Patscherkofel und die zusätzlichen Wünsche der Touristiker

Wir haben ja beschlossen, den Anlagen am Patscherkofel zur Stadt zurückzuholen. Das ist auch eine gute Sache, da der Patscherkofel als Naherholungsgebiet sehr wichtig ist. Die Pendelbahn ist das eigentliche Markenzeichen des Patscherkofels. Ob langfristig auch der Skibetrieb aufrecht erhalten bleibt, werden noch die politischen Debatten zeigen. Wichtig ist mir, dass diese Debatten kein Wünsch-Dir-Was-Konzert werden, sondern solide Finanzberechnungen der Entscheidung zugrundeliegen und keine Schulden dafür aufgenommen werden müssen. Das wird schon schwierig genug werden.

Diese Woche ist zudem die nächste Runde mit der Verbindung Schlick-Lizum eröffnet worden - der Traum der Touristiker. Aus ihrer Sicht heraus verständlich. Aus ökonomischer und ökologischer Sicht kann man aber nur den Kopf schütteln. Im Alpenraum stagnieren die SkifahrerInnenzahlen und sind zudem langfristig rückläufig, weil der Nachwuchs fehlt. Es ist ein hart umkämpfter Markt, wo es nur mehr darum geht, anderen Skigebieten Gäste wegzunehmen.

Der große Stolperstein bei diesem Traum ist, nebst der Finanzierung, das mächtige Kalkkögelmassiv, das ein Ruhegebiet ist. Jetzt kann man sich natürlich über das Ruhegebiet der Kalklögel lustig machen. Ruhegebiete stehen wirtschaftlichen Einzelinteressen immer wieder mal im Weg und sind einem starkem ökonomischen Druck ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, klar und deutlich zu machen, dass Ruhegebiete nicht den ökonomischen Interessen geopfert werden dürfen. Die ehemals politisch weise Entscheidung, die Kalkkögel den touristischen Erschließungswünschen zu entziehen, hat immer noch Gültigkeit. Auch wenn es manche Erschließungswütige nicht in den Kram passt.

Abgesehen davon, stelle ich die finanziellen Beteiligung, die die Stadt Innsbruck zu leisten hätte, stark in Frage. Wo haben wir denn den Goldesel, um das zu finanzieren? Mir ist keiner bekannt und wir haben wirklich ausreichend mit dem Patscherkofel zu tun. Schaffung bzw. Erhalt von Naherholungsgebieten, die für die BürgerInnen leistbar sind, sind für mich Aufgabe der öffentlichen Hand. Touristische Träume zu erfüllen mit einem genannten Tagesticketpreis von 42 Euro ist für mich keine öffentliche Aufgabe. Wenn das so ein großartiges Projekt ist, dann werden wohl Privatinvestoren den Betreibern die Türen einrennen und daher bitte nicht die Hand bei den SteuerzahlerInnen aufhalten.

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