Die Stellplatzverordnung und die Bedürfnisse in der Zukunft

In Tirol haben wir eine Stellplatzverordnung, die zwingend Tiefgaragenplätze vorschreibt. Vor allem im verdichteten Wohnbau treibt das die Kosten für Miete oder Eigentum inkl. der Betriebskosten in die Höhe. Wohnbaugelder werden in der Tiefgarage versenkt, anstatt qualitativ in Wohnraum zu investieren. In Innsbruck werden zudem für Aufstockungen und Verdichtungen gewachsene Innenhofstrukturen zerstört und mit Bonsai-Bäumchen als Alibihandlung ersetzt. Die Stellplatzverordnung in Städten ist veraltet und verwaltet die Autogeneration, im Glauben, dass es stetig so weitergeht.

Die Bedürfnissen der Menschen ändern sich, eine andere Infrastruktur ist gefragt. Vor allem die junge Generation hat wichtigeres zu tun, als im Auto zu sitzen.

„Laut Hans Rat wird zudem eine weitreichende Umgestaltung des ÖPNV nötig, weil die junge Generation von heute ein anderes Verständnis im Bezug auf den Verkehr hat. Zwar besitzen auch diese Menschen immer noch eine gewisse Begeisterung für Autos, doch im Gegensatz zu älteren Menschen teilen sie diese Vorliebe mit Enthusiasmus für andere Dinge ... Stadtmenschen denken zudem praktisch: Wohin mit dem Auto, wenn es nicht gebraucht wird? Parkplatznot und die Kosten für Parkraum lassen gerade junge Menschen in Städten von einem eigenen Pkw Abstand nehmen. “ (ganzer Artikel)

Wir haben noch dicke Bretter zu bohren, um einerseits Wohnraum günstiger bereitzustellen und andererseits den neuen Bedürfnissen gerecht zu werden. Unser Vorstoß auf Landesebene und die dazugehörenden dicken Bretter kommentierte ich bereits in meinem Beitrag "Kuriositäten aus dem Land Tirol". Weitere Bohraktionen werden noch folgen.

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