Baukostenüberschreitung zwischen Thaur und Rum

Das passiert leider immer wieder und ich frage mich schon, warum? An mangelnder Erfahrung kann es nicht liegen, da ja ständig quer durch Tirol große Straßenbauprojekte umgesetzt werden. Die Kritik des Landesrechnungshofes ist richtig und berechtigt. Ich befürchte allerdings, dass das keine Konsequenzen nach sich zieht.

Baukosten explodierten auf 4,7 Mio. €Von Peter Nindler
Innsbruck - Es ist ein Lehrbeispiel, wie man es nicht machen sollte. In einem jetzt vorliegenden
Bericht hat der Landesrechnungshof massive Kritik am vierspurigen Ausbau der Haller
Straße zwischen Hall und Rum samt Begleitmaßnahmen geübt. Von fehlendem Projekt- und
Kostenmanagement, der Beauftragung von gleich fünf Planungsbüros und fehlender Transparenz
bei der Kostenaufstellung ist die Rede. Geplant und realisiert wurde das Straßenbauvorhaben von
2008 bis 2011, im heurigen Frühjahr hat der Landesrechnungshof eine eingehende Überprüfung
durchgeführt.
Einmal mehr steht die Kostenentwicklung im Mittelpunkt: Die Abteilung Straßenbau des Landes
hat 2007 das Baukostenziel erstmals mit 2,5 Mio. Euro festgelegt. „Aufgrund des fortgeschrittenen
Planungsstandes und der allgemeinen (Bau-)Preisindexierungen wurden die voraussichtlichen
Baukosten bis zum Jahr 2009 auf 3,50 Mio. Euro erhöht", heißt es dann im LRH-Bericht. Aber
das war noch nicht das Ende der Fahnenstange. Nach der Ausschreibung 2010 betrug der
Baukostenvoranschlag 3,63 Mio. Euro.
Weitere wesentliche Kostenfaktoren wurden jedoch nicht mitberechnet. Grundablösen von
rund 690.000 Euro sowie Honorare (265.000 Euro) sowie Nebenleistungen für Leitschienen,
Bodenmarkierungen oder Bildstöcke ergaben letztlich eine Summe von fünf Mio. Euro, die laut
Landesrechnungshof als Gesamtkosten ausgewiesen hätten werden sollen. Sauer stieß den
Prüfern allerdings auch auf, dass die Abteilung Straßenbau nicht in der Lage gewesen ist, die
Gesamtkosten gemäß der ÖNORM darzulegen. Einiger Lichtblick: Das Projekt wird doch noch
ein wenig billiger, der LRH hat eine voraussichtliche Abrechnungssumme von 4,7 Mio. Euro
berechnet.
Vermisst wird zudem eine gesamthafte Aufstellung aller Aufträge und eine Gesamtdarstellung
aller Auszahlungen. „Somit war die Abteilung Straßenbau nicht in der Lage, jederzeit über den
Gesamtkostenstand des Projektes Auskunft zu geben", rügt der LRH. Und kein Verständnis
hat er dafür, dass auf einer 500 Meter langen Teilstrecke Tempo 100 erlaubt ist. Mit einer
durchgehenden Geschwindigkeit von 70 km/h hätten mehrere positive Auswirkungen erzielt
werden können. „Durch die Reduzierung der Geschwindigkeit ergäbe sich ein gleichmäßiger
Verkehrsfluss und somit eine höhere Verkehrssicherheit", ist der Rechnungshof in seiner
Bewertung überzeugt.

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