Schutzpatrone der Regelbrecher

Die Verlängerung des Vertrages mit der Group 4, deren MitarbeiterInnen für die Einhaltung der Kurzparkzonenregelung zuständig sind, steht momentan an. Dazu gehört auch der Aufreger, dass für Strafmandate, die bearbeitet zum Stadtmagistrat gelangen, 15% Arbeitsaufwand verrechnet wird. Stark plustern sich dazu zwei Herren der Stadtkoalition (ÖVP, SPÖ) auf und sprechen von „modernem Raubrittertum“.
Lassen wir doch die Kirche im Dorf. Raubritter handelten nach ihren eigenen Spielregeln und raubten alle aus, die ihnen in den Weg kamen. Die Spielregel bei der Kurzparkzone lautet, dass diejenigen, die sich nicht daran halten, sanktioniert werden und zwar zu Gunsten der Mehrheit, die sich daran hält. Diese Spielregel belohnt also diejenigen, die der Meinung sind, dass es eine vernünftige Regelung ist und alle was davon haben. Nicht nur diejenigen, die als erste einen Abstellplatz besetzen.
Die beiden Herren beleidigen mit ihren Äußerungen die MitarbeiterInnen der Group 4, indem sie sie als gierige Hyänen hingestellt hatten und ihnen unterstellten, dass sie auf Provisionsbasis massenweise Strafzettel ausstellen. Es gibt keine „Kopfgeldprämie“ bei der Group 4. Die MitarbeiterInnen werden nach Kollektivvertrag entlohnt.
Sie desavouieren nebstbei all die AnrainerInnen, die in Kurzparkzonengebieten wohnen und für den Abstellplatz bezahlen.

Es gibt übrigens noch andere Möglichkeiten, die Innenstadtviertel zu genießen - zu Fuß gehen, Rad fahren oder bei weiteren Strecken Öffi benutzen. Da gibt es keine Zeitüberschreitungen mit Strafzettel. Diejenigen, die am lautesten über die Sanktionen schimpfen, sollten sich mal überlegen, ob ihre einseitige Fortbewegung änderbar wäre.

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