Graßmayrkreuzung

Nun steht das Projekt der Untertunnelung der Graßmayrkreuzung. Es geht um den Ausbau des Südrings und damit um die Beschleunigung des Autoverkehrs. Im Akt kommen in einem Absatz FußgängerInnen vor, ansonsten liest man nichts von Beschleunigung des Fuß-, Rad- und Öffi-Verkehrs. Die autoverkehrsberuhigte Zone findet sich zwischen Leopoldstraße und Tschamlerstraße, also dort, wo das Cineplexx steht. Dh. die AutofahrerInnen werden weiterhin Stoßstange an Stoßstange an den Wohnhäusern vorbeikriechen. Außerdem kann zukünftig ohne Dosierungsmöglichkeit direkt von der Abfahrt Mitte zum Bahnhof gefahren werden - eine der wichtigsten Achsen des Öffentlichen Verkehrs (VVT und IVB und Regionalbahn).

Den WiltenerInnen wird das ganze als Zusammenführung des durch den Südring getrennten Stadtteils verkauft. Werden sich die Hoffnungen der WiltenerInnen erfüllen? Oder wird ihnen Sand in die Augen gestreut und das eigentliche Ziel ist ein ganz anderes?

Vorzüge der Regionalbahn

Das Projekt „Regionalbahn“ ist nicht mehr aufzuhalten, auch wenn Federspiel & Co im Stadtblatt dagegen wettern. Rum und Völs als Nirwana zu bezeichnen, ist eine Beleidigung dieser beiden Gemeinden oder sie wissen nicht, was das bedeutet – selige Ruhe nach dem Tode.

Die Straßeninfrastruktur in und nach Innsbruck ist heute schon, auch ohne vermeintliches Verkehrshindernis Regionalbahn, überlastet. Die täglichen Staus zeigen ja jetzt schon, dass ein „noch mehr“ nicht geht. Abgase, Lärm und sinkende Lebensqualität bringen Innsbruck nicht weiter. Die Nachbargemeinden untersagen quasi der Stadt, eigene Ziele zu definieren und Alternativen zum Autoverkehr zu bieten. Klar wollen sich die Nachbargemeinden aus der finanziellen Mitverantwortung schleichen. Es ist ja unglaublich praktisch, wenn den eigenen BürgerInnen die Last der Mobilität durch ein eigenes Auto aufgebürdet wird und der Gemeindehaushalt entlastet ist. Nur, das ist eine kurzsichtige Denkweise, die sich die Menschen in Innsbruck auf Dauer sicher nicht gefallen lassen. Schließlich ist es ihre Lebensqualität, die darunter leidet.

Offensichtlich wissen sie nicht, welche Vorteile ein leistungsfähiger spurgeführter Nahverkehr bietet:
Bei konsequenter Umsetzung ist einiges drin: Fahrgaststeigerungen, FußgängerInnenanteil steigt, Stadtraum wird neu gestaltet (auch mit viel mehr Grün), die Attraktivität der Stadtteile und deren wirtschaftliche Kraft steigt, der Autoverkehr geht zurück.

Der Autoverkehr kann neu geordnet werden, dh. mehr Raum für FußgängerInnen. Ja, die Regionalbahn hat sehr viel mit zu Fuß gehen zu tun. Die Bahn kann als aktives Element zur Erschließung der Innenstadtviertel eingesetzt werden. Die Regionalbahn ist der Türöffner zur Neugestaltung des öffentlichen Raums. Straßburg ist ein gutes Beispiel für konsequente Umsetzung und Neugestaltung. Und siehe da, in den ersten 3 Jahren konnte ein Fahrgastwachstum von über 40% verzeichnet werden. Der Autoverkehr ging um 17% zurück, gleichzeitig stieg der Anteil der FußgängerInnen auf 20%.



Schienengebundener Nahverkehr ist natürlich auch gemütlicher für die Fahrgäste. Ein Schienenfahrzeug läuft wesentlich ruhiger, Schlaglöcher gibt es keine und den Motorenlärm gibt es auch nicht.

Wir haben die Akton "Mehr grün in die Stadt" mit der Videokamera begleitet und ein kleines Filmchen daraus produziert. 





Wir haben bereits 150 Bäumchen verschenkt für "Mehr grün in die Stadt". Auf Google-Map könnt ihr euch anschauen, wohin sie gekommen sind (noch nicht vollständig, weil noch nicht alle Rückmeldungen bei uns eingelangt sind).

Morgen startet die letzte Verteilaktion (außer es schüttet in Strömen):
Wiltener Platzl
10 bis 11 Uhr

Kommt vorbei und holt euch ein Bäumchen.


Mehr Grün in die Stadt auf einer größeren Karte anzeigen

Cui bono?

Die mediale Berichterstattung über die bösen, bösen RadfahrerInnen in Innsbruck macht mich ziemlich stutzig. Abgesehen davon, dass mich dieses falsche Bild, das vermittelt wird, natürlich ärgert.

Aber wem nützt es bzw. wer hat großes Interesse daran, das Rad fahren  mies zu reden. Mittlerweile ist die kritische Masse überschritten. Stand ich vor 10 Jahren noch maximal zu Zweit bei einer Ampel, sind es nun mindestens 10 RadfahrerInnen. Der damals zugewiesene Platz reicht bei weitem nicht mehr aus. Und dann kommen noch die bösen FußgängerInnen, die es sich erlauben, bei zu langer Rotphase einfach über die Straße zu gehen.

Wer müsste nun zurückstecken, um der Menge der RadfahrerInnen ausreichend Infrastruktur zu Verfügung stellen zu können? Die AutofahrerInnen. Und das werden sie gar nicht mögen. 
Dazu kommt noch, dass die Empörung der AutofahrerInnen eine gute Ausrede dafür ist, die RadfahrerInnen auf ihren Platz zu verweisen und nicht handeln zu müssen.  Lieber wird ordentlich geschumpfen, anstatt Lösungen erarbeitet.

Natürlich gibt es auch so manche verantwortungslose RadfahrerInnen. Das sprech ich gar nicht ab. Nur, beim Autoverkehr gibt es die auch und trotzdem gibt es keine vergleichbare mediale Hetze. Nicht, dass ich mir das wünsche, weil gegeneinander bringt nichts. Da komm ich nun wieder zum Anfang: Wem nützt es?

Es geht aber auch anders. Die Wirtschaftskammer Steiermark unterstützt die Handelsbetriebe bei der Fahrradförderung.

www.radlspur.at

PS: Für mehr Platz radelt die unabhängige Plattform „critical mass“ jeden letzten Freitag des Monats. Nächster Termin: Fr, 30.10., 17 Uhr, Treffpunkt Maria-Theresien-Straße, vor dem Rathaus.




Nicht nur auf Plätzen verschwinden Bäume. Auch unsere Straßenräume sind ohne grün. Wo würdet ihr gern einen Baum im Straßenraum haben? Wir verschenken Laubbäume, die ihr dort hinstellen könnt, wo ihr mehr grün wünscht. Bitte gießen nicht vergessen, sonst gehen die Bäumchen ein.

Do, 8.10., 10 bis 11 Uhr
Pradl, Gumppstraße, bei Interspar 

Do, 8.10., 15 bis 16 Uhr
Innenstadt, Maria-Theresien-Straße, bei Sporthaus Okay

Fr, 9.10., 10 bis 11 Uhr
St.Nikolaus/Mariahilf, Ecke Innbrücke/Waltherpark

Sa, 10.10., 10 bis 11 Uhr
Wilten, Wiltener Platzl

Kommt und holt euch ein Bäumchen. Und mailt mir den Standort der Bäumchen, ich trage das dann auf eine eigene Google-Map ein, die über meinen Blog einsehbar sein wird. 


Rail Cargo Austria hat beste Berater

Hier die Datenaffäre, dort "beste" Beratungen. Der volkswirtschaftliche Schaden wird jedenfalls nicht berechnet. Das ist meist auch nicht Aufgabe der Einsparungs-Berater-Branche. Aufgabe ist Bilanzverschönerungen. Wer mehr dazu wissen möchte - hier


Die Wahl in Deutschland II

Ein aufmerksamer Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Wahl in Deutschland selbstverständlich auch auf die Mobilität Auswirkungen haben wird. Ich habe im ersten Moment "nur" an die Bildungs-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik gedacht.  
Die gestoppte Privatisierung der Bundesbahnen wird sicherlich wieder aus der Schublade geholt werden. Dass die Privatisierung von Bahn und Nahverkehr nicht funktioniert, beweist eindrücklich Großbritannien. Mit viel Steuergeld musste die privatisierte Bahn wieder zurückgekauft werden, da nichts mehr funktionierte. Wenn die Gier regiert, dann bleiben viele Menschen außen vor. Bahn und Nahverkehr muss mehrheitlich in staatlicher Hand bleiben.


Blog-Archiv