Naturpark zeigt seinen touristischen Mehrwert


So kann es auch aussehen, wenn Entwicklungen in Naturraum vorangetrieben werden. 

Naturparkverein Kaunergrat gibt Vollgas

Das Projekt „Entwicklungsmotor Schutzgebiete“ liefert überraschende Ergebnisse. Der Naturpark Kaunergrat treibt den Tourismus kräftig voran.
Kaunertal – Es ist ein Motor, der weder CO2 noch Feinstaub produziert – und doch brummt er unermüdlich und treibt eine ganze Region an: der Naturpark Kaunergrat. 1998 als Umweltprojekt gestartet, ist er inzwischen auch für die Wirtschaft ein nicht zu unterschätzender Faktor.
  
Vor drei Jahren wurde mit RegioL ein transnationales Leaderprojekt unter dem Titel „Entwicklungsmotor Schutzgebiete“ gestartet, um genau das herauszufinden. Kürzlich fand das letzte Partnerschafts­treffen mit dem Naturschutzgebiet Neusiedlersee und dem National- bzw. Naturpark Eifel statt, die sich in diesem Projekt vernetzt hatten. Auf Tiroler Seite betrug das Fördervolumen für das Projekt 62.000 Euro und wurde von der Abteilung Landesentwicklung und Zukunftsstrategie kofinanziert.
Überraschend waren die Zahlen, die die Geografiestudentin Theresa Wimmer für den Tiroler Projektträger mit Befragungen erhoben hat: Demnach können 14,9% der gesamten regionalen touristischen Wertschöpfung in den Partnergemeinden auf den Naturpark Kaunergrat zurückgeführt werden. Ein Drittel der Gäste sind Naturparktouristen. Und rund 90 Prozent der Gastgeber sind der Meinung, dass der Naturpark zur Regionalentwicklung beiträgt – vor allem im Tourismus (85%), bei der Stärkung der regionalen Identität (69%), der Präsentation nach außen (65%) und der Stärkung der Zusammenarbeit nach innen (55%). Der Tourismus hat für den Naturpark auch bei seinen eigenen Investitionen einen sehr hohen Stellenwert. Demnach entfällt auch die Hälfte aller Projekte seit 2002 auf das „Handlungsfeld der Schaffung von touristischer Infrastruktur“.
Bemerkenswert ist auch die starke Verzahnung des Naturparks mit dem Regionalentwicklungsbüro RegioL, wie dessen Geschäftsführer Gerald Jochum aufzeigt. „In der letzten Förderperiode war der Naturpark der Projektträger mit den meisten Projekten.“ Profitiert haben aber auch die Direktvermarkter, wie Naturpark-Geschäftsführer Ernst Partl darstellte. Sie haben ihren Umsatz in den letzten zehn Jahren vervierfacht.
Projektziel für „Entwicklungsmotor Schutzgebiete“ war es, zu schauen, wo es im Naturpark noch Handlungsbedarf gibt. Darauf aufbauend ist auch geplant in den nächsten Jahren eine Kernzone des Naturparks als Großschutzgebiet im Ausmaß von rund 250 Quadratkilometern auszuweisen. Der Kontakt mit den Partnern habe auch gezeigt, dass es mit klar umrissenen Grenzen einfacher geht, das Gebiet zu vermitteln.

TT, 30.1.2015, Von Matthias Reichle


Dolmetsch per Video für Amtsgänge im Magistrat

Wer schon mal innerhalb der Europäischen Union gearbeitet hat, weiß diesen neuen Dienst im Stadtmagistrat zu schätzen. Amtsformulare zu verstehen ist einfach etwas komplizierter in einer Fremdsprache, auch wenn man in Schule oder Kurs die neue Sprache gelernt hat.

Nun können in 4 Ämtern - Sozialamt, Standesamt, Wohnungsservice, Gesundheitsamt - die BürgerInnen sowie Stadtangestellte auf Videodolmetsch zurückgreifen. Dieser Testbetrieb läuft 6 Monate und dann wird evaluiert, ob das Service gute Dienste leistet. Damit reiht sich Innsbruck zu den weiteren Pilotstädten Wien und Salzburg. Ursprünglich stammt diese Methode aus dem Gesundheitsbereich und wurde schon erfolgreich in Krankenhäusern eingesetzt. Ziel ist, schnell und unkompliziert das jeweilige Anliegen in den verschiedensten Sprachen zu aller Zufriedenheit erfolgreich abzuschließen.

Stadt und ihre Beteiligungen sind Wirtschaftsfaktor

Manchesmal wundere ich mich über die Forderungen der Stadt-ÖVP schon sehr. Es wird ein Arbeitspaket gefordert, das analog zum Land Tirol geschnürt werden soll. Vielleicht sollte doch mal das Budget aufgeschlagen werden, um die vielen verschiedenen Investitionen, die die Stadt auf den Weg bringt, zu studieren. Dazu kommen ja auch noch die Investitionen der Beteiligungen wie IKB für die Versorgungssicherheit und IIG im Wohnbau, die im Gemeinderat ihre großen Projekte regelmäßig vorstellen, sodass Unkenntnis ob der Vorhaben nicht gegeben sein kann. Mit dem Fachkräfte-Paket des Landes Tirol wird der Effekt für die Unternehmen noch mal verstärkt.
Was natürlich hilfreich wäre, wäre eine Verschlankung der bürokratischen Auflagen und Hindernisse, die Firmen verzweifeln lassen und ua. zu prekären Arbeitsverhältnissen führen. Dafür bräuchte es unter anderem die Bundes-ÖVP und die ÖVP-dominierte Wirtschaftskammer. Also, liebe Stadt-ÖVP, der Adressat für Verbesserungen wäre eigentlich bekannt.

Großkraftwerk Kaunertal in der Warteschleife

Jetzt ist die TIWAG ja gerade nicht ein kleines Unternehmen, das sich keine juristische Beratung leisten könnte und trotzdem passiert ein, in seinen Auswirkungen, nicht unbeträchtlicher Fehler. Die Gemeinde Sölden hat ein Kraftwerk angemeldet, wofür sie das Wasser der Gurgler Ache benötigt. Vor der TIWAG. Die TIWAG beantragt ein großes Pumpspeicherkraftwerk, wozu sie ebenfalls das Wasser der Gurgler Ache bräuchte, das ins Kaunertal gepumpt werden soll. Beides geht nicht. Das ist jetzt nur die Kurzfassung, da sich das ganze Werkl natürlich in einer Komplexität abspielt, dass ich hier seitenweise schreiben müsste.
Der Verwaltungsgerichtshof hat dem Projekt der Gemeinde Sölden den Vorrang eingeräumt. Das TIWAG-Projekt ist vorläufig gestoppt. Nun wird natürlich der Poker zwischen der Gemeinde und dem Landesenergieversorger los gehen und schlussendlich wird es zu einer Einigung kommen. Die zeitlichen Verzögerungen werden aber beträchtlich sein, für das eine wie für das andere Vorhaben. Es eröffnet aber die Chance, endlich darüber zu diskutieren, was an Kraftwerken in dieser Gegend  ökologisch und ökonomisch sinnvoll sein kann. Ob diese Chance ergriffen wird, hängt von allen beteiligten Partnern ab.
Ich bin aber schon gespannt, wie lange es in der nun entbrannten Debatte dauern wird, dass wir Grüne an allem Schuld seien. Dieser Vorwurf kommt wie das Amen im Gebet.

Alles der Geldmachmaschine unterwerfen?

Um die Zerstörung des Ruhegebietes Kalkkögel voranzutreiben, werden dumpfe Vorurteile bedient. Ich stehe beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer und lausche den Worten: Nur der Brückenschlag könne die Wirtschaft retten. Die Grünen schützen nur Pflanzen und Tiere. Die Innsbrucker sollen den ländlichen Gemeinden die wirtschaftliche Lebensader Skitourismus nicht madig machen und die ländlichen Gemeinden dürfen nicht zu Schlafdörfern verkommen.
Nun ja, das war recht schräg, weil diese Argumentationsketten nichts anderes tun, als Vorurteile bedienen und den "mir-san-mir"-Standpunkt einzementieren.
Welche Wirtschaft ist denn gemeint? Gäbe es Mensch ohne Pflanzen und Tiere? Sind Innsbrucker an allem Schuld? Wer bestimmt denn in den Gemeinden, wo was gebaut werden kann?
Das Von-sich-weisen von Schuld, um ja nicht darüber nachdenken zu müssen, was eigentlich Sache ist, ist ja unglaublich praktisch. Weiterbringen tut es Mensch aber nicht. Das Vorurteil Stadt - Land wird ja liebendgern gespielt. Wem das zu wenig ist, nimmt gleich Gemeinden gegen das Land Tirol. Und wenn es zu anstrengend wird, braucht es den Bund, um ordentlich Ärger abzulassen. Der lässt sich das natürlich auch nicht gefallen und zeigt prompt Richtung Brüssel.
Und zwischendrin das Unbehagen: bei dieser Art des Wirtschaftens ist Mensch Nummer und austauschbar.




Tarifreform für den Öffentlichen Verkehr startet

Zu aller erst möchte ich allen ein wunderschönes neues Jahr wünschen, viel Kraft, Energie und nette Menschen, die unterstützen und bestärken.

Das neue Jahr beginnt mit der Tarifreform im Öffentlichen Verkehr. Zukünftig gibt es die Jahreskarte für die IVB um 330 Euro. Damit möchten wir möglichst viele Menschen davon überzeugen, dass man mit der günstigen Jahreskarte ruhig auch das Auto stehen lassen kann, um alltägliche Wege mit Bus und Straßenbahn zurückzulegen.
Für Gelegenheitsfahrten bietet die IVB den 5-Fahrten-Schein um 8 Euro im Vorverkauf, sodass eine Fahrt auf 1,60 Euro kommt. Das ist recht praktisch, da man nicht für jede Einzelfahrt extra zu den Vorverkaufsstellen oder den/die BusfahrerIn und alle Fahrgäste aufhalten braucht. Natürlich habe ich die Diskussionen in den verschiedenen Facebook-Gruppen mitbekommen, wo der Preis des Einzeltickets in Bus und Straßenbahn kritisiert wird. Wir haben in den Arbeitsgruppen zur Tarifreform lange diskutiert, ob wir den Kauf direkt in Bus und Straßenbahn - so wie in vielen anderen Städten auch - überhaupt einstellen sollen. Jeder Direktkauf ist natürlich bequem, weil man sich nicht vorab schon um ein Ticket kümmern braucht. Allerdings hält das alle anderen Fahrgäste auf und die Verspätungen auf den einzelnen Linien summieren sich auf der gesamten Strecke auf. Daher haben andere Städte schon längst den Direktkauf eingestellt. Das machen wir in Innsbruck nicht, dafür kostet der Direktkauf auch wesentlich mehr, als wenn man sich mit einem 5-Fahrten-Schein eindeckt - nämlich 2,70 Euro. Natürlich kann man das rauf und runterkritisieren. Aber es gibt die Alternative, die für das Ab-und-Zu-Benutzen des Öffentlichen Verkehrs sehr günstig ist. Der 5-Fahrten-Schein hat kein Ablaufdatum, sodass es egal ist, ob ich im Monat 2x hin- und retour fahre oder den Schein ein Jahr in der Geldtasche aufbewahre.
Manche Ticketarten sind überhaupt gestrichen worden, da wir uns an das Ticketsystem des VVT, Land Tirol, angepasst haben. Damit haben wir eine Bereinigung der vielen verschiedenen Arten, die es ausschließlich in Innsbruck gab, durchgeführt.

Wir wünschen allen, die den Öffentlichen Verkehr als stressfreie und bequeme Alternative zum Auto nutzen, viel Spaß mit der neuen Jahreskarte.

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