Landhausplatz und was die Grünen damit zu tun haben

Viel und wenig zugleich. 2 der 4 Landtagsabgeordneten stimmten dafür, die Innsbrucker Grünen hatten gar nix zu melden. Der Landhausplatz gehört dem Land Tirol, weswegen die Stadt in die Neugestaltung gar nicht eingebunden wurde.
Es wäre nun ein Leichtes, den Neubau in Grund und Boden zu stampfen und über die bösen ArchitektInnen zu schimpfen. Das ist mir zu einfach. Der eigentliche Grund, warum unsere Plätze so aussehen wie sie sind, hat mit der Ausschreibung zu tun. In der Ausschreibung stehen alle Kriterien, die unterzubringen sind. Aufmarschplatz, kein Rühren an der Tiefgarageneinfahrt, sämtlich verstreuten Denkmäler unterbringen, ja keine Büsche zwecks Versteckmöglichkeiten für unliebsame Menschen und Kontrollierbarkeit bis ins letzte Eck. Da steckt ein Kontrollwahn drinnen, den niemand beachtet.
Wenn sich nun ein Architektenteam nicht an die Ausschreibungskriterien hält, kommt die Idee nicht einmal bis zur Jury. Ja, so ist das. Die Idee kann noch so gut sein, wenn die Kriterien nicht erfüllt sind, dann scheidet das Team automatisch aus. Es wird nicht einmal darüber diskutiert.
Ich durfte bei der Jurysitzung zur Maria-Theresien-Straße als nicht stimmberechtigtes Mitglied dabei sein. Meine Kritik, dass bei den Ausschreibungskriterien nur Mittelmäßigkeit herauskommen kann, wurde sofort vom Tisch gewischt. Wir sehen ja, was rausgekommen ist. Dabei war der Gestaltungsvorschlag, der nun in der Resi umgesetzt wurde, noch der beste von allen, die es bis zur Jury überhaupt geschafft haben. Alle anderen Entwürfe, die den Kriterien nicht entsprochen haben, bekam ich nie zu sehen.

Bei der Ausschreibung müssen wir ansetzen. Da liegt der Hebel drinn, der gute Ideen nicht aufkommen lässt und jegliche Kreativität, die den Verantwortlichen nicht passt, von vornherein ausschließt. ArchitektInnen schimpfen, nein, den Verantwortlichen auf die Finger schauen, ja. Und da müssen wir Grünen uns selbst bei der Nase nehmen. Auch wir haben nicht darauf geschaut und lieber den einfachen Weg gewählt und im Nachhinein über mangelndes Grün und Beton gemotschgert. Wo aber die Machtdemonstration definiert wird, ignorierten wir geflissentlich.

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