Innsbruck hisst Europafahnen zum Zeichen der Vielfalt

Dem Kommentar meiner Kollegin ist meinerseits nichts mehr hinzuzufügen. Geschichtsverdreher und -leugner, Hetzer und Hass streuende Burschenschafter wollen wir hier in Innsbruck nicht. Unsere Gesellschaft ist vielfältig und bunt. Dazu steht die Innsbrucker Koalition. Wir kennen diese Strategie, Herr Strache! Schwarzl: FP sollte darüber nachdenken, in welchen Kreisen sie sich bewegt „Wie nicht anders zu erwarten“ ist für die Klubobfrau der Innsbrucker Grünen Uschi Schwarzl der Kommentar „der rechts außen FPÖ von Gemeinderat Abwerzger bis hinauf zu HC Strache“ zur Aufkündigung des Mietvertrages der Messe mit der „Deutschen Burschenschaft“ ausgefallen: „Die FPÖ positioniert sich damit genau dort, wo sie steht und hingehört: Nicht bei den HüterInnen der Demokratie sondern im dunklen Eck der rechtsextremen GeschichtsverdreherInnen und der absichtlichen VerwechslerInnen von Täter und Opfer“, findet Schwarzl klare Worte. „In altbekannter Manier“ würden jene, die gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Geschichtsrevisionismus auftreten als „linkslinken ExtremistInnen oder totalitären DenkerInnen“ abgestempelt. „Wir kennen diese Strategie Herr Strache, aber wir lassen uns nicht einschüchtern, nicht von schlagenden Burschenschaftern und schon gar nicht von ihnen“, richtet die Grüne Klubobfrau nach Wien aus: „Wir sind stolz darauf, dass diese Stadtführung unterstützt von der Zivilgesellschaft geschichtsbewusste Haltung zeigt. Dazu gehört ein klares Nein zu rechtsextremen Organisationen in Räumlichkeiten der Stadt.“ Anstatt mit verbalen Geschützen gegen die Bürgermeisterin und den breiten Innsbrucker Konsens in dieser Frage aufzufahren, solle die FPÖ, „die ja als einzige Fraktion prominent am Burschenschaftertreffen vertreten ist“, darüber nachdenken, „in welcher Gesellschaft, mit welch totalitären Denkmustern und welch skandalösem Umgang mit Geschichte – um mit ihren eigenen Wortenzu sprechen - sie sich da bewegt“, so Schwarzl abschließend.

Kinder- und Jugendheime in Tirol

Viele haben es gewusst, wenige haben den Mund aufgemacht und sind in dem damalig herrschenden System nicht durchgedrungen. Die Heimerziehungsgeschichte des Landes Tirol (aber nicht nur in Tirol) ist bezeichnend für die Elitenkontinuität. Und es ist beschämend, wie Kinder aus armen Familien psychisch vernichtet worden sind. Es hat nämlich nur arme Familien betroffen - nicht Kinder aus wohlhabenden Familien. Das muss uns bewusst sein, um das System zu verstehen.

Hier zur Debatte/Artikeln in der TT:

Missbrauch in Fürsorge hatte System
Gewalt und Missbrauch in der Jugendfürsorge hatten in Tirol Sys­tem. Im Mittelpunkt stand die hoch-dekorierte Psychiaterin Nowak-Vogl.
Innsbruck – Nach dem Bericht über die Arbeit von Jugendlichen in Heimen des Landes legte gestern eine von der Medizinischen Universität Innsbruck eingesetzte Expertenkommission ihre Expertise über die ehemalige Kinderbeobachtungsstation (Kinderpsychiatrie) der Klinik vor. Im Mittelpunkt steht dabei die 1998 verstorbene Klinikleiterin Maria Nowak-Vogl. Sie leitete die Station von 1954 bis 1987. Wie schon die Auswertung der mehr als 90 Schilderungen ehemaliger Zöglinge im Landeserziehungsheim St. Martin in Schwaz liefert auch dieser Bericht erschütternde Einblicke in die 3650 Krankenakten.
Die meist verhaltensauffälligen Kinder erlebten mehr als 33 Jahre sexualisierte, psychische, physische und strukturelle Gewalt, die von Nowak-Vogl ausgeübt wurde. Der Vorsitzende der Kommission, Gunther Sperk, betonte, „dass ich entsetzt darüber bin, dass sie Teil eines landesweiten Systems war, das schutzlosen Kindern Gewalt angetan hat“.
Die Kinderbeobachtungsstation bildete neben der Jugendwohlfahrt und den Erziehungs- und Kinderheimen eine wesentliche Säule in der Fürsorge. Nowak-Vogl wies Mädchen auch St. Martin zu, aus dem Resümee der Berichte lässt sich eine Tateinheit ablesen. Medizin-Rektorin Helga Fritsch bedauerte zutiefst, dass Kindern und Jugendlichen durch Nowak-Vogl großes Leid zugefügt wurde. (pn)

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Diözese prüft Aberkennung von Orden
Die Diözese Innsbruck wird sich mit der Aberkennung des päpstlichen Silvesterordens für die Psy-chiaterin Nowak-Vogl beschäftigen.
Von Peter Nindler
Innsbruck – Der 149 Seiten umfassende Bericht der Medizinisch-Historischen Expertenkommission über die Innsbrucker Kinderbeobachtungsstation von Maria Nowak-Vogl in der Zeit von 1954 bis 1987 arbeitet nicht nur die Behandlungsmethoden einer weltanschaulich vom Nationalsozialismus und vom konservativen Katholizismus geprägten Psychiaterin auf, wie der Zeithistoriker Horst Schreiber betont. Die Expertise soll auch ein Zeichen an die 3650 Kinder sein, die unvorstellbarem Missbrauch ausgesetzt waren, der Merkmale terroristischer Gewalt aufwies. „Das System war verwerflich. Der Bericht sagt klar: Ihr ward die Opfer“, erklärte der Vorsitzende der Expertenkommission Günther Sperk.
88 Betroffene der einstigen Kinderbeobachtungsstation, die 1979 wieder in die Klinik eingegliedert wurde, meldeten sich bei der Opferschutzkommission des Landes. Nowak-Vogl, die bis zu ihrer Pensionierung 1987 die Beobachtungsstation geleitet hatte, war nicht nur verantwortlich für strukturelle Gewalt an den schutzlosen Kindern, sondern hatte auch innerhalb der regionalen Fürsorge in Tirol eine Macht- und Schlüsselposition. Ihre Therapiemethoden wie die Verabreichung des tierischen Extrakts Epiphysan zur Behandlung von so genannter Hypersexualität, wurden jahrzehntelang von der Politik, der Kirche und der Öffentlichkeit geduldet. 1980 deckte erstmals ein Fernsehbericht Missstände in der Beobachtungsstation auf, aber Nowak-Vogl wurde nicht abgesetzt. „Lediglich die repressive Hausordnung setzte man außer Kraft, die Verabreichung von Epiphysan wurde gestoppt“, sagte die Historikerin Michaela Ralser. Die Öffentlichkeit verteidigte Nowak-Vogl sogar, „Leserbriefschreiber wie in der Tiroler Tageszeitung setzten sich für sie ein“, ergänzte Schreiber.
Das historische Forschungsprojekt soll mit Unterstützung des Landes, der Medizin-Uni und der Stamm-Universität weitergehen. Auch die Frage nach zusätzlichen Entschädigungen für die Opfer wird sich im Lichte der neuen Erkenntnisse wohl erneut stellen.
Kritisch wird sich in den nächsten Wochen jedenfalls die Diözese Innsbruck mit Maria Nowak-Vogl auseinandersetzen, erhielt sie doch einen der höchsten kirchlichen Orden. Der Papst verlieh ihr für ihre Verdienste den Silvesterorden. „Wir haben uns bereits damit auseinandergesetzt“, sagt Kommunikationschefin Karin Bauer. Für die nachträgliche Aberkennung von diözesanen Orden gibt es bereits ein Regulativ. „Im Falle Nowak-Vogls werden wir die Sache jetzt prüfen lassen, letztlich werden wir aber dem Vatikan nur eine Aberkennung des Ordens empfehlen können“, betont Bauer.

Machtstellung. Die Psychiaterin und Heilpädagogin Maria Nowak-Vogl war exklusive Gutachterin und Behandlerin der als schwierig geltenden Heim- und Pflegekinder ebenso wie jener Kinder und Jugendlichen, bei denen eine Fürsorgeerziehungsmaßnahme ins Auge gefasst wurde.
Strukturelle Gewalt. Betroffene hätten laut Horst Schreiber offengelegt, dass an der Kinderbeobachtungsstation „sexualisierte, psychische, physische und strukturelle Gewalt“ ausgeübt worden sei. Es habe ein „Klima der Bedrohung“ geherrscht, in dem die Kinder beschimpft, verhöhnt, gedemütigt, erniedrigt, kalt abgeduscht und geschlagen worden seien.
Einsatz von Epiphysan. Nowak-Vogl ging es laut Jugendpsychi­ater Ernst Berger darum, das Verhalten – insbesondere das sexuelle Verhalten – der Kinder und Jugendlichen zu kontrollieren, u. a. durch den völlig sinnlosen Einsatz von Epiphysan. „Ihre Publikationen dazu waren von wissenschaftlichen Standards weit entfernt.“

Missbrauch im landesweiten System
Politik, Kirche und Öffentlichkeit tolerierten jahrzehntelang ein System der Gewalt und des Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen. Hunderte Existenzen wurden dadurch psychisch vernichtet und ein Leben in Würde unmöglich gemacht.
Von Peter Nindler
Warum war dies in Tirol alles nur möglich? Wer hat das zugelassen, wer hat weggeschaut? Die Antwort ist einfach: alle! Auch nach der Überwindung des NS-Regimes wurde noch jahrzehntelang ausgegrenzt, Integration war ein Fremdwort. Wer nicht den gesellschaftlichen Normen entsprach, den sperrte das damalige Nachkriegs-Establishment weg. Verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche wurden nicht mit Therapien vom Rand der Gesellschaft wieder in ihre Mitte geholt, sondern zwangsweise ausgesondert. Politik, Kirche und Öffentlichkeit tolerierten dieses landesweite System der Jugendfürsorge, weil sie ihm ideologisch nahegestanden sind.
Ideologie war das eine, Missbrauch und Gewalt entluden sich jedoch als tägliche Ausläufer. Das hatte natürlich wie immer niemand gewollt, doch vor Ort in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in den öffentlichen und kirchlichen Heimen vollzog sich der erschütternde Alltag. Gewalt war offiziell verboten, doch Gesetze und Hausordnungen erwiesen sich als geduldig.
Das System funktionierte – von der Kinderbeobachtungsstation (Kinderpsychiatrie) der umstrittenen Psychiaterin Maria Nowak-Vogl bis hin zum Landes­erziehungsheim St. Martin in Schwaz. „Maria Nowak-Vogl war eine Vertreterin der konservativen, biologistischen und an den Prinzipien von Law and Order orientierten Position“, brachte es die von der Medizinischen Universität eingesetzte Expertenkommission gestern auf den Punkt. Die Therapie von Nowak-Vogl bestand aus struktureller Gewalt, Beschämung, Demütigung, Schlägen und medikamentöser Ruhigstellung, wie es der Historiker Horst Schreiber beschreibt.
Die erschütternden Vorgänge im Erziehungsheim St. Martin, wo Arbeit als Therapie bezeichnet, von den Mädchen aber als Zwang empfunden wurde, erscheinen im Lichte von Nowak-Vogl als logische Konsequenz ihrer unangemessenen und Merkmale terroristischer Gewalt aufweisenden Behandlungsmethoden in der Kinderbeobachtungsstation. Schließlich fungierte die Klinikleiterin nicht nur als Konsiliarärztin von St. Martin, sondern auch als enge Beraterin.
Vom Land Tirol hofiert, von den Gerichten als Gutachterin geachtet, von der Klinik als Psychiaterin forciert und von der Diözese protegiert und auch ausgezeichnet, erklärt die Biographie von Maria Nowak-Vogl, warum so vieles im heiligen Land Tirol möglich war. Das System hat leider funktioniert.


Die Frage der Infrastruktur

LR Tratter äußert mutige Worte, ist doch jedeR GemeindechefIn interessiert daran, rund um den Kirchturm alles zu bieten. FreundInnen macht sich LR Tratter damit nicht. Nur, die Kosten für die Gemeinden sind im steigen - von der zeitgemäßen Kinderbetreuung bis zum Alters-/Pflegeheim. Leistbares Wohnen gehört hier auch dazu und veraltete und nun zu erneuernde Infrastruktur bei Frischwasser/Abwasser/Strom.
Wir versuchen im Planungsverband (Zusammenschluss von Innsbruck und Innsbruck-Land) die Debatte zu führen. Wo macht zB. welche Freizeiteinrichtung Sinn? Eine 50m-Schwimmhalle muss nicht in Innsbruck entstehen. Sie kann ohne weiteres in der Inntalfurche errichtet werden, bestens erschlossen mit dem Öffentlichen Verkehr.
Wo hat welches Skigebiet noch Sinn und wenn ja, mit welchem Schwerpunkt? Wenn die Skigebiete in Innsbruck und Innsbruck-Land alle das gleiche bieten, nehmen wir uns selbst die NutzerInnen dieser Gebiete weg. Das macht wenig Sinn. Daher: Reden wir darüber, was sich wo finanzieren lässt, ohne beim Sozialen einsparen zu müssen. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass auch Freizeiteinrichtungen ein Sozialthema sind: Bewegung, Sport, gemeinsame Aktionen. Nur, es muss uns auch bewusst sein, dass die Gemeinden auf Dauer dieses Spiel-mir-alles-Konzert nicht finanzieren werden können.

Hier die Artikel der TT:

Knappe Gemeindekassen sind das Regulativ
Was tun mit leeren Hotels und Hallen? Landesrat Tratter will mit der Wohnbauförderung einwirken, SPÖ und Liste Fritz vermissen ein Konzept.
Von Anita Heubacher
Innsbruck – Ein Schwimmbad oder gar ein Hallenbad baut heute kaum eine Gemeinde mehr. Es hat sich herumgesprochen, dass die Bäder nicht wirtschaftlich zu führen sind. Sie zu bauen ist eines, sie zu betreiben ein anderes Thema. „Ab und zu schaut man noch immer zu wenig über den Zaun, aber das hört sich auf, weil überall in den Gemeinden das Geld fehlt“, erklärt Sportlandesrat Josef Geisler (VP). Für große Sportstätten hat das Land ein Konzept. Wo das 50-Meter-Schwimmbecken oder das Leistungszentrum für Klettern entstehen soll, ist darin festgehalten. Was nicht geregelt ist, sind Freizeitsportstätten. Es gibt beispielsweise keinen Gesamttiroler Plan, wo eine Kletterhalle oder eine Freizeitarena gebaut werden soll. So entsteht beispielsweise in Telfs eine Kletterhalle, neben der schwer defizitären Eishalle. Das Land zahlt bei beiden Projekten mit. Fulpmes und Telfes bauen ein Erlebnisbad, während Neustift pro Jahr mit seinem Schwimmbad ein Minus zwischen 300.000 und 400.000 Euro einfährt.
„Neustift sitzt im Planungsverband und hat dem Bau zugestimmt“, erklärt Raumordnungslandesrat und Gemeindereferent Johannes Tratter (VP). Er verweist darauf, dass über seinen Fördertopf gemeindeübergreifende Projekte besonders unterstützt würden. „Wo Neues gebaut wird, ist nicht die Frage, sondern was man mit der alten Infrastruktur macht.“ Tratter lässt an einer neuen Richtlinie für die Wohnbauförderung basteln. Wer ein leerstehendes Gebäude im Ortskern wiederbelebt, soll besonders gefördert werden. Das Land setze auf die Ortskernbelebung und Tratter findet, „dass das auch seit zwei Jahren gut läuft. Die Arbeit meiner Vorgänger will ich nicht kommentieren. Das wäre vermessen.“
Eine Reglementierung ähnlich dem Seilbahn- oder dem Golfplatzkonzept sei bei Sportstätten schwierig. „Ein Zusperrkonzept kann das Land aufgrund der Gemeindeautonomie nicht erlassen“, erklärt Tratter. „Bäder oder Lifte zu schließen, halten Bürgermeister politisch schwer aus. Da ist der Druck zu groß.“
Die Landesregierung möge steuernd eingreifen, fordert die Liste Fritz. „Statt politischer Von-Fall-zu-Fall-Entscheidungen braucht es ein tirolweites Konzept“, erklärt Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. „Das Land könnte Gemeinden unterstützen, die sich trauen, alte Infrastrukturen zu schließen.“ Die SPÖ vermisst „den Mut festzulegen, wo welches Sportangebot entstehen soll“. Dafür brauche es ein Strategiepapier, sagt SP-Landtagsabgeordneter und Ex-Sportlandesrat Thomas Pupp.

Was, wenn Kletterhallen die neuen Tennishallen sind?
Von Anita Heubacher
Da ist den vorherigen Generationen schlecht ein Vorwurf zu machen. Im Wirtschaftsaufschwung glaubten die Veranwortlichen daran, dass in jedem Kuhdorf das Potenzial für eine Tourismusmetropole steckt. Dementsprechend wurde gebaut. Schwimmbäder, Tennishallen, Lifte und natürlich Hotels. Noch dazu kommt die Kleinstrukturiertheit des Landes, wo die politische Macht bis zur Gemeindegrenze reicht. Dementsprechendes Wettrüsten zwischen den Gemeinden führt jetzt zum Problem der veralteten touristischen Infrastruktur.
Mit dem heutigen Wissensstand und den Forschungsmethoden geht es vor allem darum, alte Fehler nicht mehr oder sie, soweit es geht, wiedergutzumachen. Da spießt es sich. Für einen Bürgermeister ist es fast unmöglich, einen Lift oder ein Schwimmbad zu schließen. Über Jahre werden der marode Lift und das alte Schwimmbad subventioniert, um am Ende festzustellen, dass es nicht mehr geht. Das hätte man billiger haben können, wenn Bürgermeister und Gemeinderäte keine Wahlen gewinnen müssten. Noch dazu kommt, dass die alte, defizitäre Infrastruktur Geld verschlingt, das für neue, sinnvolle und zukunftsträchtige Projekte fehlt.
Umso mehr braucht es ein Konzept, wo was Sinn macht und wo was entstehen soll. Tirol muss endlich gesamtheitlicher denken. Das Land ist überschaubar, die Entfernungen zumutbar und der öffentliche Nahverkehr immer besser ausgebaut. Nicht jede Gemeinde kann alles bieten. Schwerpunkte gehören gesetzt, da hat die Opposition aus SPÖ und Liste Fritz schon Recht. Da die Kletterdestination, dort die Ski-Zentren et cetera pp. Allerdings müsste der Gestaltungswille der Landespolitik sehr stark sein. Schließlich ist die Gefahr groß, Bürgermeister und Parteigänger zu vergraulen. Ohne Konzept poppt da und dort neue Infrastruktur auf. Was, wenn die neu gebauten Kletterhallen die leerstehenden Tennishallen von morgen sind?


Weitere Debatte zur stadtverträglichen Geschwindigkeit

Damit es hier wieder was zu diskutieren gibt -:)


Rote Ampeln sollten nur noch für die Autos gelten

Wieso müssen Fußgänger und Radfahrer sich Autoverkehr unterordnen?
 (Die Presse)

Sämtliche in der Straßenverkehrsordnung (StVO) festgelegten Verhaltensregeln zielen in erster Linie darauf ab, alle städtischen Verkehrsarten sicher und unfallfrei im öffentlichen Raum zu kombinieren. Um dem motorisierten Verkehr hohe Geschwindigkeiten und stetiges Fortkommen in der Stadt zu ermöglichen, wird er räumlich (durch Unterteilung in Fahrbahn und Gehsteig) beziehungsweise zeitlich (durch Ampeln) vom nicht motorisierten Verkehr getrennt.
 
Anstatt das allgemeine Geschwindigkeitsniveau am schwächsten Glied – dem Fußgänger – zu orientieren, wird dieser „Störfaktor“ einfach an den Rand des öffentlichen Raums gedrängt, zu seiner Sicherheit. Er darf die Fahrbahn nur noch an dafür ausgewiesenen Stellen überqueren, meist ohne den versprochenen Schutz am Schutzweg zu erfahren.
Auch die Radfahrer werden gesetzlich auf oft viel zu schmale Mehrzweckstreifen gezwungen, die sie allein durch ihre Anlage in Lebensgefahr bringen – von rechts durch sich öffnende Autotüren, von links durch viel zu knapp überholende Kfz. Auch darf sich ein Radfahrer nur mit zehn km/h einer Radfahrerüberfahrt nähern, während die Annäherungsgeschwindigkeit des benachrangten Autoverkehrs nicht geregelt ist.
Kurz: Die Leichtigkeit und Flüssigkeit, oft auch die Sicherheit des nicht motorisierten Verkehrs wird der Leichtigkeit und Flüssigkeit des Autoverkehrs untergeordnet.

Starre Vorschriften
Die starren Vorschriften und Methoden der StVO sind allerdings nur der unübersichtlichen und isolierten Perspektive des Autolenkers sowie dem Gefährdungspotenzial des Kraftfahrzeugs geschuldet. Ampeln dienen lediglich dazu, die verunmöglichte direkte Kommunikation der motorisierten Verkehrsteilnehmer untereinander und zu anderen zu kompensieren. Wieso diese harten, am Kfz-Verkehr orientierten Maßnahmen auch für die anderen Verkehrsteilnehmer gelten sollen, ist nicht nachvollziehbar. Vor allem die Ausschaltung jeglicher Eigenverantwortung durch Überreglementierung ist stark zu hinterfragen.

Ein innovativer Ansatz
Aus den genannten Argumenten ergibt sich die Forderung nach einer Flexibilisierung der StVO für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer. Konkret sollte es Radfahrern möglich sein, Stopptafeln wie Nachrangtafeln zu behandeln und diese, ohne stehenbleiben zu müssen, zu überfahren. Ebenso sollen Fußgänger und Radfahrer rote Ampeln überqueren dürfen, solange sie nicht sich oder die bevorrangten Verkehrsteilnehmer gefährden oder behindern.
Bei der Forderung handelt es sich um die sinnvolle Legalisierung vom bereits weitverbreiteten Verhalten, rote Ampeln – immer unter Berücksichtigung der Sicherheit aller Beteiligten – zu überqueren. Es ist schließlich nicht nachvollziehbar, wieso die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Fußgänger- und Radverkehrs durch Auto-Ampeln eingeschränkt werden sollten, wenn es kein Gefährdungspotenzial gibt.
Wieso sollen Radfahrer und Fußgänger rote Ampeln überqueren dürfen, Autos aber nicht? Weil es für Nichtmotorisierte aufgrund ihrer Fortbewegungsart gefahrlos möglich ist. Sie sehen z.B. Kreuzungsbereiche unmittelbar ein, hören herannahende Gefahrenquellen, können in Sekundenbruchteilen beschleunigen und abbremsen, besitzen durch ihre geringe Masse kaum Trägheit und ein geringes Gefährdungspotenzial. Hingegen sind Autolenker durch ihre Cockpit-Sicht in ihrer visuellen und akustischen Wahrnehmung massiv beeinträchtigt und können niemals so schnell und flexibel wie Nichtmotorisierte reagieren.

Ulrich Leth (geboren 1983) erforscht und plant menschengerechte Formen der Mobilität an der TU Wien.

Heizkosten für Arme sind eine große Hürde

Ich kann dem untenstehenden Artikel nur zustimmen. Die Heizkosten, vor allem in alten Gebäuden, sind enorm. Überall zieht es, die Wärme verschwindet durch schlechte Fenster hinaus und nicht isolierte Wände tun ihr übriges. Es wird zwar viel Geld für Heizkostenzuschüsse ausgegeben, der Weisheit letzter Schluss ist das aber dauerhaft nicht. Abgesehen davon, dass die betroffenen Menschen sich "anstellen" müssen, um zur Unterstützung zu kommen. Das ist weder sozial noch gerecht.

Heizkosten belasten 90.000 Haushalte

170.000 Österreicher haben bei geringem Einkommen überdurchschnittlich hohe Ausgaben für die warmen vier Wände. Alleinstehende Pensionistinnen in großen Wohnungen in Tirol sind stark betroffen.
Wien, Innsbruck – In Österreich sind 90.000 Haushalte und damit rund 170.000 Personen von Energiearmut betroffen, rund 2,5 Prozent aller Haushalte. Das ist das Ergebnis einer Studie des Stromregulators E-Control, die mit einer neuen Definition von Energiearmut aufwartet.
Die Zahlen unterscheiden sich nicht wesentlich von bisherigen, jedoch sind andere Haushalte betroffen. Eine wirksame Bekämpfung der Energiearmut müsse an der Verbrauchsreduktion ansetzen, betont E-Control.
Energiearm sind nach der E-Control-Definition Haushalte, die über ein verfügbares Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle verfügen und gleichzeitig überdurchschnittlich hohe Energiekosten haben.
Als niedrig gilt ein verfügbares Einkommen von weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens (dieses liegt bei 1800 Euro pro Monat). Als überdurchschnittlich werden Energiekosten gewertet, wenn sie die Schwelle von 140 Prozent der Medianausgaben für Energie überschreiten.
Laut E-Control sind typischerweise alleinstehende Pensionistinnen in übergroßen Wohnungen in Tirol und Salzburg von Energiearmut betroffen. Diese Personen würden still leiden, sich aber schwertun, mit ihrem Einkommen die Energierechnung zu bezahlen, und hätten auch keine anderen Annehmlichkeiten. Sie gäben im Durchschnitt monatlich rund 163 Euro für Energie aus, davon in der Regel mehr als die Hälfte bis zwei Drittel für Heizkosten. Das sei knapp ein Fünftel (19 Prozent) ihres Einkommens und viermal so viel wie im österreichischen Durchschnitt.
Finanzielle Unterstützung allein wie etwa Heizkostenzuschüsse, für die in Österreich jährlich rund 25 Mio. Euro ausgegeben werden, seien keine dauerhaften Lösungen, sagt die Studie.
Wichtig sei eine Reduktion des Energieverbrauchs etwa durch eine Verbesserung der Wohnsituation, Wärmedämmung oder Geräte mit geringerem Verbrauch. Zuschüsse von 100 oder 200 Euro seien sicher gut, lösten aber die Probleme nicht. (APA)


Karwendelbrücke ist unterschriftsreif

Was hat mich die Verbreiterung der denkmalgeschützen Karwendelbrücke schon an Nerven gekostet. Wobei meine Nervenerschütterung nichts ist gegen die unglaubliche Geduld des Mitarbeiters, der in permanenten Verhandlungen mit ÖBB und Denkmalamt stand. Sobald das Denkmalamt befriedigt war, kam wieder die ÖBB mit neuen Auflagen und umgekehrt. Jetzt sind wir aber so weit, dass unterschrieben werden kann.
Ärgerlich ist, dass wir heuer nicht mehr umbauen können. Da sind wir aufgrund der Dauerverhandlungen nun zu spät dran. Aber, es gibt Licht am Ende des Tunnels. 2014 können wir, so nicht wieder Überraschungen auftreten, die Brücke verbreitern, sodass Gehende und Radfahrende aneinander vorbeikommen.

Vorplatz bei der Volksschule Leitgeb ist nun fertig

Der Vorplatz bei der Volksschule Leitgeb in Pradl ist ein schönes kleines Projekt. Von wo ich fotografiert habe, ist der Eingang zur Volksschule. Früher begleitete ein schmaler Gehsteig entlang des Hauses. Schräg gegenüber ist der Eingang zum Hort (braune Tür) und dieser Bereich war vollkommen ungeregelt, sodass sich die Kinder zwischen den Autos durchschlängeln mussten. Da Volksschulkinder aufgrund ihrer Größe natürlich für Autofahrende schlecht zu sehen sind, kam es auch immer wieder zu gefährlichen Situationen.


Im heurigen Frühjahr kam die Dirketion auf uns zu, mit dem Wunsch, eine bessere Schulwegsicherung zwischen Volksschule und Hort zu machen. Das nahmen wir gerne auf und so entstand der nunmehrige kleine Vorplatz mit Gehsteigdurchziehung zum Hort hinüber. 4 Bäume erzeugen eine zusätzliche Torwirkung. Die Kinder können nun aus der Volksschule hinausstürmen, ohne Gefahr zu laufen, niedergefahren zu werden. Natürlich muss beim Übergang noch geschaut werden. Aber es stehen keine sichtbehinderten parkenden Autos mehr im Weg, sodass Autofahrende Kinder beim Queren besser sehen können.
Gestern haben wir den Vorplatz feierlich eröffnet. Wir pflanzten gemeinsam mit 4 Kindern einen der Bäume, es gab eine Gesangsvorführung und dann sausten die Kinder schon rüber zum Sportplatz, um ihre Pause zu genießen und sich auszutoben.

Beim anschließenden Gespräch mit der Direktion erfuhr ich allerdings 2 bedenklich stimmende Geschichten. Gegen den Vorplatz wurden Unterschriften gesammelt, weil natürlich einige Parkplätze wegfielen. Diese Unterschriften gelangten nie zu mir. Und da bin ich froh, weil ich die Unterschreibenden fragen hätte müssen, wie weit ihr Egoismus noch geht und ob Kinder in der Stadt überhaupt nichts mehr gelten. Die zweite Geschichte betraf eine Frau, die in den Pausen sich neben den Sportplatz stellt und entweder mit ihrem Auto ein Dauerhupkonzert abgibt oder mit der Trillerpfeife nervt. Es wurde auch schon die Drohung ausgesprochen, mit Stinkbomben gegen die Kinder vorzugehen. Da hört sich bei mir alles auf. Natürlich schreien Kinder in der Pause herum. Zuerst müssen sie still sitzen und dem Unterricht folgen und dann geht es ab zum Austoben und Stimme testen. Das ist ganz normal und wir waren keinen Deut besser. Da die Pausen zeitlich beschränkt sind, sollten Erwachsene wohl etwas Nachsicht üben.

Spannende Diskussion zu Tempo 30 km/h in Städten und Gemeinden

Nun ist die Diskussion ja voll entbrannt. Tempo 30 im Ortsgebiet scheint für viele noch undenkbar. Allerdings hat eine Temporeduktion einige Vorteile. Die Verkehrssicherheit steigt enorm - für alle. Wir verursachen mit unserer Mobilität sehr viele Verletzte und Tote. Spektakuläre Unfälle, zb. auf Autobahnen, bekommen noch Aufmerksamkeit. Unfälle in Städten und Gemeinden sind meist nur mehr eine Randspalte, obwohl dort die meisten Unfälle registiert werden. Eigentlich schon erschreckend, dass wir das einfach so hinnehmen. Jeder verletzte Mensch, jeder tote Mensch ist eindeutig zu viel.


Die oben abgebildete Darstellung und Berechnung kennt jedeR vom Mathematikunterricht und von der Führerscheinprüfung. Wir vergessen es nur wahnsinnig schnell. Und, Mensch ist keine Maschine und daher machen wir alle Fehler. Je geringer die Geschwindigkeit desto kürzer der Bremsweg, Fehler können leichter korrigiert werden und verursachen weniger Schäden.
Ein weiterer Vorteil einer gleichmäßigen geringen Geschwindigkeit ist, dass sich der Verkehrsfluss erhöht. Es ist weniger Stop-and-Go notwendig und in Städten mit den vielfältigen Mobilitätsarten können alle besser aufeinander Rücksicht nehmen.
Interessant finde ich, dass nun in den Medien darüber diskutiert wird, ob Geschwindigkeitskontrollen einer Abzocke gleich komme. Da kann ich nur erwidern: Geschwindigkeitskontrollen wären nicht notwendig, wenn sich der motorisierte Verkehr an die Regeln halten würde. Das Leben ist mehr wert als der Wunsch, das Gaspedal durchzudrücken. Ob Auto, LKW, Busse - diese Gefährte sind allein aufgrund ihrer Masse die Mächtigeren.
Es freut mich, dass die EU-weite 30km/h-Initiative mit dieser Diskussion die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.

EU-weite Plastiksackerldiskussion

Wir sind eine Wegwerfgesellschaft und der unachtsame Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen lässt die Müllberge wachsen. Plastiksackerln finden jedoch oft nicht den Weg ins Recycling bzw. in die Verbrennungsanlage (die übrigens auch Ausdruck unserer Wegwerfgesellschaft ist), sondern landen in Flüssen, Seen und Meern. Einige werden die Bilder der Plastikinseln in den Meeren kennen. Andere haben bereits direkten Kontakt beim Schwimmen zb. im Mittelmeer erlebt. Allein in Europa werden mehr als 900 Milliarden Plastiksackerln jährlich verbraucht. Es geht jetzt nicht um dickwandige, öfter verwendbare Plastiktaschen, sondern um die nervigen dünnen Sackerln.
Ich kann dem Vorstoß der Europäischen Union, den einzelnen Mitgliedsstaaten freie Hand bei der Reduzierung dieses Müllproblems zu geben, nur begrüßen. Damit reduzieren wir sinnlose Ressourcenverschwendung.

Feierliche Einweihung der neuen Meraner Straße

Am Donnerstag, 7.11.2013, 17 Uhr ist es soweit. Wir sind mit der Meraner Straße fertig und sie wird feierlich eingeweiht. Wir haben uns wieder ein Stück weitergearbeitet und mehr Platz zum Flanieren für FußgängerInnen geschaffen. Die Meraner Straße hat sich diese Auffrischung schon lange verdient und wir nutzten die Chance, nach den aufwändigen Kanalbauarbeiten gleich die Oberflächengestaltung umzusetzen. 1000te Pflastersteine wurden verlegt, 8 neue Bäume gepflanzt und die Gehsteige breit und angenehm gestaltet. Was noch fehlt sind die Radabstellanlagen. Da sind wir - sorry - nicht zeitgerecht fertig geworden. Die kommen aber noch und werden eine hübsche Überraschung bereithalten.
Ich danke den AnrainerInnen und den Geschäftsleuten für ihre Geduld. Dank auch an all jene, die während der Bauphase Umwege in Kauf nehmen mussten. Ich freue mich auf das Fest und lade alle, die in der Nähe sind und sich die Zeit nehmen möchten, zur Eröffnung ein.

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