Öffentlichen Verkehr bitte nicht verkomplizieren



Will man viele Fahrgäste, gehört neben Pünktlichkeit, Sauberkeit und Verlässlichkeit, auch Unkompliziertheit dazu. Das Tiroler Zonensystem entspricht dem sicherlich nicht. Außerdem ist es viel zu kleinräumig konzipiert. Für relativ kurze Strecken (zb. Innsbruck - Hall) zahlt man gleich 3 Zonen, obwohl das ja wirklich nicht weit ist.
Betriebswirtschaftlich hat der VVT, der für die Zoneneinteilung verantwortlich ist, schon recht. Je kleiner die Zone desto mehr Einnahmen. Volkswirtschaftlich gesehen ist das aber ein Nonsens. Es ist Zeit, in größeren Zusammenhängen zu denken und zu wirtschaften. Für Tirol genügen eigentlich 4 bis 5 Zonen. Der Öffentliche Verkehr muss einfach zu handhaben, schnell durchschaut und unkompliziert sein. Ansonsten braucht es niemanden zu wundern, dass das Auto verwendet wird.
Das schrägste ist ja, dass wenn Innsbruck durchfahren wird, plötzlich für diese 2 Zonen zu zahlen sind, obwohl man in Innsbruck überhaupt nichts zu tun hat und nicht aussteigt. Die im Bild abgebildete Haltestelle ist die Haltestelle "Völs Ziegelei" und gehört zur Innsbruck-Zone. Wenn ich nun von Völs nach Götzens will muss ich von Völs stadteinwärts zu dieser Haltestelle, die Straße queren und bei der gegenüberliegenden Haltestelle den stadtauswärtsfahrenden Götzner-Bus nehmen. Das ist bereits ein Durchfahren Innsbrucks, dh. 2 Zonen mehr bezahlen. Hä? Das ist kurios und kundInnenfeindlich.
Wir brauchen dringend eine Reform des Zonensystems mit 4 bis 5 Zonen in ganz Tirol.

6 Kommentare:

  1. Gute Sache! Sicher ein wichtiges Thema. Ich frag mich aber, ob das eigentlcih nicht mehr Landes- als Stadtthema ist! Vielleicht solltest du das auch einmal dem Gebi sagen, dass es wichtigere Themen (wie z.b. dieses) gibt, als ständig und eigentlich nur auf politikern anderer fraktionen rumzuhacken!

    Das soll aber nicht bedeuten, dass ich es nicht super finde, dass du dich (auch als Stadtpolitikerin) darum kümmerst, schliesslich sind die INNSBRUCKER Verkehrsbetriebe ja auch ein nicht ganz unbedeutender Teil des VVT und die Pendler aus den Umlandgemeinden auch Teil der Stadt!

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  2. Aber was macht der VVT ,wenn nach einer solchen Vereinfachung möglicherweise 30% mehr Fahrgäste kommen? So schnell wird er mit der Regionalbahnstrecke nicht nachkommen....

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  3. das gehört gut vorbereitet. wenn die zoneneinteilung endlich mal refomiert wird, dann braucht es werbung und natürlich personal und busse.

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  4. Wenn Baltes jetzt behauptet, die Preissteigerungen würden eh nicht voll an die Kunden weitergegeben, dann ist das Blödsinn! Die Preissteigerungen liegen seit Jahren weit über der Inflationsrate:

    1980 kostete ein Einzelticket Stadtverkehr ATS 4,50, ein Einzelticket nach Hall ATS 8,50.
    Umgerechnet in Euro und inflationsbereinigt (VPI 76, + 140%) wären das heute € 0,78 bzw. € 1,48!
    Die Preise haben ich real also verdoppelt!

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  5. Das letzte Beispiel bezieht sich aber aufs Wabensystem des VVT.
    Die Preissteigerungen im ÖV sind generell noch immer v.a. durch die Personalkosten begründet. Man macht es aber auch nicht besser wenn man Personal einspart. Man könnte aber Umläufe einsparen, wenn man den ÖV konsequent bevorrangt.
    Die Energiekosten sind gestiegen (wie in der TT stand: Diesel x 2, Strom x 2,5, über welchen Zeitraum???) - trotzdem sind diese Anteilsmäßig in einem halbwegs gut ausgelasteten Öffi (also ca. 30%, alle Sitzplätze belegt) besser angelegt und für den Einzelnen weitaus billiger.
    Man darf aber nicht vergessen, dass einmal Fahrt mit dem PKW nach Hall bei durchschnittlichem Besetzungsgrad des PKW (noch immer 1,3) 3,2 € kostet (0,42x10km/1,3). Das VVT-Ticket kostet 3,1 €. Insofern passt also etwas nicht in der Preisgestaltung des VVT oder aber man hat sich einfach ans Auto angeglichen, um eine klarer Bequemlichkeitsabwägung zu ermöglichen (Also "Die 10 Cent gebe ich für meinem Komfort eben aus).
    Da ändert leider auch der volkswirtschaftliche Aspekt - nämlich, dass unter dem Strich dem Staat weniger Kosten aus dem ÖV als aus dem PKW-Verkehr erwachsen - nichts solang das in der eigenen Brieftasche nicht spürbar ist....
    Anderseits: Die Griechen spüren es nun bereits. Und es ist dort mit ziemlicher Sicherheit auf die Verkehrspolitik zurückzuführen - wenn man sich den dortigen Straßenausbau ansieht.

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  6. um die preise beim öffentlichen verkehr besser zu verstehen, muss man wissen, wie die finanzierung abläuft. also, da bekommen beauftragte verkehrsdienstleister (zb. ivb, aber auch postbusse bei regionalverkehr) vom land tirol für 10 jahre eine bestellzahlung. diese bleibt aber 10 jahre lang gleich. wie man weiß, steigen aber personalkosten, dieselkosten, allgemeine beschaffungskosten bei material etc. nun könnte man natürlich 10 jahre lang den gleichen ticketpreis verlangen. das geht bei steigenden kosten aber nicht, außer man baut ordentlich defizit auf oder man kürzt leistungen.

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