Maria-Theresien-Straße ist ein Aufreger



Das ist ein guter Artikel. Dramen werden heraufbeschworen und Gefährlichkeit suggeriert, wo es keines gibt. Kinder wie alte Menschen sind Hauptunfallopfer beim Überqueren der Straße auf Zebrastreifen. Das sollte der ehemalige Verkehrsstadtrat wissen. In der Maria-Theresien-Straße hat es 2011 einen Unfall gegeben - zwischen Fußgängerin und Taxi. Fahrrad war keines beteiligt.

Darf ich Herrn Gemeinderat Federspiel auch daran erinnern, dass er 1995 als Verkehrsstadtrat die Fußgängerzone Burggraben (beim Franziskanerbogen) mit Radfahren erlassen hat? Warum war das nie ein Drama?
Es geht um eine ganz andere Ebene. Das war auch schon bei der Gemeinderatsdebatte ganz deutlich zu erkennen. Fahrräder gefallen nicht. Über ein Fahrverbot will man die abgestellten Fahrräder aus der Maria-Theresien-Straße verbannen. Ich habe schon öfters im Gemeinderat die Frage gestellt, warum abgestellte Fahrräder ein Designdesaster sind und abgestellte Autos das Designhighlight? Antwort habe ich bis jetzt von den Kämpfern gegen das Fahrrad keine erhalten.
Interessant ist ja auch das Heraufbeschwören der Gefährlichkeit für Leib und Leben durch Radfahrende. Ich war heute eine Veranstaltung zum Thema "Sicherheit und Geschwindigkeit" mit hervorragenden Referenten - von Polizei bis Verkehrskuratorium. Wenn man sich das Hauptproblem ansieht, dann ist es die Geschwindigkeit von Autos (die sind halt groß und bei einem Zusammenstoß va. mit FußgängerInnen, mit gleich schwerwiegenderen Folgen). Interessanterweise diskutiert man aber nicht, die Straßen zu sperren. Im Endeffekt, um alle Unfälle zu vermeiden, müssten wir nämlich zu Fuß gehen. Das kann aber nicht das Ziel sein. Ziel muss es sein, die leidige Trennung von "das ist meins" und "das ist deins" und "wehe, du überschreitest die Grenze" wegzubringen. Und, im städtischen Bereich, das Geschwindigkeitsniveau drastisch senken. Ist ein langer Weg, ist mir schon klar. Aber im städtischen Bereich, wo sich viele Menschen auf unterschiedliche Weise fortbewegen, werden wir um eine Debatte und um Sinneswandel nicht herumkommen - bei allen Verkehrsteilnehmenden.

Wer den letzten Absatz erfunden hat, ist schwer zu sagen. Jedenfalls dürfte sich diese Person nicht über Innsbruck hinausbewegen. Die Aussage, dass es europaweit einzigartig sei, dass eine Fußgängerzone auch von Radfahrern benutzt werde, muss ich ins Reich der Märchen verweisen. 

Ich freue mich übrigens auf das Fest, das Herr Federspiel organisieren wird. Ich liebe Feste, ob in der Maria-Theresien-Straße oder in anderen Straßen, wo sich Menschen zum Plaudern, Musik hören oder Spielen treffen können. Aber wahrscheinlich bleibt es nur bei der Ankündigung. Wie bereits bei der Demo-Ankündigung durch Herrn Federspiel bei der Rhombergpassage wegen wegfallender Parkplätze.


PS: Bauernball (kleiner Artikel auf derselben Seite) scheint gefährlicher zu sein.




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