, Bänke. Ich weiß schon, dass das die Autolobby nicht freut. Die tödlichen Unfälle der zu Fuß gehenden (und jedeR totgefahrene oder verletzte FußgängerInnen ist eineR zuviel) sprechen aber eine eindeutige Sprache. Runter mit dem Tempo und her mit Aufenthaltsqualität.



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