Sand in den Augen tut selten gut

Benzinpreis rauf, runter oder sonst was - bei jeder Diskussion um dieses Thema wird sofort das Killerargument der armen PendlerInnen gezückt und schon ist man mundtot gemacht. Das sollte man sich aber mal näher ansehen.
Wer profitiert von einem günstigen Benzinpreis? Also weder das arme Mutterl noch GeringverdienerInnen. Die haben nämlich nicht das Geld zum viel Herumfahren. Es sind nicht arbeitende Menschen, die im selben Ort arbeiten oder mit dem Bus günstig und komfortabel den Arbeitsplatz erreichen können. Es sind auch nicht Menschen, die mit Müh und Not so viel verdienen, dass sie über die Runden kommen.
VielfahrerInnen profitieren von günstigen Benzinpreisen. Sie bekommen auch eine steuermindernde Pendlerpauschale. Die wiederum nützt GeringverdienerInnen überhaupt nix, weil sie eh schon im Negativsteuersatz drinn sind.
Ich hab mir eine sehr aufschlussreiche PendlerInnenstudie des Bezirkes Landeck angesehen. Und siehe da: Menschen im oberen Einkommensbereich pendeln weit, im niederen Einkommensbereich pendeln kurz. Das Killerargument, dass eine Benzinpreiserhöhung die einkommensschwachen PendlerInnen treffen würde, greift also zu kurz.
Das viele Steuergeld, das im Gießkannenprinzip in die Subventionierung des Autopendelverkehrs gesteckt wird, würde ich lieber in der Verbesserung und Vergünstigung des Öffentlichen Verkehrs sehen, damit auch Einkommensschwache mobil sein können und im Glücksfall, ihre Einkommenssituation verbessern können. Das wäre gscheiter, als den Menschen aufgrund mangelnder Erschließung durch den öffentlichen Verkehr ein Auto aufs Aug zu drücken, wo monatlich mehr als 1/3 des Haushaltseinkommens verbraten wird.

PS: Und für diejenigen einkommensschwachen PendlerInnen, die aufgrund irgendeiner blöden Situation weit mit dem Auto fahren müssen, wird man ein Lösung und Unterstützung finden.

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