Grundstücksgeschäfte und die schiefe Optik

Das Kontrollamt Innsbruck hat sich die Grundstücksgeschäfte des Herrn Wittauer mit der Stadt Innsbruck, unter maßgeblicher Beteiligung des Maklers Pertl, näher angeschaut. Jetzt muss man wissen, dass Herr Pertl angelobter Gemeinderat der Liste Für Innsbruck ist und manchmal im Gemeinderat einen Kollegen vertritt.
Das Kontrollamt Innsbruck konnte bei einem großen Grundstücksgeschäft viele viele Unterlagen nicht finden. So z.B. warum Herr Pertl Provision kassierte, obwohl er bei keinem einzigen Verhandlungsgespräch dabei war. Noch interessanter ist, dass bei diesem Grundstücksgeschäft ein Verhandlungsergebnis vorlag: 266 Euro/m2. Dann findet sie eine handschriftliche Notiz: 266 Euro/m2 + 1,5% und der Quadratmeterpreis steigt auf 270 Euro.
Im Beschlussakt für den Stadtsenat und den Gemeinderat findet man viele viele Zahlen und wie aufwändig die Preisfindung war. Die Zahl 266 findet man nirgends. Auch von den zusätzlichen Provisionszahlung findet man kein Sterbenswörtchen.
Dass Makler Gebühren verlangen, ist nichts ungewöhnliches. Ich erwarte mir aber von einem angelobten Gemeinderat seriöses Handeln und volle Transparenz. Ansonsten braucht es niemanden zu verwundern, wenn ein schaler Nachgeschmack zurückbleibt. Auch bei der Fraktion selbst bleibt was picken.
Im gestrigen Gemeinderat wurde zwar viel geredet, aber wenig aufgeklärt. Und, was ich ja besonders amüsant finde, Herr Pertl in höchsten Tönen gelobt, wie er sich für die Stadt einsetze. Tja, das hab ich gleich zerlegen könne. Es gibt nämlich noch ein angebahntes, aber geplatztes Grundstücksgeschäft durch Herrn Pertl. Und da findet man leider weit und breit nichts, dass voller Einsatz für die Stadt gezeigt wurde. Ganz im Gegenteil. Die städtische Abteilung, die den Preisvorschlag geprüft hatte, war um 500.000 Euro günstiger. Und eine wichtige Dienstbarkeit, die das Grundstück belastet, hat der Makler nicht auf den Tisch gelegt. Das kam kurz vor Verhandlungsschluss vom Verkäufer selbst. Dieses Geschäft haben wir natürlich zurückgewiesen.
Außerdem war sich die Fraktion Für Innsbruck nicht zu dreist, über das Kontrollamt zu schimpfen, was die für eine unvollständige Arbeit abgeliefert hätten. Ist natürlich blöd, wenn man dabei ertappt wird, dass intransparent gearbeitet wird.
Die Fraktion für Innsbruck und mit ihr die Bürgermeisterin braucht sich nicht zu wundern, dass Freunderlwirtschaft gemunkelt wird. Vollständige Aufklärung gab es im gestrigen Gemeinderat nicht.

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