Das liebe Fahrrad und was dazu in der STVO steht

Zuerst einmal möchte ich mich herzlich bedanken für die vielen Gratulationen zu meiner Wahl. Da jedoch das Leben weitergeht, wühl ich gerade in der STVO herum und stolperte über einen lustigen Absatz:

§ 68. Verhalten der Radfahrer
Gegenstände die am Anzeigen der Fahrtrichungsänderung hindern oder die freie Sicht oder die Bewegungsfreiheit des Radfahrers beeinträchtigen oder Personen gefährden oder Sachen beschädigen können, wie zum Beispiel ungeschützte Sägen oder Sensen, geöffnete Schirme und dgl., dürfen am Fahrrad nicht mitgeführt werden.

Die Sägen und Sensen find ich lustig. Hat schon jemals jemanden damit herumradln sehen?

Ich kandidiere

2006 kandidierte ich das erste Mal für die Innsbrucker Grünen. Nun bewerbe ich mich als Spitzenkandidatin für die Wahl 2012. Mein ureigenster Grund, warum ich antrete, ist mein Sohn Matthias. Ich habe den Auftrag bekommen, die „Drüberhetzampeln“ (© Matthias) so zu ändern, dass auch Kinder gemütlich die Straße queren können.

Mein Matthias ist sowieso meine innere Antriebsfeder und einer meiner besten Berater. Achtsam sein, Verantwortung übernehmen und miteinander Lösungen finden ebnet der nächsten Generation den Weg für eine gesunde Umwelt, für soziale Sicherheit und für Gerechtigkeit.

Bekannt bin ich im unermüdlichen Einsatz für Alle, die zu Fuß gehen, Rad fahren oder mit Bus und Straßenbahn unterwegs sind. Ich möchte den Platz wieder für Menschen zurückgewinnen, für ein gemeinsames Miteinander. Das hat seinen Grund. Ich bin davon überzeugt, dass Mobilität eine zutiefst soziale Frage ist. Jede und Jeder von uns, ob jung, ob alt, ob groß oder klein, soll die Möglichkeit haben, von A nach B zu kommen, unabhängig von der Geldtasche und frei von Barrieren. Wir brauchen schlicht und einfach mehr Platz - Platz fürs Quatschen und Tratschen, für Parkbänke zum Ausruhen, für Bäume.

Miteinander fair sein und respektvoll miteinander umgehen, ist für mich das Um und Auf, Integration der verschiedensten Menschen mit ihren unterschiedlichsten Bedürfnissen zu erreichen. Auf der Straße, in unseren Schulen, beim Wohnen. Ich will kein „Nach-unten-Treten“ und „drüberfahren“, das macht uns nur alle ärmer. Daher gilt mein Einsatz den Menschen, die wenig Möglichkeit haben, ihre Stimme lautstark zu erheben.

Wir benötigen neue Bilder in unseren Köpfen. Und wir müssen uns stetig die Frage stellen: Was brauchen wir jetzt und was braucht die nächste Generation? Wir müssen verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgehen, wir brauchen faire Teilhabe und gerechte Verteilung.

Machen wir Innsbruck ein Stück grüner.

SPÖ will Straßenbahnbau stoppen

Im gestrigen Gemeinderat ging es heiß her. Die SPÖ will unbedingt den Straßenbahnbau stoppen und die letzten 6 Monate vor der Wahl keinen Meter Gleis mehr verlegen. Um den Kanalbau kommen sie nicht rum. Das muss die IKB machen, weil a) Wasserrahmenrichtlinie einzuhalten ist und b) Starkregenereignisse zunehmen. Die Innenstadtkanäle sind aber aufgrund ihres Alters (bereits 100 Jahre) nicht auf starke Regengüsse ausgelegt.

An der Gleisverlegung sägt die SPÖ. Ich habe ja schwer im Verdacht, dass die SPÖ die Gleisverlegungen deswegen stoppen will, weil bereits im Budget 2012 zwei Millionen Euro für die Graßmayrkreuzung vorgesehen sind. Und sie erdreistet sich nicht, auch noch öffentlich einen Antrag im gestrigen Gemeinderat zu stellen. Die SPÖ hat sich somit klar ins Eck der Autolobby gestellt. Sie steht für Stau, Abgase und Lärm.



Doppelklick auf das Bild, dann wird es größer.

Baustellen sind nicht angenehm. Daher müssen sie so schnell und effizient als möglich durchgezogen werden, um den InnsbruckerInnen nicht ewig auf den Nerv zu gehen. Die SPÖ will verzögern und verzögern. Mehr denn je braucht es die Grünen, um die Straßenbahn auf Schiene zu bringen.

Viaduktradweg: Es ist vollbracht



Endlich. Ich danke allen, die mitgeholfen haben.

Die Kleingeistigkeit der SPÖ kostet Millionen

Schon wieder will die SPÖ den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs verzögern. Da sie es nicht so laut sagen darf, verwendet sie als neue Strategie den Kanalausbau in unserer Stadt. Die Baustellen, ojemine, sind so furchtbar. Die armen AutofahrerInnen stehen im Stau. Das kostet WählerInnenstimmen. Daher dürfe während der 6 Monate vor der Wahl keine Kanalbauten mehr geben. Dass das im Umkehrschluss heißt, dass auch die neue Straßenbahn gestoppt wird, wird nicht dazugesagt.

Bereits Ex-Stadtrat Peer verzögerte den Bau um ein ganzes Jahr durch Aufpauschen von Nebensächlichkeiten. Nun macht sich Stadträtin Pokorny daran, weiter an der Straßenbahn zu sägen. Das kostet Millionen an Steuergeldern.

Aber ist ja wurscht. Die erste Tranche für den Ausbau der Graßmayrkreuzung ist im Budget gesichert. Dafür hat sich Stadträtin Pokorny für ihr Ressort Tiefbau stark gemacht. Ein Hurra auf den Ausbau der Straßen zur Beschleunigung des Autoverkehrs. Damit kann die SPÖ während des Wahlkampfs die AutofahrerInnen locken à la: Schaut's, was wir alles für euch tun. Dass die Leute im Öffentlichen Verkehr versauern, ist der SPÖ egal.

Mindestsicherung: Innsbruck zückt die Vetokarte

Die Bürgermeisterin hat den Konsultationsmechanismus ausgelöst. Das ist eine Art Vetokarte gegenüber dem Land Tirol, mit dem der Beschluss zur Mindestsicherung aufgeschoben wird. Es geht um's liebe Geld. Alle anderen Gründe sind für mich nur Scheingefechte. ZB. empört sich die Bürgermeisterin über Jugendliche. Wenn Kids vor dem 18 Lebensjahr eine Ausbildung begonnen haben, dürften sie, nach der neuen Regelung, diese auch in Ruhe beenden und hätten Anspruch auf Mindestsicherung, da ja noch kein eigenes Einkommen da ist. Das ist gut so. Schließlich haben sie schon genug Stress, wenn sie ein desolates Elternhaus verlassen und eine abgeschlossene Ausbildung schützt wenigstens ein bisschen vor dem Absturz. Sie nehmen ihr Leben in die Hand und bauen sich ein neues auf. Hut ab und das gehört unterstützt. Wenn ich nun der Logik der Wirtschaftsbundpartei "Für Innsbruck" folge, dann gehören Kids, die es wagen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, bestraft. So bösartig kann ja selbst die Bürgermeisterin nicht sein.
Das liebe Geld ist schon ein anderer Faktor. Innsbruck trägt die Hauptverantwortung für in Not geratene Menschen. In der Anonymität einer größeren Stadt fällt es etwas leichter, den beschämenden Blicken, wie es sie in Dorf und Kleinstädten gibt, auszuweichen. Die Scheinidylle des ländlichen Lebens bedingt Abwanderung bei Armut. Auch wir Grünen wollen mehr finanzielle Beteiligung des Landes Tirol. Dem "grauen" Finanzausgleich (versteckte Entlastungen der Gemeinden und Kleinstädte auf Kosten der Landeshauptstadt) muss ein Riegel vorgeschoben werden. Allerdings darf der Streit um mehr Geld nicht auf dem Rücken der in Not geratenen Menschen ausgetragen werden. Da braucht es einen anderen Mechanismus. Das heißt, sofortige Einführung der Mindestsicherung und Mandat für Nachverhandlungen sichern.

Finanzierung Öffentlicher Verkehr - Geht's no komplizierter?

Ich wünsche mir schon lange einen günstigeren Tarif beim Öffentlichen Verkehr. Und da hab ich mich auf die Socken gemacht, mal zu schauen, wie der überhaupt finanziert wird. Die vielen Geldgeber in diesem System sind ja sagenhaft. Und genau das verhindert einen günstigeren Tarif, von gratis red ich noch gar nicht. Weil, wenn ein Verkehrsunternehmen wie zB. die IVB auf politischen Wunsch hin hergehen und das Einzelticket um 1 Euro anbieten würde, schreien die Ministerien sofort: Ja, wenn ihr euch das leisten könnt, dann gibt's von uns kein Geld mehr. Ich seh das etwas anders. Wenn der liebe Staat es sich leisten kann, Geldströme so kompliziert zu verschachteln und den Verwaltungsapparat aufzublasen, muss genug Geld da sein.



Vizebürgermeister Grubers soziale Einstellung

Vizebürgermeister Gruber, Ressortverantwortlich für Soziales, rühmt sich, die Kürzungen bei der Mindestsicherung bei "Arbeitsunwilligkeit" von 30 auf 50 % durchgesetzt zu haben. Große Leistung, wahrlich.
Aber was soll man sich von einem Tiwag-Lobbyisten (ehemaliger Arbeitgeber hofherr communication) schon erwarten. Es gäbe genug Baustellen beim Mindestsicherungsgesetz, um die er sich kümmern sollte.
Zum Beispiel die schwachsinnige Sanktion beim Wohnraum. Wohnen ist eine Grundvoraussetzung, dass man sich überhaupt wieder herausrappeln kann. Nun stehen MindestsicherungsbezieherInnen sage und schreibe 40 m2 zur Verfügung. Die Wohnbauförderungsrichtlinien sehen pro Nase 50 m2 vor. Stadt und Land schießen sich mit dieser Sanktion selbst ins Knie, weil im geförderten Wohnbau (wo zB. die Stadt Innsbruck im sozialen Wohnbau das Vergaberecht hat) keine kleineren Wohnungen zur Verfügung stehen. MindestsicherungsbezieherInnen werden auf den freien Wohnungsmarkt gedrängt. Dadurch entstehen höhere Kosten, die wiederum den MindestsicherungsbezieherInnen um die Ohren fliegen, weil sie ja ach so unverschämt sind.
Auch das Rehabilitationsgesetz ist nun Teil des Mindestsicherungsgesetzes und somit trifft die Wohnungssanktion Menschen mit Behinderung. Nun sagt einem der Hausverstand, dass zB. Mensch mit Rollstuhl einen größeren Bewegungsradius in der Wohnung hat, als Mensch auf 2 Beinen. Aber das ist alles wurscht. Sanktion muss her, weil sonst kämen ja jedeR daher.

Barrieren in Alltag - Unterführung Mentlberg/Sieglanger


Zu Fuß, mit Kinderwagen oder mit einer Gehbehinderung von Mentlberg in die Stadt zu kommen, ist eine Herausforderung. Die bestehende Unterführung, mit der einerseits Sieglanger, andererseits Mentlberg erschlossen ist, ist jenseitig. Steile Stufen, eng, abweisend und in keinster Weise barrierefrei. Für Menschen mit Rollstuhl ist's ein unüberwindbares Hindernis.
Nun hab ich vor mehr als einem Jahr einen Prüfantrag gestellt, wie denn diese Unterführung barrierefrei umgebaut werden könnte. Die Stellungnahme ist haarsträubend: Es wäre ein Neubau und dafür hat die Stadt kein Geld.
Nonanet ist's ein Neubau und klar kostet das. Aber wieviel Geld gibt die Stadt gemeinsam mit Land Tirol in den nächsten Jahren für den barrierefreien Anschluss Zentrum bzw. der Untertunnelung der Graßmayrkreuzung für den Autoverkehr aus? 40 Millionen.Tja, AutofahrerIn muss man sein, dann braucht man nicht über Stiegen zu rumpeln.
Bei den Budgetvorverhandlungen, bei denen wir Grünen unsere Wünsche anbringen dürfen, bekam ich von Bürgermeisterin Christine Oppitz die lapidare Antwort, RollstuhlfahrerInnen können ja mit dem Auto oder dem Bus in die Stadt fahren. Äh, hat die Bürgermeisterin schon einmal jemanden geholfen, den Rollstuhl aus dem Auto rein- und rauszubringen? Ich glaube nein. Und hat die Bürgermeisterin schon einmal die entnervten BusfahrerInnen (weil eh schon viel zu spät, weil Autostau) gesehen, die die Rampe ausfahren müssen? Ich glaube nein.
Um wie viel selbstbestimmter könnten Menschen von A nach B gelangen, wenn Barrierefreiheit nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch konsequent umgesetzt würde.
Nebstbei nützt eine barrierefreie Unterführung Mentlberg/Sieglanger allen BewohnerInnen und BesucherInnen dieser 2 Stadtteile. Ein zeitgemäßer Umbau der Unterführung ist dringend notwendig.

So schnell kann's gehen - SPÖ-Chef Gschwentner und der Piz Val Gronda

Interessant, wie SPÖ-Chef Gschwentner sich dreht und wendet. Noch am 14.10. ließ er über die Tiroler Tageszeitung dem Landesumweltanwalt zwischen den Zeilen ausrichten, sein Engagement zurückzufahren:

"Ungewöhnlich heftige Kritik an Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer teilt in diesem Zusammenhang das für Naturschutz zuständige Regierungsmitglied LHStv. Hannes Gschwentner aus: „Es hat den Anschein, dass er seine Energie ausschließlich in dieses Projekt steckt. Der Verdacht liegt nahe, dass er den Weg der Sachlichkeit verlassen hat.“

Und was liest man heute, 8.11., in der TT:

"Kein Verständnis hat Naturschutz- und Umweltreferent Hannes Gschwentner für die heftige Kritik aus Ischgl nach der neuerlichen Ablehnung der Erschließung des Piz Val Gronda. „Auch wenn es ihnen nicht passt: Über den Naturschutz kann man nicht einfach drüberfahren, er zählt schon noch etwas im Land", betont Gschwentner."

Aha. Jetzt doch wieder. Es scheint, dass die Landes-SPÖ gleich tickt wie die Stadt-SPÖ. Auch hier heißts einmal hü und einmal hott, sogar in der gleichen Debatte. Mich freuts natürlich, dass die Berglandschaft geschützt wird. Ischgl wird nicht sterben, nur weil sie die 2 Kilometer neuen Lift nicht bekommen. Die bereits bestehenden 235 Kilometer sind wohl ausreichend.

Wie sich die SPÖ allerdings dreht und wendet, ist schon erstaunlich.

Grüne Vernetzung wichtig



Bei Johann Padutsch in Salzburg

2x im Jahr treffen sich Stadtgrüne mit Schwerpunkt Mobilität in Salzburg. Mit dabei sind immer Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Graz und Wien (Linz ist leider seit der letzten Wahl nicht mehr dabei. Mit Jürgen Himmelbauer verlor unser Vernetzungstreffen einen kompetenten Mobilitätsexperten).
Vor allem in Salzburg und Graz sieht man, was grüne Regierungsbeteiligung im Bereich der Mobilität für Verbesserungen bringt. In Graz entsteht Shared Space (auch Begegnungszone) genannt. Der Experte, der auch Gleinstetten (vielleicht bekannt aus den Medien) begleitet und umgesetzt hat, war bei unserem letzten Treffen dabei und plauderte aus dem Nähkästchen. Was ist gut gelaufen, was war schwierig, wie wird die neue Straße in Gleinstetten von den Menschen angenommen. Im Mittelpunkt von Shared Space steht immer der Mensch und daran wird die Planung ausgerichtet. Nebstbei wird an einem Wohnprojekt gebastelt, das die leidige Stellplatzverordnung außer Kraft setzen will.
In Salzburg selbst gab es helle Aufregung ob der Wünsche der Stadtbus AG, die der grüne Planungsstadtrat Johann Padutsch aufgemuntert hat, zusammenzuschreiben, wie der Öffentliche Verkehr effizient, pünktlich und zuverlässig durch Salzburg Stadt zu bringen ist. Die Busse stehen im Autostau (so wie in Innsbruck) und kommen nicht vom Fleck. Als erste Maßnahme werden 8 neue Busspuren eingerichtet und die Ampeln auf die Bedürfnisse der Fahrgäste umgestellt, damit keine Verspätungen mehr bei Ampeln angehäuft werden.
In Salzburg gibt es, nebst einen Radverkehrsbeauftragten, der über ein eigenes Budget verfügt und nicht so wie bei uns, eine Bittstellerrolle hat, auch einen Fußverkehrsbeauftragten. Sein erstes Projekt ist das Andräviertel, wo mit BürgerInnen vor Ort abgecheckt wird, was FußgängerInnen brauchen. Ziel ist, die Fußverkehrsstruktur zu verbessern.

Grüne Regierungsbeteiligung bringt's. Und Mobilität ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was Grüne für die Menschen umsetzen.

Am Montag wird gepinselt - Viaduktradweg



Nun ist mein Antrag auf Errichtung des Radwegs bereits in der Abteilung "Aufpinseln". So das Wetter mitspielt, wird am Montag der Radweg mit Radübergang von der Museumstraße zum Viadukt Realität.
Heute bekam ich auch die Strafverfügung für unsre erste, nicht angemeldete, Sperraktion für RadfahrerInnen. Ich find, es hat sich gelohnt.

Landhausplatz II

Ich hab ordentlich Schelte bekommen, dass ich nicht die bösen ArchitektInnen im Visier habe, sondern das unausgesprochene Diktat, das PolitikerInnen bei der Gestaltung von öffentlichen Plätzen mittransportieren. Nicola Weber trifft es punktgenau (Mole03, S.13):

"Wenn PolitikerInnen und InverstorInnen von Urbanität sprechen, meinen sie meist einen geplanten und kalkulierten Stadtraum, durch den sich BewohnerInnen und BesucherInnen auf vorgegebenen Pfaden bewegen und organisierte Erlebnisse verabreicht bekommen. Abweichungen sollen möglichst ausgeschlossen werden. In erster Linie wird der/die StadtbenutzerIn als KonsumentIn eingeplant, der Stadtraum wird damit zum kontrollierten Konsumraum und Urbanistät zum Marketinginstrument."

Dazu passt auch der Wunsch von Bürgermeisterin Christine Oppitz, alle unliebsamen Veranstaltungen aus der Maria-Theresien-Straße (= Prachtstraße) zu verbannen. Was "unliebsam" ist, will sie definieren und was in die Prachtstraße passt, bestimmt der Law-and-Order-Wahn der schönen neuen Welt, dem auch die Bürgermeisterin nachläuft. Das gleiche wird am Landhausplatz passieren - schön brav sein, konsumieren, vorgesetzte Events genießen und dann, bitte schön, wieder geordnet verschwinden.

Und um genau das geht es mir. WAS wird produziert, das WIE ist nur die Folge von was.


Übrigens, die neue Mole03 ist wie immer lesenswert.

Bus und Tram versauern im Stau


Die Autobusse der IVB und VVT quälen sich Meter für Meter mühsam durch den Autostau am Innrain. Die PKWs blockieren die Kreuzung Innrain/Bürgerstraße und stoppen so auch den Öffentlichen Verkehr.
Nachdem beim Umbau der Bruneckerkreuzung der Öffentliche Verkehr zum Stillstand gebracht wurde, gab es doch auf Grüne Initiative hin einen Beschluss des Stadtsenats: Nämlich, zukünftig großräumige Umleitungen für den Autoverkehr durchzuführen, um den öffentlichen Verkehr konsequent zu bevorzugen. Das war im August 2010. Die SPÖ–Verkehrspolitik erhielt damals die rote Karte und der Verkehrsstadtrat den Auftrag, bei den nächsten Umbauarbeiten für die Regionalbahn gefälligst den Autoverkehr so zu leiten, dass die Busse und Straßenbahnen freie Fahrt haben.
Weit und breit ist bei den jetzigen Bauarbeiten von einem Freihalten für Busse und Straßenbahnen nichts zu sehen. Der Stadtsenatsbeschluss ist sofort umzusetzen. Denn IVB und VVT pfeifen aus dem letzten Loch, um mit zusätzlichen Personal und Bussen die Verspätungen aufzufangen - Kosten, die wir alle zu tragen haben. Der Ärger der Fahrgäste ist verständlich. Denn ein effizienter Einsatz der Steuergelder und der Fahrkartengelder muss Vorrang vor kleinkarierter Verkehrspolitik haben.


Städtische Mühlen mahlen langsam - Radweg Viadukt

Ich bitte um etwas Geduld bei der tatsächlichen Umsetzung des Radwegs beim Viaduktbogen / Bruneckerkreuzung. Denn, der Weg eines angenommenen Antrags im Gemeinderat ist verschlungen. Zuerst bekommt man die Bestätigung der Annahme im Gemeinderat. Dann bekommt diese Bestätigung der Chef des zuständigen Amtes, in dem Fall die Verkehrsplanung. Ein weiteres dann leitet der Chef den Antrag an den Zuständigen, sodass sich dieser den Kopf zerbreche, wie denn der Antrag umgesetzt werden könne. Ist eine Lösung gefunden, folgt das nächste dann. Es braucht eine Bestätigung der Verkehrsbehörde, ob die Lösung auch juristisch korrekt sei. Und erst ganz ganz zum Schluss, wenn alles seine Richtigkeit hat, darf ein Bediensteter des Bauhofs mit dem Pinsel ausrücken, um den Inhalt des angenommenen Antrags sichtbar werden zu lassen.

Und da ich ob der vielen danns Bescheid weiß, bin ich unglaublich lästig, damit ja kein dann eine längere Verzögerung mit sich bringe.

Was für eigenartige Bilder haben wir in unseren Köpfen

In der heutigen TT steht auf Seite 1 zum Tiroler Mindestsicherungsgesetz: "Arbeitswille muss da sein", ansonsten drohen Kürzungen des Bezugs. Soziallandesrat Reheis wollte nur 30%, Gemeindeverband und Stadt Innsbruck forderten 50% und setzten sich durch.
Als ehemalige Kammerrätin kenne ich die Ansuchen beim AK-Sozialfonds. Die Menschen, die um Unterstützung ansuchen, sind am Ende. Da spielt sich nicht mehr viel mit Arbeiten. Sie sind krank. Wer den Leuten die paar Euros neidig ist, soll auch ihre Krankheit nehmen.
Wenn es nämlich so lustig wäre, um Mindestsicherung anzusuchen und sich beschämen zu lassen, dann müssten doch Schlangen vor den Sozialämtern stehen. Es gibt aber keine Schlangen vor den Ämtern.

Im Jahr 2009 bezogen 11.300 Menschen (= 1,6% der Tiroler Bevölkerung) Grundsicherung. Anspruch hätten mehr, z.B. MindestpensionistInnen. Sie schämen sich, nicht aus eigener Kraft den Lebensunterhalt bestreiten zu können und gfretten sich lieber Monat für Monat durch, anstatt "der Gesellschaft zur Last zu fallen".

Und, Arbeitswille ist ja gut und recht. Aber schauen wir uns mal die Arbeitslosenzahlen an und die offenen Stellen (Österreich Juni 2010: 212.000 Gemeldete zu 34.000 offenen Stellen). Da wünsche ich dem Sozialamt viel Erfolg bei der Vermittlung von Arbeitsstellen.

Und wer eine sicheren Arbeitsplatz (Verwaltungsbeamter) im Sozialamt hat, soll nicht auf andere herunterschauen und Unwilligkeit unterstellen. Und selbst wenn 1 Promille der Unterstützten "unwillig" sein sollte, können wir uns das wirklich nicht leisten? Für welchen Blödsinn gibt denn zb. die Landesregierung Geld aus: 1,5 Millionen Euro für neue Büros des Herrn Platter und des Herrn Switak - für 2 Leute!

Die Bilder in unseren Köpfen sind konstruiert, genial konstruiert von den Rechten unter Zuhilfenahme von ÖVP und SPÖ. Schmeißen wir diese Bilder raus.

Landhausplatz und was die Grünen damit zu tun haben

Viel und wenig zugleich. 2 der 4 Landtagsabgeordneten stimmten dafür, die Innsbrucker Grünen hatten gar nix zu melden. Der Landhausplatz gehört dem Land Tirol, weswegen die Stadt in die Neugestaltung gar nicht eingebunden wurde.
Es wäre nun ein Leichtes, den Neubau in Grund und Boden zu stampfen und über die bösen ArchitektInnen zu schimpfen. Das ist mir zu einfach. Der eigentliche Grund, warum unsere Plätze so aussehen wie sie sind, hat mit der Ausschreibung zu tun. In der Ausschreibung stehen alle Kriterien, die unterzubringen sind. Aufmarschplatz, kein Rühren an der Tiefgarageneinfahrt, sämtlich verstreuten Denkmäler unterbringen, ja keine Büsche zwecks Versteckmöglichkeiten für unliebsame Menschen und Kontrollierbarkeit bis ins letzte Eck. Da steckt ein Kontrollwahn drinnen, den niemand beachtet.
Wenn sich nun ein Architektenteam nicht an die Ausschreibungskriterien hält, kommt die Idee nicht einmal bis zur Jury. Ja, so ist das. Die Idee kann noch so gut sein, wenn die Kriterien nicht erfüllt sind, dann scheidet das Team automatisch aus. Es wird nicht einmal darüber diskutiert.
Ich durfte bei der Jurysitzung zur Maria-Theresien-Straße als nicht stimmberechtigtes Mitglied dabei sein. Meine Kritik, dass bei den Ausschreibungskriterien nur Mittelmäßigkeit herauskommen kann, wurde sofort vom Tisch gewischt. Wir sehen ja, was rausgekommen ist. Dabei war der Gestaltungsvorschlag, der nun in der Resi umgesetzt wurde, noch der beste von allen, die es bis zur Jury überhaupt geschafft haben. Alle anderen Entwürfe, die den Kriterien nicht entsprochen haben, bekam ich nie zu sehen.

Bei der Ausschreibung müssen wir ansetzen. Da liegt der Hebel drinn, der gute Ideen nicht aufkommen lässt und jegliche Kreativität, die den Verantwortlichen nicht passt, von vornherein ausschließt. ArchitektInnen schimpfen, nein, den Verantwortlichen auf die Finger schauen, ja. Und da müssen wir Grünen uns selbst bei der Nase nehmen. Auch wir haben nicht darauf geschaut und lieber den einfachen Weg gewählt und im Nachhinein über mangelndes Grün und Beton gemotschgert. Wo aber die Machtdemonstration definiert wird, ignorierten wir geflissentlich.

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