Ich verabschiede mich in den Urlaub

Ab morgen, Mittwoch, tut sich auf diesem Blog nichts mehr. Ich fahre mit meiner Familie auf Urlaub und erlaube mir, 3 Wochen keinen Computer anzusehen, geschweige denn einzuschalten. Ab Anfang August geht es hier wieder weiter.
Ich wünsche allen LeserInnen und KommentatorInnen eine schöne und erholsame Ferienzeit.

Mit Vollgas weiter so ... Teil 2

Gebrochene Versprechen und mehr Autoverkehr - das bedeutet der Umbau der Graßmayrkreuzung für die WiltenerInnen und Wiltener. Das Projekt ist ein verkehrspolitischer Blödsinn und verschlingt 38 Mio. Euro an Steuergeldern.



FußgängerInnen werden benachteiligt



Im dieswöchigen Verkehrsausschuss durften wir die Simulation der Kreuzungsbereiche Metropolkino und Ottoburg bewundern. Kleinräumig und verkehrstechnisch (dh. Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Autoverkehrs) gesehen, ist die neue Ampelschaltung optimal geschalten. Für FußgängerInnen allerdings nicht.

Das Mindestgrün bei ampelgeregelten FußgängerInnen-Querungen beträgt 8 Sekunden. Das wurde mit Müh und Not eingehalten, weil drunter gehts gar nit. Manchmal wurden sogar ein/zwei Sekündchen mehr genehmigt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit, die FußgängerInnen an den Tag legen müssen, ist 1,2 m/sec. Also, nicht wundern, wenn Sie nicht in der vorgegebenen Zeit drüber kommen. Müssen Sie halt schneller gehen -:))

Verkehrspolitisch gesehen, ist die neue Regelung eine kleinkarierte Umsetzung der Bevorzugung der AutofahrerInnen. Eine Stadt funktioniert aber anders und sollte nicht als Abstellplatz und Durchzugsstrecke dienen. Wir brauchen mehr Raum und Zeit für FußgängerInnen, das heißt einerseits qualitativ wertvolle Aufenthaltsräume und andererseits fußgängerInnenfreundliche Querungen. Die Schlagwortkombination "Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit" muss vorrangig für den Fußverkehr gelten.

Rasengleise für die Tram

Vor einiger Zeit beantragte ich im Gemeinderat Rasengleise für die Tram (wo möglich). Wahrscheinlich habt ihr euch gefragt, ob ich jetzt spinne. Nein, tu ich nicht. Rasengleise haben Auswirkungen auf das Stadt- und Mikroklima.

Beton oder Asphalt heizt sich auf und strahlt die Wärme ab. Das kennt jedeR aus eigener Erfahrung. Das Bild verdeutlicht die Auswirkungen der Versiegelung.

© der nahverkehr, 6/2010

Rasengleise übernehmen eine wichtige ökologische Funktion. Das Wasser, das im Rasen gebunden wird, trägt durch Verdunstung und Taubildung zur Abkühlung der Straßenzüge bei. Versiegelte Gleise durch Beton oder Asphalt weisen eine deutlich höhere Wärmeabstrahlung auf.
Rasengleise verursachen Mehrkosten bei Neubau und Erhaltung, bringen aber einen großen Nutzen für Umwelt und Lebensqualität in Städten, sodass sich diese Investition rentiert.

Die Innsbrucker Tram wird leider nicht auf Rasengleisen durch die Gegend kurven. Weder FI, ÖVP noch SPÖ haben die wichtige ökologische Funktion verstanden (oder wollten sie einfach nicht verstehen).



Baustellenumleitung Bruneckerkreuzung


Seit die Bruneckerkreuzung stadteinwärts gesperrt wurde, herrscht ein ziemliches Chaos. Stoßstange an Stoßstange quälen sich die AutofahrerInnen durch die Stadt. Und mittendrinn der Öffentliche Verkehr.
Der Ärger der Menschen, die umweltschonend mit Tram und Bussen unterwegs sind, ist verständlich. Trotz hoher Kosten für das Verkehrsunternehmen (mehr Buseinsatz, mehr Personal) denkt Stadtrat Peer nicht daran, den Autoverkehr während der Bauphase großräumig umzuleiten.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass durch die Masse der Autos der Eindruck entsteht, als wären es so viele zukünftige WählerInnen, die man nicht vergraulen dürfe. Nun, das Bild zeigt, dass die Masse zwar hoh ist, der Inhalt aber nicht.

Mehr Mut für Totalsperre

Seit der Sperre der Bruneckerkreuzung herrscht rund um diese das Staugeschehen. Der Autoverkehr wird in untergeordnete Straßenzüge umgeleitet. Der Öffentliche Verkehr steckt mitten drinn. Das heißt für Fahrgäste große Verspätungen, den FahrerInnen kostet es Nerven und ihre Pausen. Die FahrerInnen tragen eine große Verantwortung für die Fahrgäste und ich bin dagegen, dass die autofreundliche Umleitungspolitik des Stadtrates Peer auf Kosten der Sicherheit der Fahrgäste geht. Die IVB pfeift aus dem letzten Loch, weil sie alles einsetzen muss, um nur annähernd die Stauverspätungen aufzufangen.
Die nächste Idee der kleinkarierten autofreundlichen Verkehrspolitik lässt ja noch auf sich warten. Nach Schulende wird der Autoverkehr durch die Angerzellgasse in die Museumstraße gelenkt. Was das für die Hauptachse des Öffentlichen Verkehrs heißt, kann sich jedeR selbst ausmalen.
Die Stadt Innsbruck steckt viel Geld in den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs hinein. Was mit dieser ängstlichen Umleitungspolitik jetzt passiert, ist kontraproduktiv. Zuerst muss die störungsfreie Umleitung für den Öffi geplant werden, was dann noch übrig bleibt, kann dem Autoverkehr zu gute kommen. Nur ein großräumige Umleitung des Autoverkehrs ist ein starkes Signal pro Öffentlichen Verkehr.

Und weil wir gerade beim Schulende sind: Herr Peer, setzen, fünf.

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