Landhausplatz II

Ich hab ordentlich Schelte bekommen, dass ich nicht die bösen ArchitektInnen im Visier habe, sondern das unausgesprochene Diktat, das PolitikerInnen bei der Gestaltung von öffentlichen Plätzen mittransportieren. Nicola Weber trifft es punktgenau (Mole03, S.13):

"Wenn PolitikerInnen und InverstorInnen von Urbanität sprechen, meinen sie meist einen geplanten und kalkulierten Stadtraum, durch den sich BewohnerInnen und BesucherInnen auf vorgegebenen Pfaden bewegen und organisierte Erlebnisse verabreicht bekommen. Abweichungen sollen möglichst ausgeschlossen werden. In erster Linie wird der/die StadtbenutzerIn als KonsumentIn eingeplant, der Stadtraum wird damit zum kontrollierten Konsumraum und Urbanistät zum Marketinginstrument."

Dazu passt auch der Wunsch von Bürgermeisterin Christine Oppitz, alle unliebsamen Veranstaltungen aus der Maria-Theresien-Straße (= Prachtstraße) zu verbannen. Was "unliebsam" ist, will sie definieren und was in die Prachtstraße passt, bestimmt der Law-and-Order-Wahn der schönen neuen Welt, dem auch die Bürgermeisterin nachläuft. Das gleiche wird am Landhausplatz passieren - schön brav sein, konsumieren, vorgesetzte Events genießen und dann, bitte schön, wieder geordnet verschwinden.

Und um genau das geht es mir. WAS wird produziert, das WIE ist nur die Folge von was.


Übrigens, die neue Mole03 ist wie immer lesenswert.

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