Graßmayrkreuzung – die andere Sicht 4

Der Ausbau der Kreuzung leistet, laut LHStv. Anton Steixner, „einen weiteren Beitrag für mehr Umweltschutz und Verkehrssicherheit auf dieser bedeutendsten Durchzugsstraße“ (IBK informiert, Dez.09). Beides Killerargumente, die gerne bei der Beschleunigung des Autoverkehrs herangezogen werden, aber nicht stimmen.

a) Umweltschutz:
giftige Abgase und Lärm können ausschließlich durch Reduktion der Autofahrten verringert werden. Mit Sicherheit nicht mit Beschleunigung. Es wird ja auch gern erklärt, dass Stauvermeidung ein ganz wichtiger Beitrag zum Umweltschutz ist. Auch falsch. Wenn tagtäglich Staus die Straßen verstopfen, dann sind zu viele AutofahrerInnen unterwegs. Mit Beschleunigung verringert man nicht das Zuviel, sondern drückt sich vor einschneidenden Maßnahmen, das Zuviel zu minimieren. Mit Umweltschutz hat das reichlich wenig zu tun.

b) Verkehrssicherheit:
FußgängerInnen und RadfahrerInnen sind vor allem bei Kreuzungspunkten die Leidtragenden. Hauptunfallursache beim Autoverkehr ist überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol, Ablenkung (meist Handytelefonieren) und im städtischen Umfeld das Ignorieren der roten Ampel. Der Egotrip hat einen weitaus höheren Stellenwert als die Rücksicht. Damit der Egotrip nicht gestört wird, lenkt man FußgängerInnen und RadfahrerInnen in eine Unterführung, die deren Wege beträchtlich erhöht, dafür aber nicht mehr Platz auf der Fahrbahn beanspruchen.

Ausbauprojekte, va. im städtischen Umfeld, haben rein gar nichts mit Umweltschutz oder Verkehrssichheit zu tun, sondern dienen ausschließlich der Bequemlichkeit der AutofahrerInnen.

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