
Gestern ging Südwind wieder an die Öffentlichkeit (vor dem Landesmuseum) und informierte über die Praktiken der Sportbekleidungsindustrie. Hungerlöhne bei den ArbeiterInnen, hohe Gewinne bei den Konzernen. Von ökologischer Produktionsweise braucht man gar nicht reden.
Solange wir Label-verliebt einkaufen, werden die Konzerne uns das gekaufte Glück liefern. Sodala, und jetzt wird es schwierig. Woher bekommen wir fair produzierte Kleidung? Praktisch nirgends. Die Standards der internationalen Firmen sind unter jeder Kritik. Die CEOs werden von Tag zu Tag reicher, die ArbeiterInnen in den Fabriken ärmer. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken sind haarsträubend, gewerkschaftliches Engagement wird mit Entlassung verhindert (war bei uns vor mehr als 100 Jahren nicht viel anders).
Es scheint unlösbar und ein Kampf David gegen Goliath. Doch Südwind hat mit seinen internationalen Aktionen bereits einiges verändern können. Großkonzerne scheuen öffentliche Kritik wie der Teufel das Weihwasser und genau da setzt Südwind an. Je mehr wir uns in unserer satten Welt einsetzen und engagieren, desto mehr Standards können bei den Konzernen durchgedrückt werden. Lebensphilosophie wird es bei den CEOs nie werden. Dafür bräuchte es andere CEOs, die Verantwortung als oberstes Prinzip ihrer Tätigkeit begreifen.
Wir können die Forderungen von Südwind ganz einfach unterstützen - mit Unterschriften. Südwind übernimmt dankeswerterweise die aufwändige Arbeit der Öffentlichkeitsarbeit.

ich wundere mich, dass da wieder nur eine seite aufgezeigt wird. ich habe z.b. ein schirt von puma, dass garantiert fair produziert wird. ja, das ist eine spezielle serie gewesen, aber wenn wir die kaufen, erkennt auch puma das potenzial des fair produzierten! bewusst zu kaufen und nachzufragen finde ich eine bessere unterstützung als eine unterschrift! denn die CEOs kapieren schon, dass sie ein wenig mehr verlangen können, wenn wir dafür fair kaufen können!
AntwortenLöschenPS.: mein lieblingsbeispiel ist da immer die marke apple, wo immer noch viele denken, das sei alternativ...
es braucht beides - bewusstes nachfragen und internationale kampagnen. und auch CEOs erkennen langsam, dass fair produzierte Kleidungsstücke gekauft werden. warum die teurer sind, liegt in der logik der CEOs. Gewinn geht über faire bezahlung. du brauchst dir nur mal anzuschauen, was bei den produzentInnen und arbeiterInnen bleibt, und was im zwischenhandel verbraten wird. und da red ich noch gar nicht von der schlechten bezahlung der verkäuferinnen und verkäufer im einzelhandel bei uns.
AntwortenLöschenIch finde es nur schade, dass du den CEOs dieser welt allgemein unterstellst, soziales denken nicht in ihre lebensphilosophie zu bringen. das finde ich nicht ganz fair, denn der job eines ceo ist es, für das wohl eines unternehmens zu sorgen. wenn sich dann einer traut und anfängt, zumindest eine linie sozial korrekt zu produzieren braucht das sehr viel soziales denken. schliesslich muss er/sie dann alle eigentümer des unternehmens davon überzeugen, dass weniger direkter profit langfristig besser ist. das problem ist also in meinen augen nicht immer der ceo, das problem ist immer der geiz des kunden!
AntwortenLöschenes gibt immer zwei seiten einer medaille, lieber unwählbar. und, wenn du die firmenphilosophie von großkonzernen noch nicht durchschaut hast, dann tut es mir wirlich leid. und ich meine jetzt nicht gute mittelbetriebe, die sozial verantwortliche produktionsketten haben.
AntwortenLöschengleichzeitig gibt es firmen, die rausbrüllen "geiz ist geil". es ist auch eine frage der kommunikation mit den kunden, ob ein produkt das geld wert ist oder ob es darum geht, vorzugaukeln, billig einzukaufen.
ich arbeite in einem sehr großen konzern, wir sind in unserer branche derzeit der zweitgrößte der welt. wir haben ca. 120000 mitarbeiter weltweit, sind also ein großkonzern. wir haben z.b. vergangenes jahr ein werk eröffnet, dass 100% energieautark arbeitet. ausserdem gibt es im konzern einen kodex, der den mitarbeitern einen fairen lohn garantiert. diese neuerungen hat i.ü. unser aktueller ceo selbst eingeführt und sich dadurch sehr wenig freunde gemacht.
AntwortenLöschenmich nervt einfach dieses verallgemeinern und verteufeln aller großen konzerne und wirtschaftsunternehmen. es sind einfach nicht alle gleich und noch weniger sind alle großen konzerne so asozial, wie sie von beinahe allen grünen politikern dargestellt werden!
jetzt hab ich dich gereizt, gell? wo arbeitest denn, klingt nämlich gut.
AntwortenLöschennicht gereizt, genervt! und auch enttäuscht, denn ich hätte dir mehr weitsicht zugetraut! und mehr als einfach nur zu pauschalieren!
AntwortenLöschenoft finde ich deine ansichten sehr gut, manchmal aber auch einfach kurzsichtig und viel zu einfach!
ähm, ich rede über cleanclothes und die bekleidungsindustrie. schwirrst du woanders herum?
AntwortenLöschennö, ich rede darüber, dass auch in der bekleidungsindustrie nicht alle unternehmen gleich sind, auch nicht alle ganz grossen! und über gesamtverteufelungen von großunternehmen, die ich nicht schlicht und einfach kurzsichtig finde!
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