Barrieren in Alltag - Unterführung Mentlberg/Sieglanger


Zu Fuß, mit Kinderwagen oder mit einer Gehbehinderung von Mentlberg in die Stadt zu kommen, ist eine Herausforderung. Die bestehende Unterführung, mit der einerseits Sieglanger, andererseits Mentlberg erschlossen ist, ist jenseitig. Steile Stufen, eng, abweisend und in keinster Weise barrierefrei. Für Menschen mit Rollstuhl ist's ein unüberwindbares Hindernis.
Nun hab ich vor mehr als einem Jahr einen Prüfantrag gestellt, wie denn diese Unterführung barrierefrei umgebaut werden könnte. Die Stellungnahme ist haarsträubend: Es wäre ein Neubau und dafür hat die Stadt kein Geld.
Nonanet ist's ein Neubau und klar kostet das. Aber wieviel Geld gibt die Stadt gemeinsam mit Land Tirol in den nächsten Jahren für den barrierefreien Anschluss Zentrum bzw. der Untertunnelung der Graßmayrkreuzung für den Autoverkehr aus? 40 Millionen.Tja, AutofahrerIn muss man sein, dann braucht man nicht über Stiegen zu rumpeln.
Bei den Budgetvorverhandlungen, bei denen wir Grünen unsere Wünsche anbringen dürfen, bekam ich von Bürgermeisterin Christine Oppitz die lapidare Antwort, RollstuhlfahrerInnen können ja mit dem Auto oder dem Bus in die Stadt fahren. Äh, hat die Bürgermeisterin schon einmal jemanden geholfen, den Rollstuhl aus dem Auto rein- und rauszubringen? Ich glaube nein. Und hat die Bürgermeisterin schon einmal die entnervten BusfahrerInnen (weil eh schon viel zu spät, weil Autostau) gesehen, die die Rampe ausfahren müssen? Ich glaube nein.
Um wie viel selbstbestimmter könnten Menschen von A nach B gelangen, wenn Barrierefreiheit nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch konsequent umgesetzt würde.
Nebstbei nützt eine barrierefreie Unterführung Mentlberg/Sieglanger allen BewohnerInnen und BesucherInnen dieser 2 Stadtteile. Ein zeitgemäßer Umbau der Unterführung ist dringend notwendig.

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