Feinstaub und Co 2013

Das ist die schöne Nachricht:

Weniger Feinstaub, aber trotzdem zu viel

Die Feinstaubbelastung ist 2013 in Österreich leicht zurückgegangen.
In Innsbruck war an mehr Tagen als erlaubt zu viel Feinstaub in der Luft.
Wien – „Etwas besser, aber bei Weitem noch nicht gut genug.“ So bilanzierte Expertin Bettina Urbanek vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) über die Feinstaubbelastung 2013 in Österreich. Laut Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) wurde im Vorjahr der erlaubte Jahresgrenzwert an 19 von 127 Messstellen – also an jeder siebten – der Feinstaub-Jahresgrenzwert überschritten. Im Jahr 2012 war bei 20 Messstellen der Wert zu hoch, im Jahr 2011 sogar bei 76 Messstationen.
Laut VCÖ gibt es drei Hauptverursacher von Feinstaub: Verkehr, Industrie und Heizungen. Urbanek: „Beim Verkehr sind es vor allem die Abgase von Dieselfahrzeugen ohne Partikelfilter, die die Luft mit vielen Feinstaubpartikeln verschmutzen. Aber auch Benzin-Pkw mit Direkteinspritzung verursachen Feinstaub.“ Die erfreulicheren Zahlen erklärt Jürgen Schneider vom Bundesumweltamt mit günstigen Witterungsbedingungen: „Heuer haben wir davon profitiert und weniger Grenzwertüberschreitungen als in den Jahren zuvor verzeichnet.“ Doch das dürfe nicht das Ende der Bemühungen sein. „Weitere Maßnahmen sind notwendig, um die Feinstaubbelastung weiter zu senken, die Grenzwerte flächendeckend einzuhalten und die Gesundheit der Bevölkerung besser zu schützen“, so der Experte.
Der stärksten Feinstaubbelastung waren die Grazer ausgesetzt. An der Messstelle Don Bosco wurde an 48 Tagen der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten. „Damit wurde der in Österreich erlaubte Grenzwert von 25 Tagen um fast das Doppelte überschritten“, kritisierte Urbanek. Zu hoch war die Feinstaubbelastung auch in Leibnitz, Linz, Wien und anderen Städten. Die höchste Belastung in Tirol wurde in Innsbruck gemessen: An 27 Tagen war bei der Messstelle Reichenau die Feinstaubbelastung zu hoch. Die Bilanz kann sich aber noch etwas verbessern. So können Überschreitungen infolge von Salzstreuung herausgerechnet werden.
Je kleiner die Feinstaubpartikel sind, desto gefährlicher sind sie. Kleinstpartikel können in die Lungenbläschen und den Blutkreislauf eindringen und so zu Krebs, Atemwegs- und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Neueste Studien zeigen laut VCÖ, dass Feinstaub bereits in Mengen, die unter dem Grenzwert liegen, sehr gesundheitsschädlich ist. „Umso wichtiger ist es, Maßnahmen zu setzen, die den Feinstaub-Ausstoß verringern“, appellierte die VCÖ-Expertin Urbanek. Deshalb sei in den Städten saubere Mobilität viel stärker zu fördern. Kurze Autofahrten durch Radfahren oder Gehen zu ersetzen, sei besser für die Luftqualität. Zentral ist für Urbanek zudem „der Ausbau der öffentlichen Verkehrsverbindungen auch ins Umland der Städte“. (APA, TT)

Nun kommt die weniger schöne Nachricht:
Wir lügen uns doch selbst an, wenn wir die "Überschreitungen infolge von Salzstreuung" herausrechnen. Gerade im Straßenraum, wo viele Menschen mit unterschiedlicher Art unterwegs sind, wird uns der Dreck direkt in Lungenhöhe gewirbelt. Wir können aber alle was dagegen tun. Den einen Weg mal zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad bestreiten. Das ein oder andere Mal die Wege zusammenfassen und nicht wegen jeder Kleinigkeit ins Auto springen. Je mehr Wege wir multimobil unterwegs sind (Gehen, Radfahren, Öffentlicher Verkehr, und wo es notwendig ist, mit dem Auto), desto weniger sind wir auf das Auto angewiesen und desto weniger verdrecken wir unsere Luft zum Atmen selbst. 


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