Ortspolizeiliche Verordnung fürs Musizieren?

Das ist wirklich ein lustiger Akt, den ich kommende Woche im Stadtsenat habe. Im letzten Gemeinderat beantragte die Liste Rudi Federspiel, dass Frau Bürgermeisterin einen Entwurf für eine ortspolizeiliche Verordnung erstellen lassen soll, die Qualitätskriterien für den Erhalt einer Genehmigung zum instrumentalen Musizieren auf öffentlichem Gut festschreibt. Alle interessierten Straßenmusikanten sollen sich, sofern kein Abschlusszeugnis einer musikbildnerischen Einrichtung vorweisbar, einer Eignungsprüfung unterziehen. Dafür zuständig sollen die Fachlehrer der städtischen Musikschule sein. Die freuen sich sicherlich riesig. Und was ist eigentlich mit trällern? Darf man falsch singen aber nicht falsch ein Instrument spielen?

Aber um was geht es in dem Antrag wirklich? "Als Musikanten getarnte Bettler" oder "werden zum Ärgernis, zumal die Intention, auch ohne Leistung - gleich einem gewöhnlichen Bettler - Geldspenden zu lukrieren, offenkundig ist" liest man im Antrag. Das scheint dem Tourismusfachmann Federspiel ein Dorn im Auge zu sein. Die Stadt hat hübsch hergerichtet zu sein, ohne störende Nebengeräusche.

Keine Frage, manche Musikdarbietungen sind schauerlich. Da damit wenig bis nichts zu verdienen ist, werden die Straßenmusikanten weiterziehen. Dafür braucht es sicherlich keine ortspolizeiliche Verordnung inklusive Prüfung vor einer Musiklehrerin/einem Musiklehrer.

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