Quo vadis Wohnbauförderung

Leistbares Wohnen ist vor allem in Tirol eine dringende Forderung. Die Preise für Mieten und Eigentum klettern in die Höhe. Wenn man sich so die Immobilienseiten durchliest, frage ich mich schon, wer sich das noch leisten kann. Aber nicht nur Tirol ist von hohen Preisen betroffen. Lange Zeit hat die Wohnbauförderung (bezahlt aus den Lohnnebenkosten der ArbeitnehmerInnen) einiges abgefangen. Seitdem aber die Zweckbindung dieser Gelder gefallen ist, spielt sich in jedem Bundesland das Gleiche ab. Plötzlich werden nicht mehr nur Wohnungen gefördert, sondern Einrichtungen für die Allgemeinheit - Bahnhöfe, Kindergärten, Altenheime. Klar, das brauchts auch. Ob dafür allerdings die Gelder der Wohnbauförderung verwendet werden sollen, stelle ich schon in Frage. Interessant ist ja, dass sich nun auch die Wirtschaftskammer darüber aufregt - im speziellen diejenigen Abteilungen, die mit Bau beschäftigt sind. Natürlich haben die Eigeninteressen - ist ja ihre Arbeit. Dass wir leistabere Wohnungen brauchen, stellt hoffentlich aber niemand in Abrede.

Hier ihre Forderungen.

Grund genug für die Bausozialpartner, die Politik wachzurütteln und Maßnahmen für eine neue gesicherte und bedarfsorientierte Wohnbauförderung zu präsentieren.
Gemeinsam mit Wohnbau-ExpertInnen wurde ein Vier-Punkte-Programm erarbeitet:

1. Gesicherte bedarfsorientierte Wohnbauförderung
Eine gesicherte bedarfsorientierte Wohnbauförderung unter Berücksichtigung der prognostizierten Bevölkerungszuwächse ist unumgänglich. Dabei sind energieeffiziente leistbare Normen fortzuführen.

2. Dynamischer Wohnbauförderungsbeitrag durch Indexierung
Die Wohnbauförderung muss an die aktuellen Baunormen und höheren Ansprüche im Bereich Wohnen angepasst werden. Fakt ist, die Basis für den Wohnbau ist durch die Lohnerhöhungen gestiegen – die Wohnbaufördermittel wurden im Gegensatz verringert.

3. Die Wohnbauförderung muss wieder ausschließlich den Wohnbau fördern
Finanzierung der Wohnbeihilfen, Heizkostenzuschüsse und sonstige Geldleistungen sowie vorgeschriebene nicht bauliche Auflagen sind den zuständigen Budgets zuzuordnen.

4. Wohnbauförderungsbeiträge, Bundesmittel und Rückflüsse aus den Länderbudgets in einen „Zukunftsfonds Wohnen” ausgliedern
Wir benötigen gesicherte Fonds in den Ländern, um leistbares Wohnen auch in Zukunft finanzieren zu können.

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