Innsbruck hat Zuschlag für EU-Projekt Sinfonia bekommen

Vergangenen Herbst ging es recht hektisch im Rathaus zu. Die Standortagentur Tirol verknüpfte die verschiedensten Partner, um beim Call zum EU-Projekt Sinfonia einzureichen. Schließlich waren einige Millionen Fördergelder im Bereich Energie abrufbar. Mit intelligenten Wärme-, Kälte- und Stromnetze in Kombination mit nachhaltiger Gebäudesanierungen soll der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen deutlich gesenkt werden und so die Lebensqualität in Städten gesteigert werden.

Innsbruck beteiligte sich mit 3 Kernthemen: energieeffiziente Sanierung von 66.000 m2 Wohnfläche (Stadtteil Pradl), der Aufbau von intelligenten Stromnetzen (Smart Grids) in Pradl und Ausbau der Kläranlage Rossau zu einer Energiezentrale, die den Stadtteil Pradl mit Energie aus erneuerbaren Quellen versorgen soll.
Vor allem die Energiezentrale hat es in sich. Die sanierten Gebäude, aber auch ausgewählte Gewerbeflächen werden mit Wärme, Kälte und Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. Die Kläranlage hat nämlich viel Potential - Biogas, Biomasse aus der Verwertung von Klärschlamm, natürlich auch Photovoltaik, Solarthermie am Standort selbst sowie Wärmepumpen, die das Abwasser nutzen. Ein regionaler Kreislauf wird geschaffen, und das freut mich besonders.
Auch die Sanierung der Gebäude in Pradl, einem recht alten Stadtteil, birgt einiges Potential. Derzeit ist der Heizwärmebedarf beim Großteil der Gebäude 100 kWh/m2 auf. Durch optimale Sanierung kann auf 30 kWh/m2 der Bedarf gesenkt werden, je nach Gebäude sogar auf 10 kWh/m2.

Alle spielen zusammen: die Standortagentur Tirol, die Universität, Neue Heimat Tirol, Innsbrucker Immobiliengesellschaft, alpS, Innsbrucker Kommunalbetriebe ...
Die Partnerstadt ist Bozen, die selbstverständlich mit ihren Partnern vor Ort mit dabei ist. Alle eingesetzten Instrumente sollen dann von weiteren europäischen Städten übernommen werden.

Unser Innsbrucker Energieentwicklungsplan bekommt mit den Fördergeldern natürlich noch mehr Power. Schließlich haben wir als Ziel, bis 2025 die fossilen Energieträger massiv zurückzudrängen und durch Effizienzmaßnahmen und eigenem Energiepotential die Abhängigkeit der Stadt von importierten fossilen Energieträgern stark zu reduzieren. Die eingereichten Projekte haben offensichtlich nun auch die Kommision überzeugt und wir erhielten den Zuschlag.
Ausgestattet mit so viel Rückenstärkung, machen sich Innsbruck und Bozen gerne auf den Weg zur energieeffizienten Stadt der Zukunft.

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