Das Ende der Energiemärchen

Gestern abend war es noch anstrengend. Gemeinsam mit der Grünen Wirtschaft veranstalteten die Innsbrucker Grünen einen Film-/Lesung-/Vortrag-/Diskussionsabend. Zuerst gab es den Dokumentarfilm "Pirpyat" von Nikolaus Geyrhalter. Dieser Film lässt Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt, die eigentlich innerhalb der Sperrzone von Tschernobyl liegt, sprechen. Über ihr Leben, über ihr Überleben in einer Geisterstadt. Dann folgte eine kurze Lesung aus dem Buch "Elefantenfuß" von Hans Platzgummer. Der Ort ist ebenfalls Pripyat. Dort kreuzen sich die Wege einiger Menschen. Was aus den Kreuzungen entsteht, könnt ihr im Buch lesen (empfehlenswert). Anschließend hielten 3 Leute noch einen Vortrag zur Energiefrage und zur dringend notwendigen Energiewende. Eine Diskussion gab es dann auch noch. Ein geballter Abend mit viel viel Informationen. Ich war dann auch schon reichlich müde.

Eines wurde wieder ganz ganz klar. Die Energiewende müssen wir jetzt beginnen und wir dürfen uns nicht von der alten Energielobby behindern lassen. Atom, Kohle, Erdöl und Gas müssen Geschichte werden.



Persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderung

Gestern tagte in Innsbruck der "Unabhängige Monitoringausschuss zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen". Ja, so was gibt es und es unglaublich interessant. Der Saal der Theologischen Fakultät war voll. Der Monitoringausschuss ersuchte um Stellungnahmen der Menschen mit Behinderung zur Vorlage "Modelle der persönlichen Assistenz".

Was ist das? Menschen mit Behinderung sollen ein selbstbestimmtes leben führen können und nicht in eine betreute WG oder ins Heim müssen. Aus meiner Sicht ist das eigentlich selbstverständlich. Der Föderalismus treibt aber so seine seltsamen Blüten. Jedes Bundesland hat eine andere Regelung. In Tirol bekommt man 8 Stunden zugestanden. In anderen Bundesländern überhaupt nit. Da darf man bitten und betteln, dass die Stunden bezahlt werden. Selbst eine 24-Stunden-Assistenz wäre immer noch kostengünstiger als ein Heimplatz. Menschen mit Behinderung wird aber das Leben erschwert, indem ihnen immer wieder vorgehalten wird, was für Kosten sie verursachen. Dazu kann ich nur sagen: menschenverachtend (und, hatten wir das nicht schon einmal?)

Es gibt zwar in jedem Bundesland einen Anspruch auf einen Heimplatz, aber keinen Anspruch auf Inklusion und Teilhabe an der Gesellschaft durch persönliche Assistenz. Was ist das für eine verkehrte Denkweise?

Ortspolizeiliche Verordnung fürs Musizieren?

Das ist wirklich ein lustiger Akt, den ich kommende Woche im Stadtsenat habe. Im letzten Gemeinderat beantragte die Liste Rudi Federspiel, dass Frau Bürgermeisterin einen Entwurf für eine ortspolizeiliche Verordnung erstellen lassen soll, die Qualitätskriterien für den Erhalt einer Genehmigung zum instrumentalen Musizieren auf öffentlichem Gut festschreibt. Alle interessierten Straßenmusikanten sollen sich, sofern kein Abschlusszeugnis einer musikbildnerischen Einrichtung vorweisbar, einer Eignungsprüfung unterziehen. Dafür zuständig sollen die Fachlehrer der städtischen Musikschule sein. Die freuen sich sicherlich riesig. Und was ist eigentlich mit trällern? Darf man falsch singen aber nicht falsch ein Instrument spielen?

Aber um was geht es in dem Antrag wirklich? "Als Musikanten getarnte Bettler" oder "werden zum Ärgernis, zumal die Intention, auch ohne Leistung - gleich einem gewöhnlichen Bettler - Geldspenden zu lukrieren, offenkundig ist" liest man im Antrag. Das scheint dem Tourismusfachmann Federspiel ein Dorn im Auge zu sein. Die Stadt hat hübsch hergerichtet zu sein, ohne störende Nebengeräusche.

Keine Frage, manche Musikdarbietungen sind schauerlich. Da damit wenig bis nichts zu verdienen ist, werden die Straßenmusikanten weiterziehen. Dafür braucht es sicherlich keine ortspolizeiliche Verordnung inklusive Prüfung vor einer Musiklehrerin/einem Musiklehrer.

Ostereiermalaktion in der Maria-Theresien-Straße



Jedes Jahr bittet das Flüchtlingsheim um Ostereier für die Kinder. Heute war das Wetter so schön, dass wir das Bemalen in die Maria-Theresien-Straße verlegten. Natürlich halfen vor allem vorbeikommende Kinder beim Bemalen. Jedoch fanden sich zwischendrinn auch Erwachsene, die sich den Spaß nicht nehmen ließen, mit Farben herumzugatschen. Es war eine lustige Aktion und viel viel besser, als im Büro den Eiern Farbe zu geben.

Landhausplatz - Was hat sich verändert?



Abgesehen vom Container und der Platzgestaltung tut sich was. Wer findest?

Mein Dienstagstreff wird immer beliebter

Letztes Mal durchlöcherte mich ein Student mit Themen von A bis Z. Diesmal spannte sich der Bogen von barrierefreien Zugang bis zu Legalisierung von Cannabis. Beim ersten Thema horchte ich einmal auf. Der Herr, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wohnt im Wohnungslosenheim der Innsbrucker Sozialen Dienste (ISD). Nun haben wir gerade eine aktuelle Anfragebeantwortung der Stadt Innsbruck, wo doch glatt behauptet wird, dass alle Einrichtungen der ISD barrierefrei seien. Nur, 2 Stufen zum Lift ist nicht barrierefrei. Ich werde mir das nächste Woche vor Ort noch anschauen und dann aktiv werden.
Das zweite Anliegen war gut untermauert. Nebst der Forderung, Cannabis endlich zu entkriminalisieren und ab 18 Jahren freizugeben, konnte der junge Herr auch wirtschaftlich sehr gut seine Forderung darlegen. Nebstbei ging es noch um Jugend und Bildung und was die Zukunftswünsche junger Leute seien.
Ja, und das hätt ich jetzt fast vergessen. Eine liebe Bekannte von mir kam auch noch kurz vorbei, um mit mir darauf anzustoßen, dass wir endlich für die Familie Kirakosyan den Aufenthalt in Österreich durchgebracht haben. Der Wiener Beirat, der noch darüber entscheiden hat müssen, hat positiv beschieden. 4 Menschen weniger ohne Angst. Ich weiß, das ist nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, aber trotzdem bin ich froh, nicht mehr um die Familie bangen zu müssen.

Mein Radl folgt nur mir -:))



Einfach hinkommen - jeden Dienstag, von 17 bis 19 Uhr, im Café Moustache, Badgasse, in der Altstadt. Bei Schönwetter findet ihr mich im Gastgarten. Der ist auf der Domplatzseite.

2 Jahre Via-Shop in Wilten




Der Via-Shop ist das Geschäft der Produktionsschule, die in Pradl beheimatet ist. Das Geschäft befindet sich in der Leopoldstraße 26 und heute feierten die Mädls und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das 2jährige bestehen des Verkaufsshops. Dazu gab es auch eine tolle Fotoausstellung, die einige Mädls mit einem Profifotografen in einem 6wöchigen Kurs erstellt hatten. Schaut mal hin, die Fotos sind sehenswert und tolle Geschenke kann man auch einkaufen. Ein paar Eindrücke hab ich fotografiert.



Fekter lässt grüßen

Im gestrigen Gemeinderat nahm Rudi Federspiel einen neuerlichen Anlauf, um seine gewünschten Anhaltelager durchzubringen. Anstatt diesen rechtswidrige Schwachsinn abzulehnen, warf sich Vizebürgermeister Gruber für ihn in die Bresche (mein Kollege Martin Hof berichtete bereits http://www.martinhof.net). Die Debatte war wieder einmal widerlich.

Der Antragstext lautete:
Die Schaffung effektiver rechtlicher Grundlagen zur raschen Abschiebung bzw. dauerhaften Anhaltung rechtskräftig verurteilter Drittstaatsangehöriger.

Vizebürgermeister Gruber hatte wohl Weisung der Ministerin Fekter, alles zu unternehmen, den Antrag mehrheitlich durchzubringen. Er brachte einen Zusatzantrag ein, der allerdings in der Formulierung dauerte. Zuerst "Diese Rechtsgrundlage solle keine Änderung der Bundesverfassung, dem EU-Recht und der Menschenrechtskonvention nach sich ziehen". Dann "müsse auf Basis der bestehenden Bundesverfassung sein" und schlußendlich "im Rahmen der geltenden Bundesverfassung".  Als er darauf aufmerksam gemacht wurde, dass sein Zusatz wohl ein Blödsinn sei, warf er dem Gemeinderat juristische Unkenntnis vor. Aha.

Die Abstimmung ging mit Gleichstand aus und der Antrag wurde somit abgelehnt. Diesmal hat auch die SPÖ dagegen gestimmt (wohl ein kleines Pflänzchen, das zu wachsen beginnt).


Energiewende in Innsbruck wird von den beiden ÖVP-Listen blockiert

Vorgestern im Stadtsenat, gestern im Gemeinderat - es war beidesmal das gleiche Schauspiel. Für Innsbruck und ÖVP stellen die Energiewende in Innsbruck in Frage.
Zur Vorgeschichte: In einem aufwändigen Prozess mit über 50 Expertinnen und Experten wurde in einer Steuerungsgruppe, in der auch politische Vertreterinnen und Vertreter waren (für die Grünen meine Kollegin Uschi Schwarzl) ein ambitioniertes Arbeitsprogramm ausgearbeitet - der Innsbrucker Energieentwicklungsplan. Der erste Schritt umfasst die Raumwärme: Wie kommen die Innsbruckerinnen und Innsbrucker sowie die Betriebe von den hohen Heizkosten bei Öl und Gas weg? Und welche Alternativenergie bietet welches Potential?
Daraus entwickelte die Steuerungsgruppe einen Aktionsplan bis 2025 und einen Budgetrahmen für die Stadt Innsbruck (jährlich einige Milliönchen), um die gesetzten Ziele zu erreichen. Weil eines muss klar sein. Die Stadt Innsbruck muss die Umstellung (Einpacken der Häuser, Ausbau der Alternativenergien) natürlich finanziell unterstützen. Wünschen allein ist zu wenig.

Was passierte nun im Stadtsenat und im Gemeinderat?
Beide ÖVP-Listen, Für Innsbruck und ÖVP, verloren sich in Kleinigkeiten (Solar gefällt mir nicht wegen Ortsbildschutz, Förderungen mit Land und Bund sind nicht geklärt ...) und verknüpften den Energieentwicklungsplan mit dem Telfser Innkraftwerk. Erstaunlich war, dass Vizebürgermeister Gruber am Tag der Präsentation (Mittwoch im Stadtsenat) Bedenken anmeldete und dass noch einige Fragen offen wären. Nun, er ist selbst in der Steuerungsgruppe und hat der Beschlussvorlage zugestimmt. Allerdings sind wir das ja schon gewohnt. Bei der Arbeitsgruppe zur Stadtrechtsreform war er ja auch dabei und über Nacht kam ihm die Erkenntnis, eine Volksbefragung zu beantragen. Bei der Kern-ÖVP um Herrn Gruber wundert mich daher gar nichts mehr.
Entsetzt war ich bei Für Innsbruck. Solarenergiegewinnung stehe dem Ortsbildschutz entgegen. Oder, wir bräuchten dringend das Inntalkraftwerk für die Umstellung bei Raumwärme. Und so ging es weiter.

Strom für Raumwärme zu verschwenden, ist ja ziemlich kurzsichtig. Abgesehen davon, dass der Kriterienkatalog, der von den Tiroler ÖVP-Abgeordneten einstimmig verabschiedet wurde, die Errichtung des Telfser Innkraftwerks verunmöglicht.

Fakt ist, der Innsbrucker Energieentwicklungsplan hat durch die beiden ÖVP-Listen einen Rückschlag erlitten. Fakt ist auch, dass den Innsbruckerinnen und Innsbruckern sowie den vielen Betrieben die Betriebskosten davonlaufen und dringenst umgestellt werden muss. Weiters gefährden die beiden ÖVP-Listen 1.600 Jahresarbeitsplätze, die aufgrund der Investionen gesichert bzw. neu entstehen würden. Zudem verzichten sie auf ein jährliches Kommunalsteueraufkommen von geschätzten 1,4 Millionen Euro. Da verstehe noch einmal einer die Wirtschaftspartei ÖVP. Von sozial sind sie ebenfalls meilenweit entfernt.

Wir lassen den Kopf aber nicht hängen. Ein kleiner Rückschlag kann uns nicht erschüttern. Die Innsbruckerinnen und Innsbrucker brauchen einen konkreten Leitfaden und eine zuverlässige finanzielle Unterstützung durch die Stadt Innsbruck, damit wir Schritt für Schritt die Abhängigkeit bei Öl und Gas reduzieren können. Wir Innsbrucker Grünen sind überzeugt, dass die Energiewende kommen muss - und zwar jetzt.

Das wahlkampftaugliche Thema Alkoholsteuer

ÖVP und SPÖ verkünden lautstark, nie und nimmer eine Alkoholsteuer in Innsbruck zu wollen. Bei der Stellungnahme der Stadt Innsbruck für den Städtebund geht es aber nicht um die Einführung in Innsbruck. Der Städtebund sucht händeringend nach gemeindeeigenen Abgaben, um denjenigen Städten, die finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen, eine Möglichkeit für Einnahmen zu geben. Je mehr positive Stellungnahmen der Städtebund von seinen Mitgliedern bekommt, desto höher sind die Chancen, beim Finanzministerium durchzudringen. Ich sehe mein Ja zur Stellungnahme als Unterstützung für finanzschwache Städte, die nicht mehr wissen, wie sie alle Belange der Daseinsvorsorge bezahlen sollen.
Innsbruck steht finanziell sehr sehr gut da und braucht keine gemeindeeigene Alkoholsteuer. Bei Genehmigung der Steuer durch das Finanzministerium hat es jede Stadt selbst in der Hand, die Steuer einzuführen oder nicht.
Mal schauen, ob ÖVP und SPÖ sich nach der Wahl an ihr striktes Nein erinnern.

Equal Pay Day

Gestern abend war ich auf der Veranstaltung der Business+ProfessionalWoman zum Thema "Equal Pay Day". Es ist ja leider immer noch so, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Bereits beim Einstieg ins Berufsleben wird Frauen weniger für diesselbe Arbeit bezahlt. Das wirkt sich natürlich auf die weitere Laufbahn aus. Die kraftvollen Frauen des Netzwerkes Business+ProfessionalWoman setzen sich für Lohngerechtigkeit ein und unterstützen junge Frauen auf ihrem Karriereweg. Ich gehe immer wieder gerne zu den Veranstaltungen, um Kraft zu tanken und mich mit interessanten Frauen zu vernetzen.

Bildung: Sanktionen bei Verweigerung?

Bundesminister Huntsdorfer will, dass alle Jugendlichen eine Ausbildung abschließen. Ein hehres Ziel. Ca. 10.000 Jugendliche österreichweit fallen während der 9 Jahre Schulpflicht irgendwie raus und stehen mit 15 Jahren ohne Perspektive für ihr weiteres Leben da. Sie dürfen sich als Hilfsarbeiterin oder Hilfsarbeiter durchschlagen.
Bundesminister Huntsdorfer will, dass Jugendlichen, die sich weigern, mit Sanktionen bestraft werden - die Familienbeihilfe soll gestrichen werden. So wird das wohl nicht funktionieren. Die Frustration ist ja bereits so groß, dass die Drohung des Verlusts der Familienbeihilfe die Kids mit Sicherheit nicht motiviert.
Es wäre angebracht zu klären, warum Kids 9 Jahre in der Schule sind und mit geringen Kompetenzen ausschulen anstatt die Sanktionskeule zu schwingen.


Wirrwarr der Förderung für Elektroräder



Mein Kollege Mustafa Isilak, Gemeinderat in Jenbach, konnte die Gemeinde überzeugen, 2 Elektrofahrräder für die Jenbacherinnen und Jenbacher anzukaufen. In Innsbruck sind wir noch weit entfernt davon. Was aber am ärgerlichsten ist, ist das landesweite Wirrwarr der Förderungen. Als TIWAG-Kundin/Kunde bekommt man 300 Euro Förderung bei Kauf eines Elektrorades, als IKB-Kundin/Kunde kann man das Förderangebot mit Leasingvertrag nehmen und viele Gemeinden haben noch zusätzlich eigene Fördermodelle.
Es wäre doch so einfach. Alle Anbieter zahlen in eine Pool und von dortaus können alle Tirolerinnen und Tiroler die gleiche Förderung abrufen.


BürgerInnenversammlung Gießensiedlung

Heute abend war eine BürgerInnenversammlung für die leidgeprüften Anrainerinnen und Anrainer der Gießensiedlung bis Fürstenweg zur Parkraumbewirtschaftung. Die lief für Verkehrsstadtrat Pechlaner und Verkehrsausschussobmann Gruber nicht so gut.

Zur Vorgeschichte: Diese Gegend wird von Dauerpendlerinnen und -pendlern zugeparkt, sodass streckenweise nicht einmal mehr die Feuerwehr bei einem Notfall zufahren könnte. Letztes Jahr bemühte sich Ex-Verkehrsstadtrat Walter Peer, sein Kollege Heli Buchacher und meine Kollegin Uschi Schwarzl in x-Zusammenkünften mit den Anrainerinnen und Anrainern eine Lösung zu finden. Da bei einer kleinräumigen Betrachtung des Problems selbstverständlich die gesamte Höttinger Au betroffen wäre, weitete man die BürgerInnentage auf das gesamte Gebiet aus. Heraus kam der Wunsch, eine gebührenfreie Kurzparkzone zu machen - 3 Stunden parken und überwacht von der MÜG (Mobile Überwachungsgruppe der Stadt Innsbruck).

Heute abend wurde eine dritte Variante präsentiert - die Parkstraße. Da könnte man für 5 Euro am Tag parken. Die Stimmung war sehr gereizt, da sich die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Wohngegend ziemlich verschaukelt vorkamen. Zu Recht. Zuerst bemühten sie sich letztes Jahr, eine Lösung auszuarbeiten. Dann passiert ewig nichts (was damit zusammenhängt, dass Herr Peer der Politik den Rücken kehrte). Und dann kommt Nachfolger Pechlaner mit einer neuen Variante und stellt diese zur Diskussion.

Der Druck, der seitens Herrn Pechlaner und Herrn Gruber aufgebaut wurde, war nicht von schlechten Eltern. Nur, die Leute haben sich nicht für blöd verkaufen lassen.

Was waren denn so die Argumente für eine Parkstraße:
  • die Anrainerinnen und Anrainer seien verantwortlich dafür, dass eine Verdrängung in andere Stadteile stattfinden werde (Ja, das ist so bei Kurzparkzonen. Dann müsste man die gesamte Kurzparkzonenregelung kippen, wenn Wohngebiete plötzlich das Problem der Verdrängung verursachen. Aber auch eine Parkstraße führt zu Verdrängung)
  • die gebührenfreie Kurzparkzone bringe der Stadt keine Einnahmen und man könne doch mit den Einnahmen Altersheime finanzieren (Das ist mir ganz neu, dass mit Einnahmen aus Kurzparkzonen Altersheime finanziert werden)
  • die MÜG koste Geld und die müssen alle Innsbruckerinnen und Innsbrucker bezahlen und sie seien mehr oder weniger dafür verantwortlich, wenn die MÜG aufgestockt werden müsse (Ja, auch die Group 4 kostet in den innerstädtischen Stadtvierteln Geld, die machen das nicht umsonst)
Die Leute, die vor Ort waren, haben sich das nicht gefallen lassen. Ich glaube auch, da verkennt jemand das Problem an sich. Mitten in einem Wohngebiet hat ein Pendlerinnen/Pendlerparkplatz nichts verloren. Angesprochen auf die fehlenden Park&Ride-Parkplätze redete sich Verkehrsstadtrat Pechlaner darauf hinaus, dass die Vorgänger nichts getan haben und daher das Problem bestehe. Eine Antwort einer Bürgerin hat mir besonders gefallen: Dann beginnen sie damit.

Ja, wir haben ein Problem mit Pendlerinnen und Pendler, in dieser Gegend auch mit Studierenden, die Wohngebiete, weil gebührenfrei, zuparken. Die Lösung kann aber bitteschön nicht sein, Wohngebiete zu Pendlerparkplätzen zu machen. Die Menschen in der Höttinger Au haben sich mehr verdient.

Ich bin nun allerdings gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Beide, Verkehrsstadtrat Pechlaner, SPÖ und Verkehrsobmann Gruber, ÖVP bekundeten bei der Veranstaltung, den Willen der Bürgerinnen und Bürger zu respektieren und eine gebührenfreie Kurzparkzone dem Verkehrsausschuss und dem Gemeinderat zur Beschlussvorlage vorzulegen.
Wir Grünen sind sowieso für eine gebührenfreie Kurzparkzone. So wurde es mit den Menschen vor Ort erarbeitet und so soll es auch umgesetzt werden.
8 Grüne, 8 SPÖ, 6 ÖVP - also, wir hätten die Mehrheit.


Graßmayrkreuzung, schon wieder

Am 5.4.11 habe wir einen besonderen Akt im Stadtsenat. Es geht um Grundstückstausch für den geplanten Kreisel. Der Kreisel soll ja die Autofahrerinnen und Autofahrer schnurstracks ins Zentrum führen, ohne lästige Ampel bei der Graßmayrkreuzung selbst. Das allein ist ja noch nicht so ein großer Aufreger. Außer, dass ich gegen dieses Monsterprojekt bin.

Ein weiterer Akt gibt mir Recht. Die Stadt Innsbruck muss greifbare Maßnahmen an das Bundesumweltamt schicken, weil Stickstoffdioxidüberschreitungen in Innsbruck gang und gäbe sind.
Für NO2 ist zu 70 % der Autoverkehr verantwortlich. NO2 ist ein bodennahes Gift (also genau dort, wo wir atmen), verursacht Kopfschmerzen und Schwindel, bei längerandauernder Belastung geht es bis zum Lungenödem. Wir sind bei der längerandauernden Belastung, dh. noch nicht abschätzbare gesundheitliche Folgen für uns.

Die im Akt präsentierten Maßnahmen kann ich schon gar nicht mehr hören. Förderung des Radverkehrs, Förderung des Öffentlichen Verkehrs usw. Eigentlich Möglichkeiten, wirklich den Autoverkehr in seine Schranken zu weisen und die Schadstoffbelastung auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.
Nur tun muss man es. Reden allein ist zu wenig. Ein paar mehr aufgestellte Radabstellanlagen sind nett, aber schließen nicht die Lücken im Radwegsystem. Förderung des Öffentlichen Verkehrs ist auch nett. Passieren tut allerdings nichts. Seit Jahren. Deswegen kann ich dieses Blabla schon nicht mehr hören.

Einerseits ein Monsterprojekt bauen, andererseits um Fristverlängerung wegen der viel zu hohen NO2-Belastung ansuchen, ist verantwortungslos. Eigennützige Privatinteressen sind leider immer noch stärker als öffentliche Allgemeininteressen.

Holzklötzchenturm kommt ins Buch der Rekorde



Samstag abend fand die Präsentation des höchsten Holzklötzchenturms im Zuge der Woodstock-Veranstaltung, Jugendland statt. Der war beeindruckend. Frau Bürgermeisterin, ein Notar und ich durften die Abmessung vornehmen - steile 12 Meter 25 Zentimeter. Der letzte, im Buch der Rekorde eingereichte Holzklötzchenturm war "nur" 10 Meter. Gratulation an das Team, das diese Leistung vollbracht hat.
Auch bei den übrigen Bauwerken konnte ich sehen, dass Statik und Kreativität sich manchesmal doch vereinen lassen.




Labestation beim Frühlingslauf




Wie jedes Jahr betreuten wir Grünen eine Labestation für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Innsbrucker Frühlingslaufs. Heuer war es sehr sehr heiß, was dazu führte, dass uns beinahe das Wasser ausgegangen wäre. Christine, Ingrid und ich bekamen ordentlich Stress, wenn die Läuferinnen und Läufer vollkommen verschwitzt bei uns einlangten.
Wir hatten auch brave Helfer mit, die fleißig beim Aufschneiden und beim Bechereinsammeln dabei waren. Leider hab ich kein Foto in Aktion, weil da musste ich selbst Hand anlegen. Und fotografieren und Wasser ausschenken hab ich nicht zugleich hinbekommen -:))


Die IKB gibt keine Ruhe

Die IKB gibt nicht auf. Eine 30-Jahre alte Projektidee muss auf Biegen und Brechen realisiert werden. Ja, seit 30 Jahren besteht ein Strich in der Landschaft, der ein Laufkraftwerk werden soll - bei den Telfer Innauen. Zudem, das hat die IKB selbst im Gemeinderat gesagt, ist dort ein optimaler Standort, weil nördlich der Berg aufsteigt, sodass aus technischen Gründen einige Vorteile lukriert werden könnten. Betriebswirtschaftlich mag der Standort optimal sein, volkswirtschaftlich aber nicht.

Wenn die IKB noch so oft mantraartig die Umsetzung predigt, das Schutzgebiet ist ein No-Go. Der Inn ist lang genug. Wir können auch woanders ein Laufkraftwerk bauen. Selbstverständlich hat jedes Laufkraftwerk ökologische Auswirkungen. Dort, wo der Inn aber schon reguliert ist und mehr oder weniger eh schon alles kaputt ist, habe ich mal nichts gegen ein Laufkraftwerk.

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