Radweg ohne Benutzungspflicht - Neu in der STVO

Mit 31. März 2013 gab es einige Neuerungen bei der Novelle der STVO. Unter anderem wurde die Möglichkeit eingeräumt, die Benutzungspflicht von Radwegen aufzuheben.
Das hatte folgenden Grund. Große Teile der Radinfrastruktur stammen aus den 80ern/frühen 90er-Jahren. Die hat auch den damaligen Radverkehr gut aufnehmen können. Es hat sich aber viel geändert und der Radverkehr nimmt laufend zu. In Innsbruck fahren zb. schon mehr als 20% der VerkehrsteilnehmerInnen mit dem Fahrrad. Die bestehende Infrastruktur müsste entweder ausgebaut werden oder man ermöglicht schnelleren und sicheren RadfahrerInnen, die Fahrbahn zu benutzen.


Wir haben nun bei der Innbrücke den ersten Radweg ohne Benutzungspflicht erlassen. Das ist das rechteckige blaue Verkehrszeichen, das am Bild zu sehen ist. Erstens können damit alle, die nach Hötting wollen, legal die Fahrbahn benutzen und den Schwung von der Ampel kommend mitnehmen. Zweitens können alle, die in Mariahilf wohnen, legal die Fahrbahn benutzen, um zu ihrem Haustor zu gelangen. Und drittens, es können alle, die am Vormittag in die Altstadt wollen, legal die Fahrbahn benutzen, um auch dorthin zu gelangen. RadfahrerInnen, die sich auf dem Radweg wohler und sicherer fühlen, können natürlich weiterhin den Radweg benutzen. Und, die schnellen RadfahrerInnen können auf der Fahrbahn die langsameren überholen.

Die Novelle ist übrigens keine Lex Innsbruck -:) Das Problem, dass die Infrastruktur nicht mehr den Gegebenheiten entspricht, betrifft viele Städte und Gemeinden österreichweit.

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