Agrargemeinschaften und Innsbruck

Im gestrigen Gemeinderat gab es mehrere spannende Geschichten. Ich beginn mal mit den Agrargemeinschaften. Innsbruck kämpft seit Jahren gegen die Enteignung in Vill und Igls. Nun haben wir verloren. Da werden die Sektkorken ordentlich geknallt haben. Allein in Vill kassieren ca. 15 Leute über 600.000 Euro für das Ahrental, wo wir unseren Müll lagern. Das Ahrental war im Besitz der Stadt Innsbruck, in den 50er Jahren enteignet. Die damalige Enteignung liest sich wie ein Krimi, allerdings ein schlechter Krimi. Diejenigen, die sich bereichert haben, haben selbst auch darüber entschieden (da gabs dann sicher auch eine Jubelfeier). Die Innsbrucker Vertretung bei den Verhandlungen wurde krank, war verhindert usw. So ein komischer Zufall. Die damaligen Agrarier waren sehr geschickt. Sie machten eine Hauptteilung und das ist mit der jetztigen Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes unumkehrbar. Der Anspruch der Stadt Innsbruck auf ihr eigenes Eigentum ist somit dahin. Trotzdem bleibt Unrecht Unrecht. Trotzdem bleibt Enteignung von Gemeindegrund zugunsten einiger weniger eine Frechheit.

11 Kommentare:

  1. war das ahrntal bis zu den 50er jahren eigentum der stadt, oder ist es das seit den 50ern?
    irgendwie kapier ich das in deinem artikel nicht...

    AntwortenLöschen
  2. das ahrntal war im besitz der stadt innsbruck und wurde durch einige wenige nutznießer der stadt weggenommen.

    AntwortenLöschen
  3. ein bisschen klingt das schon ähnlich wie die "geschäfte" die einige jahre zuvor mit "auswanderungswilligen" abgeschlossen wurden. scheint, das system hat sich bewährt und deswegen die wende 1945 überlebt. ich möcht mal sehen wie die reaktionen wären, wenn heute jemand sagen täte, auch das war und ist rechtmäßig und "freiwillig" und daran sei nach 70 jahren nicht mehr zu rütteln.
    aber so läuft es halt schon die ganze menscheitsgeschichte: einige wenige könnens sichs richten und bereichern sich schamlos an jenen die sich nicht wehren können, seien es minderheiten oder die "zahlende mehrheit", die eben auch keine lobby hat.

    AntwortenLöschen
  4. aber das ganze passierte in den 50ern des vergangenen jahrhundert? ist also eine ca 60-jährige geschichte?

    warum sucht sich die stadt nicht einen neuen deponiestandort?

    AntwortenLöschen
  5. wäre eine möglichkeit. trotzdem bleibt uns die pachtzahlung nicht erspart, weil ja schon jahrzehntealter müll dort lagert. die mülldeponie ahrental besteht seit anfang der 70er-jahre.

    AntwortenLöschen
  6. Man sollte endlich eine Gesamttiroler Müllverbrennung mit Blockheizkraftwerk und ordentlicher Filteranlage bauen.

    AntwortenLöschen
  7. dafür hat das land tirol zu wenig müll. dh. die müllgebühren würden steigen, um die anlage führen zu können. oder, das land tirol importiert müll, um die auslastung hinzubekommen.

    AntwortenLöschen
  8. dann würde man also mit dem müll von anderen noch gewinne machen? ich versteh nur nicht, warum das thema jetzt auf einmal kommt. in den 50ern enteignet, seit den 70ern deponiert, wo ist da die aktualität?
    gibts momentan nichts wichtigeres? oder gibts was zu vertuschen?

    AntwortenLöschen
  9. die stadt innsbruck ist verpflichtet zu klagen. landauf landab versuchen gemeinden, ihr eigentum wieder zurückzubekommen. solange die övp die mehrheit im lande hatte, wurde alles im keim erstickt (zb.1982 wichtige verfassungsgerichtshoferkenntnis). seit einigen jahren ist das anders. und aktuell ist es tag für tag. schließlich zahlt die ikb die pacht nicht aus der portokasse, sondern wir mit unseren müllgebühren. zu vertuschen gibt es folgendes: enteignung auf kosten der allgemeinheit.

    AntwortenLöschen
  10. Wie wurde die Stadtgemeinde Innsbruck Eigentümerin des Ahrntales?
    War das etwa eine NAZI-Enteignung von 1941?

    AntwortenLöschen
  11. vill und igls sind 1942 eingemeindet worden und gehören seitdem zu innsbruck-stadt. das gemeindeeigentum blieb aber gemeindeeigentum. die enteignung fand erst in den 50er-jahren unter der övp statt.

    AntwortenLöschen

Blog-Archiv