Heizkosten für Arme sind eine große Hürde

Ich kann dem untenstehenden Artikel nur zustimmen. Die Heizkosten, vor allem in alten Gebäuden, sind enorm. Überall zieht es, die Wärme verschwindet durch schlechte Fenster hinaus und nicht isolierte Wände tun ihr übriges. Es wird zwar viel Geld für Heizkostenzuschüsse ausgegeben, der Weisheit letzter Schluss ist das aber dauerhaft nicht. Abgesehen davon, dass die betroffenen Menschen sich "anstellen" müssen, um zur Unterstützung zu kommen. Das ist weder sozial noch gerecht.

Heizkosten belasten 90.000 Haushalte

170.000 Österreicher haben bei geringem Einkommen überdurchschnittlich hohe Ausgaben für die warmen vier Wände. Alleinstehende Pensionistinnen in großen Wohnungen in Tirol sind stark betroffen.
Wien, Innsbruck – In Österreich sind 90.000 Haushalte und damit rund 170.000 Personen von Energiearmut betroffen, rund 2,5 Prozent aller Haushalte. Das ist das Ergebnis einer Studie des Stromregulators E-Control, die mit einer neuen Definition von Energiearmut aufwartet.
Die Zahlen unterscheiden sich nicht wesentlich von bisherigen, jedoch sind andere Haushalte betroffen. Eine wirksame Bekämpfung der Energiearmut müsse an der Verbrauchsreduktion ansetzen, betont E-Control.
Energiearm sind nach der E-Control-Definition Haushalte, die über ein verfügbares Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle verfügen und gleichzeitig überdurchschnittlich hohe Energiekosten haben.
Als niedrig gilt ein verfügbares Einkommen von weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens (dieses liegt bei 1800 Euro pro Monat). Als überdurchschnittlich werden Energiekosten gewertet, wenn sie die Schwelle von 140 Prozent der Medianausgaben für Energie überschreiten.
Laut E-Control sind typischerweise alleinstehende Pensionistinnen in übergroßen Wohnungen in Tirol und Salzburg von Energiearmut betroffen. Diese Personen würden still leiden, sich aber schwertun, mit ihrem Einkommen die Energierechnung zu bezahlen, und hätten auch keine anderen Annehmlichkeiten. Sie gäben im Durchschnitt monatlich rund 163 Euro für Energie aus, davon in der Regel mehr als die Hälfte bis zwei Drittel für Heizkosten. Das sei knapp ein Fünftel (19 Prozent) ihres Einkommens und viermal so viel wie im österreichischen Durchschnitt.
Finanzielle Unterstützung allein wie etwa Heizkostenzuschüsse, für die in Österreich jährlich rund 25 Mio. Euro ausgegeben werden, seien keine dauerhaften Lösungen, sagt die Studie.
Wichtig sei eine Reduktion des Energieverbrauchs etwa durch eine Verbesserung der Wohnsituation, Wärmedämmung oder Geräte mit geringerem Verbrauch. Zuschüsse von 100 oder 200 Euro seien sicher gut, lösten aber die Probleme nicht. (APA)


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