myInnsbruck Jugendrat präsentierte uns die Vorschläge

Jugendliche in der Stadt haben gerade nicht viel Anerkennung. Vorwürfe von zu laut bis hin zu schlechtem Benehmen hören sie zur genüge. Eigentlich schade. Wir waren schließlich alle mal jung und haben durchaus ab und an über die Stränge geschlagen. 
Das Projekt "myInnsbruck Jugendrat" finde ich daher besonders interessant. Unter Anleitung des Kinder-Jugendbüros Graz konnten 18 Jugendliche zwischen 12 und 18 ihre Wünsche und Vorschläge an die Stadt Innsbruck ausarbeiten. Letzte Woche war dann Präsentation. So selbstsicher wie die Jugendlichen präsentierten, war ich in dem Alter nicht. Hut ab. Nach der Präsentation wurde noch an Thementischen weiterdiskutiert und weitergearbeitet. Die größten Hauptanliegen sind mehr Parks und Freiflächen, mehr jugendgerechte Veranstaltungen, mehr frei zugängliche Volleyballplätze für Kinder und Jugendliche, Umweltschutz, Toleranz und eine bunte und grünere Stadt.
Ich kann jetzt nur von einem Thementisch berichten, bei dem ich dabei war (Parks und Freiflächen). Zuhören war jetzt nicht unbedingt die Qualität meiner KollegInnen aus dem politischen Umfeld -:) Die Youngsters waren aber selbstsicher genug, um ihre Vorschläge weiter auszuarbeiten. Wir konnten einige Vorschläge, wie Freiflächen für Jugendliche besser nutzbar und ihren Bedürfnissen entsprechend gestaltet werden könnten, besprechen und auf Papier festhalten. Da sind nicht großartige Umbauten gemeint. Meist sind es kleine Sachen, die den Jugendlichen am Herzen liegen und die durchaus mit etwas gutem Willen von politischer Seite her umsetzbar sind. Eine große Freude hatten sie übrigens mit der Öffnung des Hofgartens. Eine wichtige Park- und Freifläche, die zum gemeinsamen Chillen einlädt. Von den anderen Thementischen kann ich jetzt nichts berichten, da ich leider weg musste. Ich bekomme aber sicherlich noch den Gesamtbericht, damit ein Überblick über die Themenvielfalt und den Vorschlägen auf den Tisch. Wichtig ist mir, dass Jugendliche nicht nur motiviert werden, mitzureden und mitzuarbeiten, sondern dass auch dementsprechende Handlungen der Erwachsenen folgen. Ansonsten ist es ein Pflanz und das wäre echt schade.

Radfahren belebt den Handel

Radabstellplätze werden oft von Geschäftsleuten mehr als störend als als KundInnenfreundlichkeit ausgelegt. Ein großer Anteil des Einkaufsverkehrs in der Innenstadt wird jedoch vom Radverkehr getragen. Nebst FußgängerInnen und ÖV-NutzerInnen ergibt sich mit dem Radverkehr gemeinsam ein Pool an Menschen von mehr als 2/3 des gesamten Verkehrs in der Innenstadt. Trotzdem wird das Auto meist noch als das Einkaufsgefährt von den Geschäftsleuten betrachtet. Es hat sich aber in den letzten Jahrzehnten einiges getan. Einkaufen und genießen ohne Autostress wird immer mehr zum Trend und nicht nur in Innsbruck wird die Innenstadt mehrheitlich von Nicht-Autofahrenden besucht.
Untersuchungen haben aufgezeigt, dass AutofahrerInnen zwar pro Einkauf im Durchschnitt mehr Geld ausgeben, aber weniger oft einkaufen gehen. Daher dreht sich das Bild recht rasch, da alle anderen (FußgängerInnen, RadfahrerInnen und ÖV-NutzerInnen) zwar weniger pro Einkauf ausgeben, dafür aber öfter kommen und daher in Summe mehr konsumieren.


Die neu gestaltete Meraner Straße bot sich daher an, die Radständer mit der Warenwelt, die in dieser Straße angeboten wird, zu verknüpfen. Nicht mit Logos und Verkaufsslogan, sondern mit kreativen Illustrationen. Die gesamte Angebotspalette der Geschäfte in der Meraner Straße ist auf den Radständern ablesbar. Ich hab mal ein paar Fotos zusammengestellt. Das sind nur einige Motive, die zu finden sind. Auf den einzelnen Radständern sind feine Einzelheiten zu finden, die in hervorragendes Design gegossen, von 2 Grafikerinnen entworfen und umgesetzt wurden. TouristInnen haben die neuen Radständer schon im Fotovesier. Einfach mal vorbeischauen, es gibt nette Details zu entdecken.



Infotag zur Straßenbahn in der Reichenau

Vergangenen Mittwoch gab es eine Infoveranstaltung zur Straßenbahn durch die Reichenauer Straße. 2 Stunden vormittags, 2 Stunden nachmittags und noch einmal 2 1/2 Stunden am Abend. Vormittags und Nachmittags waren wir vor Ort, um Einzelfragen zu beantworten. Am Abend stellten wir uns dem Plenum für Fragen und natürlich auch für Befürchtungen/Sorgen zur Verfügung.
Die Straßenbahn bekommt in der Reichenauer Straße eine Eigentrasse, sodass nicht mehr überall, wo gewünscht und gewohnt, mit dem Auto gequert werden kann. Für die entfallenden Parkplätze haben wir Alternativen ausgearbeitet. Bedeutet zwar Fremdinanspruchnahme (da müssen wir in den angrenzenden Grünraum rein), aber wenn gewünscht, können wir mit den GrundstücksbesitzerInnen in Verhandlung treten.
Die Eigentrasse bedeutet natürlich eine Beschleunigung des Öffentlichen Verkehrs. Die FahrerInnen können Fahrt aufnehmen ohne ständig Angst haben zu müssen, dass Autofahrende ohne zu schauen, auf die gegenüberliegende Seite zufahren. Das Problem haben wir ja in der Brunecker Straße, wo es bereits 3 Unfälle zwischen ÖV und Autos mit verletzten Fahrgästen hatten. Daher gibt es ja in der Brunecker Straße nun die Schweller. Um dieses Problem erst gar nicht entstehen zu lassen, wird die Reichenauer Straße für den Autoverkehr bei den ampelgeregelten Kreuzungen eine Umkehrspur eingerichtet, sodass mit geringen Umwegen die Zufahrten zu den Privatparkplätzen möglich ist.


Immer wieder tauchte die Frage auf, warum wir die Straßenbahn bauen. Das Bild zeigt die Fahrgastkapazitäten der Straßenbahn gegenüber eines Gelenkbusses (gleich ob Diesel oder Oberleitung) auf. Die Ost-West-Achse, die von der Linie O bedient wird, ist die fahrgaststärkste Linie in Innsbruck. Täglich haben wir 35.000 Fahrgäste, Tendenz stark steigend. Auch in Innsbruck nehmen immer mehr Menschen den Öffentlichen Verkehr in Anspruch, nicht nur bei der S-Bahn. Das ist sehr erfreulich und um die Fahrgäste komfortabel an ihr Ziel zu bringen, braucht die Stadt Innsbruck wesentlich höhere Beförderungskapazitäten. Die Stadt Innsbruck nimmt nicht viele Millionen in die Hand, weil es so lustig ist, sondern weil die derzeitigen Kapazitäten schlicht und einfach nicht mehr ausreichen.

S-Bahn nimmt weiter an Fahrt auf

Seit im Dezember 2013 die S-Bahn noch öfters fährt, steigen die Fahrgastzahlen in erfreuliche Höhen. Jenbach - Innsbruck gibt es im Halbstunden-Takt, zu Stoßzeiten alle 15 Minuten. Plus 37 % an Fahrgästen zeigen, dass die Menschen das Verkehrsangebot annehmen und sich die stressige Autofahrt gerne ersparen. Auch ins Oberland und ins Wipptal wurden die Züge besser getaktet und verstärkt, sodass auch dort Fahrgastzahlsteigerungen zu vermelden sind.
Da spielt natürlich auch noch die Förderung des Landes Tirols für die PendlerInnen mit. Wer weiter als 20 Kilometer zu seinem/ihrem Arbeitsplatz hat, zahlt statt 10 Monate bei der Jahreskarte nur mehr 8 Monate. Das ist eine schöne Förderung, schließt aber alle aus, die unter 20 Kilometer Wegstrecke haben. In diesem Umkreis spielt sich für Innsbruck viel ab, sodass ich doch große Hoffnungen in die Landesregierung lege, ein Großraumticket auf die Füße zu stellen. Ich kann ja nur die Tarifreform in Innsbruck-Stadt vorantreiben. Alles über die Stadtgrenze hinaus können wir uns in Innsbruck wünschen, bestimmen tut aber das Land Tirol. 
Wichtig ist natürlich auch, dass es bei den Stationen P&R gibt, damit die NutzerInnen ihr Auto abstellen können. In die P&R-Plätze wird auch fleißig seitens des Landes Tirol und der ÖBB investiert, da bereits bestehende Plätze nicht mehr ausreichend sind.
Warum schreib ich hier von den S-Bahnen aus dem Ober-/Unterland und Wipptal? Es entlastet die Innsbruckerinnen und Innsbrucker von Lärm und Abgasen. Weniger Autos in der Stadt bedeuten auch weniger Wartezeiten bei Ampeln und Co. Von Stau red ich in Innsbruck nicht, da spielen wir Gott sei Dank in der Unterliga, wenn man Vergleiche mit anderen Städten zieht.

Die Hofgärten in Innsbruck sind frei

Mit diesen Worten verhalf heute Bundesminister Rupprechter einer jahrelangen Forderung der Innsbruckerinnen und Innsbrucker zum Durchbruch. Ich glaub, ich träume.
Die Hofgärten sind Bundesbesitz und der Rasen durfte nicht mal betreten werden, geschweige denn, dass man sich bei Sonnenschein in die Wiese legen durfte. Dafür sorgen die Parkwächter, die dieses Verbot im Hofgarten überwachten.
Die vielen Gespräche und Forderungen, die die Innsbrucker Politik mit der Bundesgartenverwaltung geführt hatte, stießen nur auf taube Ohren. Seit 2002 wurden Anträge im Gemeinderat eingebracht, den Hofgarten endlich als Liegewiese nutzbar zu machen. 2011 engagierten sich Jung und Alt und machten einen Flashmob bei bestem Wetter. Der Bedarf ist da, mitten in der Stadt sich einfach mal ins Grüne zu legen. Die Bundesgartenverwaltung zeigte den Innsbruckerinnen und Innsbruckern aber nur die kalte Schulter.

Für ein Jahr hat nun der Bundesminister die Wiesen des Hofgartens freigegeben. Bitte Getränkeverpackungen und sonstigen Müll immer mitnehmen und den Hofgarten nicht verdrecken lassen. Bitte sorgsam mit dem Rasen umgehen. Bei normaler Benutzung wird der Rasen nicht geschädigt und wir können uns nach einem Jahr vorbildlichen Verhaltens über die - hoffentlich ständige Freigabe - des Hofgartens freuen.

Ich habe eine riesengroße Freude damit. Sobald es endlich etwas wärmer wird und wieder die Sonne scheint, können wir eine wunderbare Grünoase mitten in Innsbruck endlich auch zum Ausruhen auf der Wiese nutzen.

Regionalbahnprojekt mit übergeordneter Kontrollinstanz

Nun haben wir endlich den Syndikatsvertrag für das Stadt-Land-Projekt Regionalbahn. Der Syndikatsvertrag ist ein Rahmenvertrag, der alle Belange zum Großprojekt zwischen Stadt und Land regelt. Natürlich arbeiten wir schon seit Baubeginn nach den Eckpunkten in diesem Vertragswerk. Mündlich war ja alles schon auf Schiene, schriftlich ist mir das Regelwerk natürlich viel lieber. Der nun einzurichtende Beirat ist quasi der Hüter des Regelwerks, er kontrolliert die notwendigen Beschlüsse und kontrolliert auch die Umsetzung des Großprojektes. Diese begleitenden Kontrolle ist für Großprojekte unumgänglich, damit alle Partner an einem Strang ziehen und nicht plötzlich auf "lustige" Ideen kommen. Bei der begleitenden Kontrolle geht es übrigens nicht um Detailfinanzen. Diese Kontrolle findet seit Beginn durch Externe statt - jeder Bauabschnitt wird auf Herz und Nieren in seiner finanziellen Gebarung geprüft. Natürlich ist im Syndikatsvertrag auch der finanzielle Schlüssel zwischen Stadt und Land festgeschrieben sowie die Nutzung des städtischen Schienennetzes durch die Regionalbahn. Wenn wir das Projekt dann endlich von Völs bis Rum haben, haben wir tolle Verknüpfungspunkte bei den S-Bahn-Haltestellen. Das kommt den vielen PendlerInnen und SchülerInnen/Studierenden zugute, die nach Innsbruck müssen, aber auch denjenigen, die aus Innsbruck auspendeln. Bis wir so weit sind, vergeht aber noch etwas Zeit.

Patscherkofel und die zusätzlichen Wünsche der Touristiker

Wir haben ja beschlossen, den Anlagen am Patscherkofel zur Stadt zurückzuholen. Das ist auch eine gute Sache, da der Patscherkofel als Naherholungsgebiet sehr wichtig ist. Die Pendelbahn ist das eigentliche Markenzeichen des Patscherkofels. Ob langfristig auch der Skibetrieb aufrecht erhalten bleibt, werden noch die politischen Debatten zeigen. Wichtig ist mir, dass diese Debatten kein Wünsch-Dir-Was-Konzert werden, sondern solide Finanzberechnungen der Entscheidung zugrundeliegen und keine Schulden dafür aufgenommen werden müssen. Das wird schon schwierig genug werden.

Diese Woche ist zudem die nächste Runde mit der Verbindung Schlick-Lizum eröffnet worden - der Traum der Touristiker. Aus ihrer Sicht heraus verständlich. Aus ökonomischer und ökologischer Sicht kann man aber nur den Kopf schütteln. Im Alpenraum stagnieren die SkifahrerInnenzahlen und sind zudem langfristig rückläufig, weil der Nachwuchs fehlt. Es ist ein hart umkämpfter Markt, wo es nur mehr darum geht, anderen Skigebieten Gäste wegzunehmen.

Der große Stolperstein bei diesem Traum ist, nebst der Finanzierung, das mächtige Kalkkögelmassiv, das ein Ruhegebiet ist. Jetzt kann man sich natürlich über das Ruhegebiet der Kalklögel lustig machen. Ruhegebiete stehen wirtschaftlichen Einzelinteressen immer wieder mal im Weg und sind einem starkem ökonomischen Druck ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, klar und deutlich zu machen, dass Ruhegebiete nicht den ökonomischen Interessen geopfert werden dürfen. Die ehemals politisch weise Entscheidung, die Kalkkögel den touristischen Erschließungswünschen zu entziehen, hat immer noch Gültigkeit. Auch wenn es manche Erschließungswütige nicht in den Kram passt.

Abgesehen davon, stelle ich die finanziellen Beteiligung, die die Stadt Innsbruck zu leisten hätte, stark in Frage. Wo haben wir denn den Goldesel, um das zu finanzieren? Mir ist keiner bekannt und wir haben wirklich ausreichend mit dem Patscherkofel zu tun. Schaffung bzw. Erhalt von Naherholungsgebieten, die für die BürgerInnen leistbar sind, sind für mich Aufgabe der öffentlichen Hand. Touristische Träume zu erfüllen mit einem genannten Tagesticketpreis von 42 Euro ist für mich keine öffentliche Aufgabe. Wenn das so ein großartiges Projekt ist, dann werden wohl Privatinvestoren den Betreibern die Türen einrennen und daher bitte nicht die Hand bei den SteuerzahlerInnen aufhalten.

Das Innsbrucker Stadtrad ist gestartet

Mit diesem zusätzlichen Mobilitätsangebot habe ich eine sehr große Freude. Soche Fahrradverleihsysteme gibt es ja schon in vielen Städten und überall wird es sehr gerne genutzt. Wir haben es noch nicht geschafft, alle Stationen aufzustellen, aber 14 sind ja schon im Straßenraum sichtbar. Das Innsbrucker Stadtrad ist ein gemeinsames Projekt zwischen Stadt und Land und wir sind quasi das Pilotprojekt. Das Fahrradverleihsystem soll auch in die Bezirksstädte wandern, sodass es zu einer noch besseren Vernetzung zwischen Fahrrad und Öffentlichen Verkehr kommt.


Die Tarife sind natürlich gestaffelt. Sinn und Zweck dieses Fahrradverleihsystems ist die kurze Nutzung des Fahrrades und nicht die "Privatisierung" für einen ganzen Tag. Die erste halbe Stunde kostet für GelegenheitsnutzerInnen 1 Euro. Stammkunden bekommen für einen Jahresbeitrag von 25 Euro die erste halbe Stunde gratis. Ein zusätzliches Zuckerl gibt es für Jahreskarten/HalbjahreskartenbesitzerInnen des VVT und der IVB. Da kostet der Jahresbeitrag 15 Euro. Die erste halbe Stunde ist natürlich ebenfalls gratis. In Innsbruck braucht man von A nach B nicht länger als eine halbe Stunde. In Wien hat man ja eine Stunde, Wien ist aber auch ein bisschen größer als Innsbruck.

Alle Infos - wie funktionierts, wie geht die registrierung etc. findet man auf http://stadtrad.ivb.at/.

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