Großkraftwerk Kaunertal in der Warteschleife

Jetzt ist die TIWAG ja gerade nicht ein kleines Unternehmen, das sich keine juristische Beratung leisten könnte und trotzdem passiert ein, in seinen Auswirkungen, nicht unbeträchtlicher Fehler. Die Gemeinde Sölden hat ein Kraftwerk angemeldet, wofür sie das Wasser der Gurgler Ache benötigt. Vor der TIWAG. Die TIWAG beantragt ein großes Pumpspeicherkraftwerk, wozu sie ebenfalls das Wasser der Gurgler Ache bräuchte, das ins Kaunertal gepumpt werden soll. Beides geht nicht. Das ist jetzt nur die Kurzfassung, da sich das ganze Werkl natürlich in einer Komplexität abspielt, dass ich hier seitenweise schreiben müsste.
Der Verwaltungsgerichtshof hat dem Projekt der Gemeinde Sölden den Vorrang eingeräumt. Das TIWAG-Projekt ist vorläufig gestoppt. Nun wird natürlich der Poker zwischen der Gemeinde und dem Landesenergieversorger los gehen und schlussendlich wird es zu einer Einigung kommen. Die zeitlichen Verzögerungen werden aber beträchtlich sein, für das eine wie für das andere Vorhaben. Es eröffnet aber die Chance, endlich darüber zu diskutieren, was an Kraftwerken in dieser Gegend  ökologisch und ökonomisch sinnvoll sein kann. Ob diese Chance ergriffen wird, hängt von allen beteiligten Partnern ab.
Ich bin aber schon gespannt, wie lange es in der nun entbrannten Debatte dauern wird, dass wir Grüne an allem Schuld seien. Dieser Vorwurf kommt wie das Amen im Gebet.

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