Was Olympische Spiele auch sind

Am Freitag, 20.1., findet um 19 Uhr im Café DeCentral ein spannender Vortrag statt. Einfach hinkommen, zuhören und mitreden.

Volker EICK ist Politikwissenschaftler am Zentrum für Europäische
Rechtspolitik (ZERP) der Universität Bremen:

Die Olympischen Spiele gehören – zusammen mit der FIFA-Weltmeisterschaft – zu den größten Sport-Events weltweit. Im zweijährigen Wechsel finden die Olympischen Sommer- und Winterspiele statt, seit 2010 gibt es zusätzlich die Olympischen Jugendspiele, die dieses Jahr in Innsbruck erstmals als Olympische Winterspiele stattfinden.

Spätestens seit den Olympischen Spielen von Los Angeles im Jahr 1994 ist aus einem ›Sportfest für Alle‹, das vermeintlich der Völkerverständigung dienen sollte, ein kommerzielles Unternehmen für Eliten und Großkonzerne geschaffen worden. Sämtliche organisatorischen und finanziellen Risiken, so steht es in allen Verträgen schon vor Beginn der Spiele, liegen dabei ausschließlich bei der Öffentlichen Hand.

Es ist dabei kein Zufall, dass die intensivierte Vermarktung der Spiele parallel zur Neoliberalisierung von Städten und Regionen stattfindet, im Gegenteil:
Die Olympischen Spiele sind für die zunehmende Privatisierung, Kommerzialisierung und Festivalisierung des urbanen Raums und der Regionen mit seinen ausgrenzenden Effekten vielmehr konstitutiv, wenn es um deren Zurichtung für Profitinteressen gegen die Bevölkerungsmehrheit geht.

*Klar ist dabei, wer an den Spielen verdient: Nicht nur große Konzerne wie BMW, adidas oder Coca-Cola kassieren riesige Gewinne. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) profitiert durch Sponsoren und Medienkonzerne mit Millionen von Euro.

*Zuletzt haben die Winterspiele in Vancouver gezeigt, wie im Vorfeld und während der Spiele Straßensperren und Videokameras, Polizei, Militär und Sicherheitsdienste zum sportiven Alltag der Stadt und Region werden – und gegen sogenannte Randgruppen vorgehen.

*Mit den Jugend-Olympiaspielen wird der Konkurrenzkampf, das permanente ›Höher–Schneller–Weiter‹ aus der Erwachsenenwelt, nun auf Jugendliche ausgeweitet und mit dem kommerzialisierten Leistungssport des ›Alle gegen Alle‹ als Norm zelebriert.

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