Südring NEU denken



Am Freitag, 2. März, starteten wir in den ersten Abend mit unserem Beteiligungsprozess "Dialog am Stadtrand". Anlassfall ist der Ausbau der Graßmayrkreuzung - ein überdimensioniertes Projekt, das 40 Millionen Euro Steuergeld verschlingen würde (ich habe schon öfters auf meinem Blog darüber berichtet) . Mit dem Ausbau soll die monofunktionale Nutzung des Südrings einzementiert werden. Das alles, um vielleicht 2 Minuten Zeitgewinn zu erhalten. Das Projekt selbst stammt aus Anfang der 80er-Jahre des letzen Jahrhunderts. Wir sind der Meinung, dass es Zeit ist, neue Wege zu beschreiten und neue Nutzungen des Südrings zu denken. Der Südring trennt einige Stadtteile Innsbrucks und drängt sie an den Stadtrand. Die BewohnerInnen sind starken gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt, eine kleinstrukturierte Wirtschaft, die Menschen und nicht Durchzugsverkehr zum geschäftlichen Überleben bräuchte, gibt es logischerweise kaum.

Nun haben sich ca. 30 Leute am Freitag Abend getroffen, um ihre Ideen und Vorschläge für den Südring zu diskutieren. Unter der professionellen Moderation von Martin Mutschlechner, Stadtlabor, sprießten die Ideen und Wünsche hervor. Ein richtiger Beteiligungsprozess, der gut moderiert wird, bringt Kraft und Energie. 3 Stunden lang wurde gearbeitet, diskutiert, zusammengefasst und natürlich auch gelacht.

Am Freitag, 16. März, geht es weiter. Da kommen wir in die Zielgerade. Wer noch Lust hat, mitzumachen, ist herzlichst eingeladen. Ein Einstieg am zweiten Abend ist leicht möglich. Alle Infos zum ersten Abend, Fotos, Filme, Ergebnisse, findet ihr ab Montag/Dienstag auf http://www.dialogamstadtrand.at

Dialog am Stadtrand
Freitag, 16. März 2012
18 bis 21 Uhr
Archiv für Baukunst, Lois-Welzenbacher-Platz 1

Warum sich die Politik vor Beteiligungsprozessen fürchtet, ist mir schleierhaft. Innsbruck würde ganz anders aussehen, wenn die Menschen mitreden und mitentscheiden könnten und nicht einfach Großprojekte hingeknallt bekommen würden. Letzten Freitag haben die vielen Engagierten den Beweis erbracht, dass Mitsprache und Mitbestimmung Innsbruck erblühen lassen könnte. Ich freu mich schon auf den zweiten Abend.

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