Manche Mühlen mahlen sehr sehr langsam

Lang ist es her (Dez.08) . Da stellte ich einen Antrag, bei sämtliche Einbahnen in Innsbruck eine Überprüfung durchzuführen und Maßnahmen zu ergreifen, diese für den Radverkehr zu öffnen. Nun ist doch endlich der Akt im Stadtsenat.
Einbahnen sind ein autogerechtes Konstrukt. KeinE RadfahrerIn braucht die. Die täglichen Wege würden für RadfahrerInnen um einiges verkürzt werden. Wichtig bei einer Umsetzung ist aber, dass Radwege gegen die Einbahn sichtbar ausgewiesen werden, damit AutofahrerInnen klar signalisiert wird, dass mit RadfahrerInnen zu rechnen ist. Es gäbe noch die Möglichkeit der sog. unechten Einbahn, dh. Radverkehr ist erlaubt, aber der/die AutofahrerIn wird nur mittels eines kleinen Schildes darauf aufmerksam gemacht. Da Schilder gerne übersehen werden, führt das leider oft zu Konflikten. Daher bin ich gegen unechte Einbahnen, solange AutofahrerInnen immer noch der Meinung sind, dass die Fahrbahn ihr alleiniges Eigentum ist.
Was steht nun im Akt? Ich finde es zu aller erst recht kühn, auf bereits im Dezember 08 bestehende Radwege (Adamgasse, Müllerstraße) zu verweisen. Die gab es schon. Ich will ja neue. Es ist hübsch, dass das Amt "eine mögliche Öffnung der Einbahnen für den Radfahrverkehr entgegen der Fahrtrichtung grundsätzlich begrüßenswert" findet, aber "Die Umsetzung ist jedoch sehr zeitaufwendig, da bezüglich der Machbarkeit für jede einzelne Einbahn ein gesondertes Ermittlungsverfahren eingeleitet werden muss". Ja, das stimmt. Aber für jede Maßnahme für den Autoverkehr brauchts das auch. Und, siehe da, dort ist die Zeit vorhanden. Es ist eine Frage der Gewichtung. Außerdem wird im Akt noch darauf hingewiesen, dass eine "Abwägung bei Funktionsüberschneidungen, insbesondere wenn Parkierungsflächen betroffen sind" getroffen werden muss. Ja, das stimmt auch. Ich befürchte, dass diese Abwägung zu gunsten der AutosteherInnen ausfallen wird.
Ich bleib auf alle Fälle dran und werde jedes einzelne Ermittlungsverfahren genau unter die Lupe nehmen.

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