Mit Vollgas weiter so ...

... mit Verkehrspolitik von gestern.

Letzten Montag informierte die SPÖ mit einem Stadtteilgespräch die BewohnerInnen Wiltens über das geplante Projekt Graßmayrtunnel + Vollanschluss Zentrum (Kosten: 38 Mio. Euro). Die Skepsis der WiltenerInnen ist groß. Der Nutzen ist nur schwer erkennbar. Dieses Projekt ist eines für den Durchzugsverkehr, aber nicht für die WiltenerInnen. Ca. 35.000 Autos von 40.000 sollen im Tunnel verschwinden.
Wozu ein teurer Tunnel für den Durchzugsverkehr gebaut wird, wo doch ca. 500 Meter weiter südlich eine best ausgebaute Umfahrung = Autobahn besteht, verweist schon auf die Blödsinnigkeit eines solchen Projektes.
Die Südbahnstraße zum Bahnhof wird selbstverständlich durch den sogenannten Vollanschluss wesentlich mehr Autoverkehr aufnehmen müssen als heute. Wozu der Vollanschluss notwendig ist, wo doch schon heute die AutofahrerInnen in der Innenstadt Schlange stehen, verweist auf die nächste Blödsinnigkeit des Projekts.
Der beschwerliche Umweg für FußgängerInnen und RadfahrerInnen über den Kreisel richtet sich nach den Bedingungen für autogerechte Planung. Schließlich entsteht der Kreisel, um die AutofahrerInnen auf die Brücke zu bringen und nicht, um den bereits bestehenden Fuß-/Radweg auf der Brücke mit der auch bereits bestehenden, allerdings sanierungsbedürftigen, Unterführung für FußgängerInnen und RadfahrerInnen zu verbinden.

Die EntscheidungsträgerInnen in Politik und Planung stellen sich nicht die Frage, was die Kinder von heute in 20 Jahren für Infrastruktur brauchen, um überhaupt noch mobil sein zu können. Diese gestrige Verkehrspolitik negiert die Fragen der Zukunft. Wir sollten lieber darüber diskutieren, den Südring rückzubauen, um die BewohnerInnen Wiltens vom Durchzugsverkehr zu befreien und mehr Freiraum zu schaffen. Der Durchzugsverkehr muss auf die Autobahn, für den Rest reicht ein zurückgebauter Südring.

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