
Ich komme gerade gestärkt vom Wohnbausymposium im Landhaus zurück und bin überzeugt, dass wir am Campagnenreiterareal ganz was Neues für Innsbruck probieren können.
Das Areal ist ja groß (Umrandung innerhalb des Kreises), liegt sehr zentrumsnah und ist vom Öffentlichen Verkehr gut erschlossen. Am Areal selbst steht das wichtige Stadtteilzentrum Volxhaus und einige Sportplätze. Es liegt ja schon eine Studie der Universität vor, welche Varianten für die Bebauung möglich wären (hab schon mal in meinem Blog darüber berichtet).
Nun, was könnte man anders machen:
- Aktivhausstandard, dh. es wird Energie ins Stromnetz eingespeist
- flexible Modulbauweise, dh. man baut nach einem Baukastensystem, um Wohnungen flexibel erweitern aber auch verkleinern zu können
- Stellplatzbilanz von 1 : 0,5 statt wie bisher 1 : 1
- Carsharing in den Quartiersgaragen, das kostengünstig von den BewohnerInnen genutzt werden kann (gestützt aus nichtgebauten Tiefgaragenabstellplätze)
- Mobilitätscard für den Öffentlichen Verkehr (gestützt sh. vorherigen Punkt)
- eine gescheite Grünraumgestaltung (gestützt)
- großzügige Radabstellanlagen mit Werkraum zum Reparieren der Fahrräder (gestützt)
Es gibt sicherlich noch weitere Möglichkeiten, Wohnen anders anzugehen und nicht immer 0815 zu bauen. Was fällt euch noch dazu ein?

Da ich in der Nähe des Bahnhofs wohne, habe ich mein Auto vor 6 Jahren verkauft. Dieses hat mich damals 440 EUR/Monat gekostet. Seither mache ich Carsharing - inkl Öffis kostet mich das zwischen 150-200 EUR im Monat.
AntwortenLöschenNachteile: man überlegt immer, ob man sich die eine oder andere Fahrt leisten soll ... ca 0,5 EUR je km -> man fährt öfters mit Öffis oder lässt sich von Freunden mitnehmen.
Vorteile: €€€, man braucht keine Reparaturen/Service/Reifenwechsel und man hat die Freiheit ins Grüne zu fahren und kann von jedem x-beliebigen Ort zurückfahren (ich muss also nicht mehr zum Auto zurückhatschen).
Nebenbemerkung: Statt 6000 km pro Jahr fahr ich nun ca 3500 km mit dem Auto. Das Auto setzt man dann einfach viel zielbewusster ein.
Bleibt die Frage, ob die Politik für so ein Projekt den Mut aufbringt - aber bei unserer Wohnungsnot wird es sicher genug Leute geben, die mit so einem Modell leben können.
http://www.sonjapitscheider.at/2011/11/stadtentwicklung-am-areal.html#comments
AntwortenLöschenWie man bei der Veranstaltung im AUT hörte, könnte man (O-Ton Lugger) Wohnbauten bis zu 40% günstiger bauen, wenn die Bewohner keine Autos hätten. Also denke ich der Ansatz 50% weniger Autos und ca. 20% Geld über für schönere Dinge als Löcher im Boden ist schon einmal gut.
Was ich mir weiters wünsche: Übereinandergestapelte Reihenhäuser für junge Familien. So ein Ansatz wie beim Sillblockwettbewerb von Herrn Arch. Andreas Sternecker wäre gut. Wir dürfen nicht die Wohnqualität für Energiekennzahlen opfern (was aus der betr. Juryaussage meiner Meinung nach herauszulesen ist); da stimmt etwas nicht mehr. Wir sparen die Energie ja bisher eh nur fürs Auto, das wir dann brauchen, um aus unseren energetisch und sonst wie optimierten faden Wohnungen ins Grüne zu flüchten.
Was unbedingt für das alles zugleich mit der Verbauung fertig sein muss: Die Straßenbahn vom Stadtzentrum bis zumindest Neurum.
Im Übrigen wage ich zur Wohnungsnot zu behaupten, dass Menschen, die sich noch ein Auto leisten können, keine wirkliche Not haben*. Eine Wohnung zu finanzieren ist für die meisten Menschen eine Lebensaufgabe von der erst die Folgegeneration die Früchte nutzen kann – und das wird es auch bleiben.
Denn alles anderer wäre nicht nachhaltig. Und was nicht nachhaltig ist, wird per Definition flüchtig bleiben. Da hilft kein Murren – in das muss man sich fügen.
*) sicher kann der Reichste unglücklich sein – ich meine hier nur die existentielle Not
Bei 300 Wohnungen 150 Stellplätze a € 20.000,- weniger, das macht bei mir sogar € 3.000.000,- Ersparnis!
AntwortenLöschenfinde die idee super, ich hoffe, dass zumindest einige deiner ideen erhalten bleiben. die idee mit dem werkraum für die räder ist genial, da ich viele kenne die mit halbkaputten rädern rumfahren, weil sie keine lust oder kein geld haben es reparieren zu lassen (verkehrssicherheit!).
AntwortenLöschenich habe sehr sehr konservativ gerechnet, daher komme ich auf 1 mio euro.
AntwortenLöschenund ja, wahrscheinlich kann man noch weniger tiefgaragenplätze bauen, wenn gewünscht. 1 : 0,5 ist der anfang, um überhaupt in diskussion zu kommen.
den werkraum, für radreparaturen bzw. für andere kleine reparaturen hab ich mir in wien abgeschaut. oft mangelt es weniger am willen, was zu reparieren, sondern am fehlenden spezialwerkzeug und am platz, reparaturen auch durchzuführen.