More of the same

Quer durch den Blätterwald verkünden LA Gschwentner und STR Peer, wie einzigartig und innovativ die Idee des Gratisparkens für Autos mit alternativer Antriebsform sei (stimmt so nicht einmal, Graz und Klagenfurt haben das schon lang). In der „Tiroler Woche“ zeigen sich beide überzeugt, wie wichtig dieser Anreiz für Familien bei der Anschaffung eines Zweitautos sei.
Hm. Wie war das mit sinkenden Löhnen und steigenden Kosten bei Wohnen, Energie ...? Liebe SPÖ, ihr vergesst, für wen ihr einmal eingetreten seid! Großartig klagt ihr im Gemeinderat, dass die wirtschaftliche und familiäre Lage sich verschlechtert, das mit immer weniger Realeinkommen immer mehr Kosten abgedeckt werden müsse. Und dann, das Zweitauto muss subventioniert werden.

Innovativ ist die Idee schon gar nicht. Es ist „more of the same“. Bereits letztes Jahrhundert baute man Städte autogerecht um, damit Parkplätze geschaffen werden können. Ein Auto mit Alternativantrieb braucht denselben Platz als das Auto mit Verbrennungsmotor und ist daher dieselbe Platzverschwendung.
Die Mobilität der Zukunft heißt nicht Zweitauto, sondern Multimobilität. Infrastrukturkosten, Platzverbrauch und Stau bleiben schließlich. Autos mit Verbrennungsmotor 1:1 auszutauschen durch Autos mir Elektromotor ist keine zukunftsfähige Lösung. Die Begriffe „Mobilität“ und „Verkehr“ werden von den meisten Menschen mit Auto gleichgesetzt (die Lobbyarbeit der Autoindustrie lässt grüßen). Diese einseitige Begriffsbesetzung negiert die Vielfältigkeit von Mobilität und geht auf Kosten all jener, die multimobil unterwegs sein müssen, können oder wollen. Das Jubelgeschrei der SPÖ zeigt, wie gefangen sie im einseitigen Denken sind.
Der Großteil der gefahrenen Kilometer spielt sich im Umkreis von 5 Kilometern ab, das meiste noch weit darunter. Die Förderung von Alternativantrieben darf daher nicht Gratisparken heißen, sondern muss mit zu Fuß gehen, radfahren und Öffentlichen Verkehr verknüpft werden.

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