Nächste Baustelle für FußgängerInnen und RadfahrerInnen



Beim neu entstehenden Q-West (wo auch das 5te Gymnasium hinein soll) wird gebaut und gebaut. Direkt bei der Baustelle gibt es für FußgängerInnen und RadfahrerInnen einen ausreichend geschützten Bereich durch die Betonsteher (Jersey-Wände). Ein paar Meter weiter westlich sieht es ganz anders aus.
Das gehört aber auch zur Baustelle Q-West (Leitungsarbeiten unter dem Radweg) und muss schleunigst geändert werden. Nebst der nicht gültigen "Schiebestrecke für Radfahrer" müssen sich FußgängerInnen und RadfahrerInnen einen viel zu schmalen baustellenbedingten Weg teilen, der zudem durch die Absperrgitter noch einmal verkleinert wird. Auf eine andere Route ausweichen, ist zwar machbar, bedarf aber einiger Ortskenntnis, denn die mögliche Ausweichroute für RadfahrerInnen ist nämlich ebenfalls baustellenbedingt gesperrt (beim Spechtenhauserareal, da entsteht ein neuer Wohnblock).
Die Sperre des Radweges beim Spechtenhauserareal führt zu einer hohe Frequenz an RadfahrerInnen beim am Foto zu sehenden schmalen Stück. Die Leitungsarbeiten für das Q-West sind in diesem Bereich abgeschlossen, sodass der Wiederherstellung des Radweges nichts im Wege steht - außer der Nachlässigkeit.

Nun gibt es doch eine Lösung für die Bruneckerkreuzung

Tatsächlich fanden die Zuständigen eine Lösung für den Radweg unter dem Viaduktbogen bei der Bruneckerkreuzung. Der motorisiert Verkehr rückt mehr zusammen, sodass ein 2,25 m Streifen für die FußgängerInnen und RadfahrerInnen reserviert werden kann. Geht doch.

Das einzig nervige bei der Sache ist die Argumentation des Stadtrats Peer. Wenn er zu viel dem Autoverkehr weg nähme, dann stehe der Öffentliche Verkehr im Stau. Naja, dafür gäbe es eine einfache Lösung - die Busspur. Auf dieser Achse, wo z.B. die Linie O im ca. 7 Minuten-Takt (zu Stoßzeiten gar im 3 Minuten-Takt) daher kommt und auch andere Linien unter dem Viaduktbogen durch müssen, eine mögliche Variante, um den Öffentlichen Verkehr nicht durch PKW-Verkehr zu behindern.

Aber lieber werden in Peer'schem Denken die FußgängerInnen, RadfahrerInnen und Öffi-FahrerInnen verärgert als einE PKW-FahrerIn.

Bruneckerkreuzung - was passiert nach der Totalsperre



Die Bruneckerkreuzung in Innsbruck ist derzeit für den Bau der Straßenbahn/Regionalbahn gesperrt. Sämtliche Leitungen und die notwendigen Gleise werden neu verlegt. Die großräumige Umleitung des PKW-Verkehrs wurde nicht umgesetzt (diese war nämlich vorhanden), sodass der Öffentliche Verkehr mit dem PKW-Verkehr im Stau kuscheln darf. Ziemlich ärgerlich für alle, die die Busse verwenden. Am Besten kommt man zu Fuß oder mit dem Fahrrad voran.

Mitte September sind die Bauarbeiten fürs Erste abgeschlossen. Im Peer'schen Sinne bekommt der Autoverkehr dann wieder genug Platz. Nur die RadfahrerInnen haben das Nachsehen. Da eine neue Fußwegverbindung unter dem Viaduktbogen gebaut wird (über den Winter) wird der südliche Radweg einfach gesperrt und für den Fußverkehr freigegeben. Dieser Radweg ist aber DIE Verbindung nach Pradl. Und wer die Kreuzung kennt, weiß, wie froh man als RadfahrerIn ist, den Radweg zu haben. Die AutofahrerInnen drängen in diesem Bereich dermaßen, dass man sich, nicht ohne Grund, sehr bedroht fühlt. Während des Baus des neuen Durchstichs sollen die RadfahrerInnen nun im Autoverkehr mitfahren. Das ist untragbar.

Anstatt den Autoverkehr auf eine Spur zu kanalisieren, um einen Radweg freizubekommen, schickt Stadtrat Peer den Radverkehr in eine äußerst gefährliche Situation hinein. Und immer wieder schafft es Stadtrat Peer in seiner Argumentation den Öffentlichen Verkehr gegen den Radverkehr auszuspielen und den Autoverkehr unangetastet zu lassen. Als nächstes kommt wahrscheinlich, dass wenn der Radverkehr seine Spur bekommen sollte, der Fußverkehr auf der Strecke bleiben werde. Und das sei doch nicht im Sinne der Grünen.

Schöne Konstruktion der Argumentation, aber sehr leicht durchschaubar.

Unterführung für FußgängerInnen beim Lahntalweg

Der Lahntalweg liegt im Stadtteil Allerheiligen. Jahrzehntelang gingen die FußgängerInnen über die Gleise der Mittenwaldbahn, die genau dort einen Querung für die Menschen vorsah. Die herannahenden Züge mussten jedesmal pfeifen, wenn sie sich der Querung näherten. Was früher kein Problem war, wuchs in den Jahren zu einem heran. Die Zugfrequenz stieg stetig an und auch die Pfeifsignale nahmen zu, vor allem in der Nacht. Das das nervt, ist klar und die AnrainerInnen beschwerten sich auch dementsprechend.
Die Reaktion des Verkehrsstadtrates war die überfallsartige Sperre des wichtigen Fußweges, der als DIE Verbindung zu Nahversorgung und Öffentlichem Verkehr gilt. Erst nach der Sperre begannen die mühsamen Verhandlungen mit der ÖBB, die Budgetierung der Kostenbeteiligung und der ausverhandelte Bau einer Unterführung (die ÖBB ließ nur die teure Variante "Unterführung" zu, andere Querungen sind nicht mehr zulässig). Diese Unterführung ist nun im Herbst fertig und die Menschen können wieder ohne große Umwege zu den Versorgungseinrichtungen.



Grüner Innenhof versus Tiefgarage


Seit längerem schon kämpfen wir gemeinsam mit MieterInnen des Mozartblocks in Saggen für den Erhalt eines wunderschönen Innenhofes mit großen Bäumen. Die Wohnbaugesellschaft will um 1 Stockwerk erweitern (40 Wohnungen) und zeitgleich den Innenhof für eine Tiefgarage (80 Plätze) ruinieren. Für die Tiefgarage würden die schönen alten und großen Bäume geopfert und ein paar Alibibäumchen nachgepflanzt werden, die aufgrund des fehlenden Erdreichs in ihrem Wachstum stehen bleiben werden.

Vor ein paar Tagen war nun die Bauverhandlung, zu der die MieterInnen keinen Zugang hatten. Gespräche wurden einfach verweigert. Die Baugesellschaft braucht auch gar nicht mit den engagierten Menschen, die die großen Bäume erhalten wollen, reden. MieterInnen haben nämlich nichts mitzureden. Sie braucht auch keine Angst zu haben, dass die Tiefgarage leer stehen würde. Die 40 neuen Wohnungseigentümer müssen sowieso einen Tiefgaragenplatz nehmen und die restlichen 40 Stück verteilen sich auf die MieterInnen, deren Parkbewilligungen am frühesten auslaufen. Mit Tiefgarage im Haus gibts keine AnwohnerInnenparkkarte. Glücklich können sich jene MieterInnen schätzen, die gar kein Auto haben und es auch nicht für notwendig erachten, eines zu besitzen. Sie ersparen sich die Kosten für die Tiefgarage. Aber auch ihnen wird der Innenhof kaputt gemacht.

Der Mozartblock und auch alle angrenzenden Blockverbauungen im Saggen sind infrastrukturell bestens erschlossen. Geschäfte für die Nahversorgung und Straßenbahn bzw. Busse queren den Saggen und führen in die Innenstadt. Am Rennweg ist der Anschluss an die Regionallinien für das Umland. Saggen liegt ja nicht im Nirgendwo, wo es keine Geschäfte und keinen öffentlichen Verkehr gibt. Und trotzdem folgt die Stadtplanung der Autologik, dass pro Wohnung ein Autoabstellplatz unterirdisch geschaffen werden muss (und wenn schon gegraben wird, gleich noch ein paar mehr).

Es braucht ein Umdenken. Viel zu viele Innenhöfe wurden für Tiefgaragen zerstört oder so wie früher, einfach niederplaniert und oberirdisch Autoabstellplätze geschaffen. Ist die Karre das wirklich alles wert?

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