Nebenwehen und Lobbyismus I.

Die CrossBorderLeasing-Geschäfte haben so ihre Nebenwehen. Es stand ja schon groß in der Zeitung, dass die Stadt Innsbruck eine Haftung für die IKB übernehmen soll. Um was geht es eigentlich genau?
Die IKB, in CrossBorderLeasing-Geschäfte involviert, muss den ausstehenden Rückkaufwert bar bei einem Rückversicherer deponieren. Dort liegt jetzt an Haufen Geld, das schlecht verzinst ist. So weit, so gut.
Nun will die IKB das Bargeld gern wieder haben, um es einerseits besser verzinst anzulegen und andererseits Investitionen tätigen zu können. Das geht aber nur, wenn jemand anderer die Haftung übernimmt. Das soll nun die Stadt Innsbruck sein, weil die eine gute Bonität hat (übrigens bis zum Jahr 2032).
Die IKB versüßt der Stadt das Geschäft mit der Garantie, dass es kein theoretisch Risiko gäbe und die IKB immer fähig sein werde, den Rückkaufwert zu bedienen. Jaja, das mit dem theoretischen Risiko haben in den letzten Jahren viele Banker verklickert. In der Theorie mag vieles stimmen, was in der Praxis in die Hosen gehen kann.
Es ist ein erkleckliches Sümmchen, für das die InnsbruckerInnen gerade stehen sollen. Derzeit 65 Mio. Euro. Im Falle der Haftung kann das nicht einmal die Stadt Innsbruck bedienen.
Die SPÖ, zuerst skeptisch, stimmte nun doch wieder zu. Das Argument: Ja bis 2014, um das Klumpenrisiko zu minimieren. Äh, und dann? Nimmt die IKB dann das Sümmchen wieder in die Hand und entlässt die InnsbruckerInnen aus der Haftung? Nein. Ich habe ja schwer im Verdacht, dass die SPÖ nit weiß, was ein Klumpenrisiko ist. Also, das ist das Risiko, das ich eingehe, wenn ich mein ganzes Bares einer Bank für eine Geschichte anvertraue. 2014 läuft der Vertrag mit dem derzeitigen Rückversicherer aus, zur Risikostreuung (es könnt ja doch eine Bank mal den Bach runter gehen) wird dann bei mehreren rückversichert.
Und was hat das ganze mit Lobbyismus zu tun? Bei der IKB mischt die TIWAG ganz gewaltig mit, dh. ÖVP und FI. Man braucht ja nur mal auf http://www.dietiwag.at herumstöbern. Wer sich da aller findet, ist bezeichnend für Tirol.
Wir Grünen sagen zur Haftungsübernahme Nein. Die IKB soll ihr Bargeld lassen, wo es ist, soll 2014 sich auf die Suche nach verschiedenen Rückversicherern machen und das Risiko streuen. Es ist verantwortungslos, den InnsbruckerInnen ein dermaßen unkalkulierbares Geschäft auf's Aug zu drücken.

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