Cui bono?

Die mediale Berichterstattung über die bösen, bösen RadfahrerInnen in Innsbruck macht mich ziemlich stutzig. Abgesehen davon, dass mich dieses falsche Bild, das vermittelt wird, natürlich ärgert.

Aber wem nützt es bzw. wer hat großes Interesse daran, das Rad fahren  mies zu reden. Mittlerweile ist die kritische Masse überschritten. Stand ich vor 10 Jahren noch maximal zu Zweit bei einer Ampel, sind es nun mindestens 10 RadfahrerInnen. Der damals zugewiesene Platz reicht bei weitem nicht mehr aus. Und dann kommen noch die bösen FußgängerInnen, die es sich erlauben, bei zu langer Rotphase einfach über die Straße zu gehen.

Wer müsste nun zurückstecken, um der Menge der RadfahrerInnen ausreichend Infrastruktur zu Verfügung stellen zu können? Die AutofahrerInnen. Und das werden sie gar nicht mögen. 
Dazu kommt noch, dass die Empörung der AutofahrerInnen eine gute Ausrede dafür ist, die RadfahrerInnen auf ihren Platz zu verweisen und nicht handeln zu müssen.  Lieber wird ordentlich geschumpfen, anstatt Lösungen erarbeitet.

Natürlich gibt es auch so manche verantwortungslose RadfahrerInnen. Das sprech ich gar nicht ab. Nur, beim Autoverkehr gibt es die auch und trotzdem gibt es keine vergleichbare mediale Hetze. Nicht, dass ich mir das wünsche, weil gegeneinander bringt nichts. Da komm ich nun wieder zum Anfang: Wem nützt es?

Es geht aber auch anders. Die Wirtschaftskammer Steiermark unterstützt die Handelsbetriebe bei der Fahrradförderung.

www.radlspur.at

PS: Für mehr Platz radelt die unabhängige Plattform „critical mass“ jeden letzten Freitag des Monats. Nächster Termin: Fr, 30.10., 17 Uhr, Treffpunkt Maria-Theresien-Straße, vor dem Rathaus.


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