Interessantes aus Hamburg - IBA 2013

Letzte Woche war eine Delegation aus Innsbruck in Hamburg bei der IBA 2013. Hauptthema der Bauausstellung ist: Wie kann der notwendige energetische, soziale und städtebauliche Umbau der Stadt des 21. Jahrhunderts gelingen.


In Hamburg redet man von Hektar. Die Insel Wilhemsburg war eine Insel für Arbeitssuchende und Gestrandete aus Europa. Zuerst kamen hauptsächlich polnische Arbeiter, um am Hafen Arbeit zu finden. Nach dem II. Weltkrieg kamen Flüchtlinge, die von der Insel aus weiter wollten und ein Teil geblieben ist - ein Übergangsort ohne besonderen Charme, durchschnitten von Schnellstraßen.

Neben Neubauten, die noch nicht ganz fertig sind, war vor allem die Revitalisierung des sozialen Wohnbaus interessant. Die Häuser und die Wohnungen sind Energieschleudern und meist entsprechen die Wohnungen auch nicht mehr dem Bedarf (zu klein/zu groß). Sensibel beginnt man nun, die Häuser zu sanieren und zu erweitern. Die BewohnerInnen haben ein Rückkehrrecht + garantierte Mieten auf 20 Jahren. Das finde ich gut: keine Gentrifizierung durch Sanierung, der bunte Stadtteil mit ca. 100 Nationen muss erhalten bleiben.

Spannend war auch die Nachnutzung eines Flakturms aus dem II. Weltkrieg. Die Allierten hatten diesen innwändig komplett zerstört und eigentlich hätte er zusammenbrechen sollen. Tat er aber über die Jahrzehnte nicht. Die Überlegungen spannen sich von Abriss bis Neunutzung. Nun gibt es dort ein riesiges Wasserreservoir, das mittels Photovoltaikanlage am Dach und an der Südwand mit Sonnenenergie erwärmt wird und für die Versorgung des Stadtteils verwendet wird.

Die IBA 2013 eröffnet offiziell erst am 23./24. März. Wir standen teilweise noch in Baustellen bei den Neubauten. Einige innovative kleine Neubauten sind beinahe fertig. Es wird mit verschiedensten ökologischen Materialien herumprobiert, um Häuser energieautark zu machen. Auf unsere Frage, ob man schon abschätzen könne, ob das auch funktioniert, gab es die Antwort: in 5 Jahren wisse man mehr. Das kann man nun natürlich kritisieren. Ich finde Probephasen wichtig, um für die verschiedensten Standorte die Möglichkeiten abklopfen zu können. Im Labor allein wird man nicht weiter kommen.


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