Mehr Lebensqualität in der Stadt - ist das möglich?

Meiner Meinung nach Ja. Wenn wir nämlich endlich aufhören, zu verzichten. Das klingt jetzt etwas frech und jedeR wird sich fragen, was meint denn die schon wieder?
Schauen wir unsere Stadt einfach mal an. Langweilige, unbelebte Straßenräume, laut und stinkig, wir ziehen uns in die Wohnungen zurück anstatt auf der Straße zu plaudern, wir halten unsere Kinder an der Hand vor lauter Angst, sie könnten in ihrer Verspieltheit und Spontanität in ein Auto laufen.
Das nenne ich Verzicht. Verzicht auf unserer Bewegungsfreiheit zugunsten des Stärkeren. In dem Fall ist es das Auto, das stärker ist und seine Dominanz auch täglich unter Beweis stellt. Die Menschen sind auf schmale Streifen an den Häuserzeilen gedrängt. Wir verzichten auf Bäume zugunsten von Parkplätzen, wir verzichten auf gesunde Luft und Ruhe für unsere Ohren. Wir verzichten auf soziale Kontakte in unserer Wohnumgebung und laufen von einem Ort zum anderen.
Das ist schon komisch und sollte uns eigentlich zu denken geben. Können wir mit einem geänderten Mobilitätsverhalten unsere Stadt wieder lebenswerter machen? Unsere Straßenräume zeigen nämlich viel auf: Wer darf was womit.

Bei einer Ausstellung im AUT hab ich mir mal folgende Passage aufgeschrieben (hab mir blöderweise nicht aufgeschrieben, von wem das stammt. Verzeiht bitte das fehlende Copyright. Vielleicht war jemand bei der Ausstellung und kann sich noch erinnern, wer das geschrieben hat):

"Die Konstruktion von Räumen ist auch eine Produktion von Machtverhältnissen, denn mit der Konstruktion geht die Deutungshohheit einher, von wem und in welcher Weise der konstruierte Raum genutzt werden soll. Auch wenn diese Deutungshohheit subversiv unterlaufen werden kann, ist es für die Produktion von Raum nicht nur wichtig, wer konstruiert, sondern vor allem für wen und von wem beauftragt."

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