Kinderlärm als Störfaktor

Am Schönblickweg in Arzl steht das Kinderheim Jugendland. Das angrenzende Grundstück soll nun bebaut werden. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Nun verlangt aber der zukünftige Bauherr eine Art Lärmschutzwand, getarnt als Kletterwand. Das Land Tirol (denen gehört das Grundstück) bemüht sich eifrigst, in einer eigenen Reallastvereinbarung mit Präambel zum Kaufvertrag die Lärmschutzwand schön zu reden. Diese getarnte Kletterwand verläuft mitten durch den Spielplatz und wäre 13 Meter lang und 3 Meter hoch.
Hier geht es um Grundsätzliches. Ist Kinderlärm durch Spiel und Spaß ein Störfaktor in unserer Gesellschaft? Offensichtlich Ja. In Deutschland sind schon richtungsweisende Urteile ergangen, dass Kinderlärm bei Spielplätzen "grundsätzlich nicht als Störung angesehen werden könne, der die Brauchbarkeit einer Wohnung vermindere".
Und wie sieht es im sogenannten "familien- und kinderfreundlichsten Bundesland" (das sagen Platter und Co so) aus? Wenn es den zukünftigen Nachbarn stört, dann ziehen wir mitten durch den Freiraum für Kinder eine Wand auf. Bravo. Ich würde das ganze doch umdrehen. Wenn es Erwachsene stört, dann brauchen sie sich dort keine Wohnung zu kaufen. Aber wahrscheinlich hat der Immobilienentwickler was dagegen - könnte ja auf seinen teuren Wohnungen picken bleiben.

Die Kinder- & Jugendanwaltschaft Tirol ist empört. Zurecht. Das Kinderheim steht auf einem als Sonderfläche gewidmeten Grundstück "Kinderheim". Das bedingt viele Kinder. Wenn sich diese nun im Garten austoben wollen, sind sie plötzlich Störfaktoren.

Die Kinder- & Jugendanwaltschaft Tirol hat unsere vollste Unterstützung. Wir werden mit Sicherheit nicht der Umwidmung des zu bebauenden Grundstücks zustimmen, wenn damit die Lärmschutzwand mitten durch den Spielplatz verknüpft sein sollte.


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