Es grünt so grün ...

Mein Antrag, in der südlichen Maria-Theresien-Straße doch Bäume zu pflanzen, ist durch. Juhu. Mal schauen, ob es auch umgesetzt wird. Ich bleib auf alle Fälle dran. Hier der Stadtblattartikel.

Endlich Gestaltung der südlichen Maria-Theresien-Straße


Die südliche Maria-Theresien-Straße ist noch ein Trauerspiel.

Der nördliche Teil zwischen Annasäule und Altstadt ist nun fast fertig. Dass Messing fleckig wird und Grünspan anlegt, hätte ich den Ausführenden gleich sagen können. Das lernt man in der Schule, sofern man aufgepasst hat. Aber um die geht es hier nicht.
Nun soll im Zuge des Straßenbahn/Regionalbahnausbaus auch gleich der südliche Abschnitt gestaltet werden. Und das ist auch dringend notwendig, damit der südliche Teil im Vergleich zum nördlichen nicht vollkommen abstinkt. Breite Flanierwege geben den Menschen, der Gastronomie und den Geschäften endlich mehr Raum. Aber, schon wieder kein Baum. Mir gehen diese Beton/Stein/Asphaltwüsten schon ziemlich auf den Nerv.
Deshalb werde ich mit meiner Kollegin Uschi Schwarzl versuchen, im heutigen Gemeinderat die Mehrheit für Bäume in der südlichen Maria-Theresien-Straße zu erhalten. Es kann doch wirklich nicht sein, dass PlanerInnen mit Bäumen nicht umgehen können.

Ein mir bekannter Architekt hat meine Frage ob der baumlosen Gestaltung von Straßenzügen und Plätzen geantwortet: „Dieses Retrodesign mit Bezug aufs Mittelalter ist nicht zeitgemäß“ und über die baumlosen Gestaltungen der Plätze in Innsbruck nur den Kopf geschüttelt. Ich finde das eine treffende Aussage.

Wen die Pläne für den im Frühjahr startenden Ausbau des Schienennetzes interessieren, findet sie auf www.ivb.at

Nun ist die Katze aus dem Sack


Nicht nur, dass bei den Gebäuden der Bruneckerstraße für die Straßenbahn + Regionalbahn ein Pfusch geliefert wird, kann sich unser lieber Verkehrsstadtrat nicht vorstellen, die Linie 3 Richtung Osten zu verlängern (siehe Stadtblattartikel).
Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob der Verkehrsstadtrat weiß, worüber er spricht. Die Philippine-Welser-Straße liegt abseits jeder Autostaumöglichkeit, weit im Osten der Stadt. Durch die Einhausung der A12 kann dieser Stadtteil endlich aufatmen und die freien Grundstücke werden mit Sicherheit für den Wohnbau genutzt werden. Aber bereits heute hätte die Linie 3 bei einer Verlängerung in die Philippine-Welser-Straße ein hohes Potential an Fahrgästen.
Der Ausbau der Straßenbahn/Regionalbahn von der Innenstadt Richtung Westen tangiert dieses Gebiet überhaupt nicht. Dass die streckenweise 100 Jahre alten Kanalrohre im Zuge des Ausbaus vorab gemacht werden, ist sinnvoll. Ansonsten hätten wir nach ein paar Jahren schon wieder Baustelle und va. Schienenersatzverkehr.
Die Planungen für die Verlängerung nach Osten liegen schon lange vor. Da braucht es nur mehr minimale Kapazitäten des Amtes für Verkehrsplanung für die Vorgaben zur Baustellabwicklung.
Die Graßmayrkreuzung ist sowieso ein gesondertes Kapitel. Um viele Millionen den Öffentlichen Verkehr auszubauen und gleichzeitig viele Millionen in die Graßmayrkreuzung zu versenken, ist kontraproduktiv. Diese 2 Großbaustellen konkurrenzieren sich - nicht die Verlängerung der Linie 3 Richtung Osten.
Wenn der Verkehrsstadtrat das Pushen des Öffentlichen Verkehrs wirklich ernst meinen würde, müsste die Graßmayrkreuzung auf Eis gelegt werden.

Feinstaub & Co

Bereits 26 Tage hohe Feinstaubbelastung inkl. Überschreitungen des Stickstoffdioxidwertes. Ein Giftcocktail, der uns massiv schadet. Der Verkehrsstadtrat redet sich auf den Energieentwicklungsplan heraus, um den Hausbrand einzuschränken. Ist löblich und wichtig. Nur wird dabei vergessen, dass in innerstädtischen Gebieten eindeutig der Straßenverkehr Hauptverursacher der Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung ist. Zu den direkten Immissionen aus dem Auspuff kommt ja noch die Aufwirbelung + Abrieb dazu. Mir ist nicht bekannt, dass Heizung herumfahren und die Verursacher dessen wären.
Fakt ist, dass in Gebieten mit hoher Feinstaubbelastung, Menschen ein erhöhtes Schlaganfallrisiko, erhöhtes Risiko für Lungenkrebs, Herz-Lungen-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, chronischen Husten, Bronchitis, Verschlechterung der Lungenfunktionswerte sowie generell Verkürzung der Lebensdauer ausgesetzt sind.
Und das ist schon x-mal bestätigt. Da brauchen wir nicht wieder eine Studie der Studie der Studie. Und wir brauchen uns auch nicht auf den bösen Hausbrand herausreden. Der kommt zur hohen Belastung noch dazu.
Sommer wie Winter sind wir in den Städten durch bodennahe Vergiftung stark belastet.

Stete Wiederholung führt nicht immer zum Ziel

Zum xten Mal versucht Herr Federspiel die Regionalbahn madig zu reden. Er vergisst dabei, dass es nicht nur autofahrende Menschen gibt. Jugendliche sind anscheinend überhaupt nicht existent oder werden höchstwahrscheinlich als zukünftige Autogeneration betrachtet, denen man Mobilität bis 18 Jahren so schwer als möglich machen soll.

Ein effizientes und komfortables Öffentliches Verkehrsnetz ist das Um und Auf, Jugendliche zu ihrem Ziel zu bringen, sei es zur Schule oder zu gewünschten Freizeitaktivitäten. Wenn aufgrund der Weglänge Gehen und Radfahren unattraktiv erscheinen, sollen Jugendliche auf ein gutes System zurückgreifen können, das ihrem Mobilitätsbedürfnis entspricht. Dazu gehören schnelle Verbindungen, die nebstbei nicht als Sardinenbüchse geführt werden sollen, sondern ausreichend Platz bieten müssen.

Federspiel vergißt aber nicht nur die jüngere Generation, sondern all jene, die kein Auto haben können oder wollen. Diese einseitige Betrachtungsweise führt viele Menschen in die Sackgasse und schränkt ihre Mobilität ein.

Zwangsbeglückung oder Notwendigkeit

Ein Kostentreiber des verdichteten Wohnbaus ist die Tiefgarage. Die derzeit angewandte Praxis, pro Wohnung einen Tiefgaragenplatz zu bauen, muss überdacht werden (Tiroler Bauordnung). Gerade im sozialen Wohnbau müssen andere Regeln her als im frei finanzierten Wohnbau. Außerdem ist ein Unterschied zwischen einer Stadt mit guter Infrastruktur und einer Gemeinde, wo es keinen Nahversorger geschweige denn eine gute Bedienqualität des Öffentlichen Verkehrs gibt.

Die Stadt Graz ist sich des Kostentreibers Tiefgarage bewusst und gab eine aufwändig durchgeführte Studie in Auftrag. Drei Kriterien wurden in Graz unter die Lupe genommen: Wie beeinflusst fußläufige Nahversorgung, Kinderbetreuungseinrichtungen und Bedienqualität des Öffentlichen Verkehrs die Autobesitzrate? Die Antwort: sehr. In jenen Stadtteilen, wo alle 3 Kritierien optimal erfüllt werden, besitzt die Hälfte der Haushalte gar kein Auto. Die Autobesitzrate steigt in jenen Stadtteilen, wo die drei Infrastruktureinrichtungen mangelhaft vorhanden sind.

Die Wohnbauten in Innsbruck, va. auch der soziale Wohnbau, negiert die Integration in die Umgebung und betrachtet das Einzelobjekt ohne Vernetzung in das bereits Bestehende oder noch Benötigte, um ohne den Kostentreiber Auto auszukommen. Den MieterInnen werden einfach die Kosten für die Errichtung und Erhaltung der Tiefgarage aufgenötigt. Ob der Bedarf dafür überhaupt gegeben ist, ist irrelevant. Bei der Planung der Wohnbauten kommt es zur Verwaltung von Objekten, dh. optimale Erschließung und Wegführung für das Auto, ohne auf die Bedürfnisse der zukünftig dort lebenden Menschen Rücksicht zu nehmen. Barrierefrei erreichbare Abstellräume für Kinderwägen oder Einkaufswägen, barrierefrei erreichbare Fahrradabstellanlagen oder auch Räume für Jugendliche, Werkräume ... all das, was ein Miteinander ermöglichen könnte, bleibt außen vor.

Wohnbauförderungsgelder fließen auch in die Errichtung der Tiefgaragen. Das seh ich überhaupt nicht ein. Wenn die Wohnbaugesellschaft glaubt, TG-Plätze errichten zu müssen, dann soll sie das tun. Aber
a) soll sie sich selbst um die Vermietung derer kümmern
b) nicht Wohnbauföderungsgelder vernichten

Um mich nicht mißzuverstehen: JedeR der ein Auto haben will, soll das tun. Dass es aber jenseits der Logik Autobesitz = Glück auch anderes gibt, ist auch von autofahrenden Menschen zu respektieren. Vor allem ist es Aufgabe der Politik, sozialen Wohnbau leistbar zu halten.

Hier noch der Link zum Stadtblattartikel. Was mich bei diesem Artikel besonders freut, dass selbst der Geschäftsführer der Neuen Heimat zugibt, dass Tiefgaragen Kostentreiber sind. Allerdings nicht nur am Waldrand, sondern ganz zentral mitten in der Stadt.


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Die bodennahe Vergiftung steigt und steigt

Im Jänner wurden in Innsbruck die Feinstaubbelastung 19x und die Stickstoffdioxidbelastung 8x überschritten. Ein Giftcocktail, der massive Gesundheitsschäden verursacht. Nicht „kann verursachen“, sondern es ist unter der ÄrztInnenschaft schon längst Gewissheit, dass das Wort „kann“ weggelassen werden muss.
Gibt es konkrete Handlungen des Verkehrsstadtrates – nein. Er schwafelt von „sozialverträglichem Autoverkehr“ und puscht den Ausbau der Graßmayrkreuzung. Kann mir bitte jemand erklären, was das Schlagwort „sozialverträglicher Autoverkehr“ heißen soll?

Freie Fahrt für freie BürgerInnen hat einen höheren Stellenwert als unsere Gesundheit. Ich nenne das „gesundheitspolitische Bankrotterklärung“.

Immer wieder wird auch darauf hingewiesen, dass uns die bodennahe Vergiftung einiges an Lebenszeit kosten wird. Sind Tote kein Argument? Nein. Weil, ob wir früher sterben oder nicht, kratzt uns noch reichlich wenig. Wenn es uns dann auch erwischt, ist die Beschwerdestelle nicht weltlich, sodass ein Protest ins Leere läuft.

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