Graßmayrkreuzung – die andere Sicht 1

Vergangenen Donnerstag erklärten Verkehrstechniker und –planer die Untertunnelung der Graßmayrkreuzung. Sie behaupten, dass die Probleme – Stau, Abgase, Lärm - nur durch diese Maßnahme lösbar seien. Garniert wurde das ganze mit der Aussage, das 10-Punkte-Programm "Ausbau Südring" umzusetzen.

Das 10-Punkte-Programm stammt aus den 90ern des letzten Jahrhunderts, beseelt vom stetigen Wirtschaftswachstum und weit entfernt von der Energie- und Ressourcenkrise des Jahres 2009. Die Zeit scheint hinter der Windschutzscheibe stehen geblieben zu sein.

Verlassen wir die ausgetretenen Pfade. Stellen wir Fragen.

- Für welche Symbolik steht die Graßmayrkreuzung?
- Sollen wir so weitermachen, wie bisher oder gibt es andere Möglichkeiten?
- Sind die heutigen Probleme nicht eine Folge von Maßnahmen, die uns Experten eingeredet haben?
- Lassen sich zu viele Autos, die die Straßen verstopen, die Luft verpesten und unsere Umgebung mit Lärm zumüllen, nur durch Beschleunigung des Autoverkehrs lösen?

Die nun vorglegte Baumaßnahme steht für die Gewohnheit. Bauen wir aus, dann haben wir das Problem gelöst. Für wie lange, ist im Straßenbau eine unzulässige Frage. Bei der Graßmayrkreuzung wird das Zuviel an Autos einfach ein paar hundert Meter verschoben, und verlagert sich zur Andreas-Hofer-Straße. Klar, es wird geträumt, später auch diese Kreuzung zu untertunneln. Was anderes kommt ja gar nicht in Frage.

Wir haben einen leistungsfähigen Ring entlang unserer Stadt. Man nennt ihn Autobahn. Während der Bauphasen soll der Durchzugsverkehr, immerhin bei der Graßmayrkreuzung 39.000 Autos, auf die Autobahn geleitet werden. Warum eigentlich nur während der Bauphase? Hat sich niemand die Frage gestellt, was diese 39.000 Autos am Südring eigentlich verloren haben? Hat sich wirklich niemand die Frage gestellt, dass man den Durchzugsverkehr auf die A12 bringt und den Südring rückbaut? Die A12 Wilten bietet ausreichend Platz. 4 Abfahrten reichen, um die Verteilfunktion zu übernehmen.

Eine Vergleichsstadt:; Mulhouse stand vor ähnlichen Problemen. So wie der Südring führte eine 4spurige Schnellstaße (2/2) am Innenstadtzentrum vorbei und diente, so wie bei uns, als Verteiler ins Zentrum und in die vielen Tiefgaragen. Auch dort sprachen die Experten von der einzig machbaren Lösung - Verbreiterung, Untertunnelung, Beschleunigung. Was tat der Bürgermeister? Er sagte NEIN und überzeugte den Gemeinderat davon, eine Regionalbahn zu bauen. Die Folge: Rückbau auf 2 Spuren, in der Mitte der Fahrbahn fährt bereits die Bahn, staufrei, mit unglaublichen Fahrgastzahlen. Ein Unterschied besteht zu Innsbruck. Es gibt keine Autobahn, die als Ausweichroute zur Verfügung stand.

1.Forderung:
Durchzugsverkehr raus aus dem Südring + A12 als Umfahrung für Innsbruck einbeziehen.


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