Wie viel Zeit gestehen wir unseren alten Menschen zu?




Unsere Gesellschaft behandelt das Alter als Defizit. Alte Menschen haben teilweise Schwierigkeiten mit der raschen Erfassung komplexer Verkehrssituationen, ihr Reaktionsvermögen ist langsamer, das Seh- und Hörvermögen lässt nach und sie können nicht mehr in 5 Sekunden über den Zebrastreifen hüpfen.  Ja und, das ist doch kein Defizit, das ist der Lauf des Lebens. Wir alle werden alt. Für alte Menschen sind die künstlich geschaffenen Barrieren, die die autogerechte Planung produziert, ein großer Nachteil und schließt sie aus.  

Ältere Menschen fühlen sich gestresst, wenn sie die andere Straßenseite nicht bei Grün erreichen. Je höher die Autoverkehrsfrequenz, desto mehr werden FußgängerInnen über den Zebrastreifen gehetzt oder dürfen auf Mittelinseln ausharren. Dafür gibt es genug Beispiele in Innsbruck. Die Ampelschaltungen sind nicht an die Bedürfnisse der FußgängerInnen, sondern der AutofahrerInnen, angepasst. 

Natürlich kann man einwenden, dass ja auch noch die Räumphase (dh. es ist bereits rot) als Querungszeit gilt. Nur wissen das offensichtlich die AutofahrerInnen nicht, die hupend und genervt die FußgängerInnen stressen.

Die Norm

Ausgehend vom Regelwerk für Straßenverkehr müssen FußgängerInnen 1 Meter pro Sekunde schaffen, um in die Norm zu passen. Nun, alte Menschen schaffen das meist nie. Abgesehen davon beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit 80 cm pro Sekunde. Das findet in der Verkehrsplanung allerdings keine Beachtung. Was ist aber wichtiger?



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